Dieburger versenden Brief an die neue Ausrichterin

Kritik an Schlossgartenfest: Ilona Böhm kriegt Post vom Freundeskreis

+
Erhält in diesen Tagen Post vom „Freundeskreis Dieburger Schlossgartenfest“: Ilona Böhm.   

Dieburg - Dass noch nicht alles rund laufen würde, war Ilona Böhm vorab selbst bewusst gewesen: Die neue Ausrichterin des Dieburger Schlossgartenfests, für deren Unternehmen Gastronomie Hamel-Zelt sich der Magistrat der Stadt im Frühjahr entschieden hatte, verwies insbesondere auf den recht kurzen Vorlauf für ihre Festpremiere. Von Jens Dörr

Die Gestaltung des Fests durch Böhm habe noch einige Luft nach oben, lautet nun der Tenor eines Briefs des „Freundeskreises Dieburg Schlossgartenfest“, dem unter anderem Vertreter des Karnevalvereins angehören, an die Festwirtin. Inhaltlich bezieht sich das Schreiben stark auf die Rückmeldungen einer Umfrage, die der Dieburger Kommunalpolitiker Renee Exner (CDU) bei Facebook gestartet hatte. Dort folgten innerhalb weniger Tage mehr als 70 Kommentare von Dieburgern, die insbesondere das äußerten, was ihnen am diesjährigen Fest so gar nicht gefallen habe. Am vergangenen Sonntag tagte der Freundeskreis und fasste die Essenzen mit eigenen Erkenntnissen zusammen. Das Feedback wird Böhm in Kürze in den Händen halten.

„Von einem professionellen Veranstalter sollte man mehr erwarten dürfen“, lautete etwa die Meinung eines männlichen Endzwanzigers aus Dieburg. Damit spielte er - wie viele andere - unter anderem auf den gastronomischen Teil des Fests an. So gab es Kritik an der Qualität des Essens, an den Preisen für die Getränke und an der Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Bedienungen. Vereinzelt relativierten Stimmen die teils deutlichen Aussagen allerdings auch. So sprach mancher davon, dass Essen sei „teilweise okay“ gewesen oder die Getränkepreise (der Bierpreis lag bei 2,90 Euro für 0,3 Liter) „gerade noch vertretbar“. Auch das Service-Personal habe sich zumindest teilweise sehr bemüht. Böhm arbeitet an ihren Ständen fast ausschließlich mit Aushilfen, da ihre Stammbelegschaft nur ein halbes Dutzend Mitarbeiter umfasst. Beim Schlossgartenfest beschäftigte sie gleichzeitig stets mindestens 50 Kräfte.

Weindorf schlägt schlechter ab

Eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, als der Gelnhäuser Steffen Frings das Fest defizitär ausgerichtet hatte und schließlich Insolvenz anmeldete, sahen viele sowohl im Freundeskreis als auch in der Umfrage beim Weindorf. Das fiel mit weniger Ständen und ohne Live-Musik deutlich kleiner und ziemlich lieblos aus. Auch den Rummelplatz bezeichneten manche als „trist und leer“, was sich im objektiven Vergleich mit den Vorjahren aber kaum teilen lässt. Die Anzahl und Qualität der Fahrgeschäfte blieb insgesamt mindestens ebenbürtig. Verkaufsstände gab es weniger, hier kündigte Böhm bereits eine Verbreiterung des Angebots für das kommenden Jahr an. Schmerzlich vermisst wurde auch der Pizzastand.

Sehr häufig Unverständnis geäußert wurde auch, weil bei den Bands regionale Gesichter - mit Ausnahme von En Haufe Leut aus Darmstadt - fehlten. Auch das Bühnenprogramm darüber hinaus sollte einen stärkeren Dieburg-Bezug haben. „Ohne Interaktion und das Einbinden der Vereine wird das Fest sterben“, befürchtete ein Umfrageteilnehmer. Auch hier kündigte Böhm an, mit Blick auf das kommende Jahr stärker als diesmal darauf einzugehen.

Kommentare