Über 120 Tonnen Salzvorrat

Gelassenes Warten auf erste Schneeflocken

Dieburg - Es ist so weit: Nach frühlingshaften Temperaturen bis in den November hält der Winter langsam aber sicher Einzug in Hessen. Bereits für dieses Wochenende wurden die ersten Schneeflocken angekündigt. Von Konstanze Löw 

Bauhofleiter Manfred Witzel vor dem Silo, das insgesamt etwa 70 Tonnen Salz fasst.

Doch der städtische Bauhof ist mit 120 Tonnen Salzvorrat bestens gerüstet für die weiße Pracht. Bereits seit einigen Wochen ist das Silo auf dem Bauhof-Gelände mit 70 Tonnen Salz gefüllt. Weitere 50 Tonnen liegen in Säcken in den Lagerräumen bereit. Diese Zahlen werden Einwohner, die Rutschpartien auf den Straßen bereits jetzt fürchten, aufatmen lassen. „Wir sind bestens gerüstet“, versichert Bauhofleiter Manfred Witzel. Denn eigentlich könne es zum Wintereinbruch gar nicht zu Engpässen bei den Salzbeständen kommen, da bereits direkt nach der vorherigen Saison mit der Aufrüstung begonnen werde, so die Einschätzung des Experten. „Nur bei langen, harten Wintern kann es zur Knappheit kommen, denn Automeistereien werden zuerst mit Salz beliefert“, erinnert sich Witzel an den schneereichen Winter 2011 zurück. Deshalb wird auf dem Bauhof-Gelände auch noch tonnenweise Salzvorrat gelagert. Und nicht nur das weiße Kristall ist bereit für seinen Einsatz, auch drei der insgesamt fünf Fahrzeuge sind bereits gerüstet. „Uns kann nichts überraschen“, sagt Witzel, während er den Einsatzplan seiner Arbeiter prüft.

Der reguläre Winterdienstplan startet am 30. November. Aus den insgesamt 28 Arbeitern werden dann Gruppen zu jeweils zehn Person gebildet, die für sieben Tage Rufbereitschaft haben. Denn vorgeschrieben ist, dass zwischen sechs und 22 Uhr geräumt und gestreut werden muss. „Morgens sollte alles vor der Hauptverkehrszeit erledigt sein“, so Witzel. Und da die Verantwortlichen, die in den nächsten Monaten sowieso schon alle Hände voll zu tun haben werden, nicht überall gleichzeitig räumen können, gibt es eine Prioritätenliste. Diese wurde mit dem Rathaus abgestimmt und besagt, dass Hauptverkehrswege, Rad- und Fußwege zuerst geräumt werden. Auch Schulwege sind von dieser Regelung betroffen.

Besonders aufwändig und zeitintensiv ist die Räumung von Brücken, Straßenkreuzungen und Bushaltestellen. Denn diese werden größtenteils per Hand geräumt und mit Salz bestreut. Im Kampf gegen eine Rutschpartie sind auch die Anwohner in der Pflicht, erinnert der Bauhofleiter. „Wir sind nur für die öffentlichen Flächen zuständig, um private Flächen und Bürgersteige vor dem eigenen Haus müssen sich die Anwohner kümmern“, erinnert Witzel weiter. Und dabei seien die Dieburger fleißige Kehrer, nur manchmal landen die weißen Flocken in der falschen Richtung. Denn der Schnee soll nicht auf die Straße geschoben werden, sonst wird er wieder von den Maschinen auf den Gehweg zurückgepustet. „Davon hat dann am Ende keiner was“, sagt Witzel schmunzelnd. Besser sei, den Schnee in den Garten oder Vorgarten zu hieven, denn Priorität habe vor allem, dass die Straßen frei und befahrbar bleiben.

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Dabei teilt sich der Zuständigkeitsbereich für die Räumung je nach Straßenart auf. Landes- und Bundesstraßen werden von Hessen Mobil betreut, für die innerstädtischen Straßen und das Gewerbegebiet ist der städtische Bauhof zuständig. Dabei ist zu beachten, dass trotzdem nicht jede Straße im Stadtgebiet geräumt wird. Seitenstraßen und Straßen, an denen kein Durchgangsverkehr herrscht, zählen nicht zum Einsatzgebiet von Witzels Team. Auch diese Straßen noch zu betreuen, wäre „vom Arbeitsaufwand nicht leistbar und durch das viele Salz sehr umweltschädlich“, begründet Witzel die Regelung.

Alle Verantwortlichen vom Bauhof blicken nun auf ereignisreiche und anstrengende Wochen und Monate. „Dann heißt es für mich, nachts um drei den Wetterbericht checken und eventuell die Kollegen vom Bereitschaftsdienst anrufen, damit sie um sechs Uhr pünktlich starten können.“ Trotz der jahrelangen Routine sei danach oftmals an Schlaf nicht mehr zu denken. Doch für alle Schnee-Muffel und das Team vom Bauhof bleibt nach Witzels Einschätzung dieses Wochenende noch mal Zeit zum Durchatmen. Erfahrungsgemäß sei Dieburg noch nicht vom Schneefall betroffen, dazu sei es doch noch zu warm. Und falls sich Witzel doch täuschen sollte, weiß er ganz sicher: „Wir werden noch nicht bei der ersten Flocke nervös!“

Rubriklistenbild: © Löw

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