„Dieburg Süd“

Verschwenkung für K 128

+
Blick übers Ackerland gen Dieburgs Süden: Die Kreisstraße 128 (Hintergrund) soll verschwenkt werden, wenn die Stadt mit Wohn- und Gewerbegebiet weiter wachsen würde.

Dieburg - Bei den Planungen zum neuen Wohn- und Gewerbegebiet „Dieburg Süd“ spricht sich der Ausschuss für die Änderung des Straßenverlaufs aus. Von Jens Dörr

Dieburg soll weiter wachsen - diesmal nach Süden: Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr sprachen sich am Donnerstagabend erneut grundsätzlich für eine Erweiterung der Stadt auf den Ackerflächen mit der Kreisstraße 128 und dem Rinkenbühl im Norden und dem schon bestehenden Gewerbe mit Kaufland und „toom-Markt“ im Südwesten aus. Zudem konkretisierten sie ihre Präferenzen und empfahlen dem Stadtparlament für die Aufstellung des Bebauungsplans eine Variante, die im skizzierten Gebiet sowohl Wohn- als auch Gewerbebebauung sowie die Verschwenkung der K 128 gen Süden vorsieht.

Für das als „Dieburg Süd“ bezeichnete Areal hatte Kai-Oliver Heintz (Göringer Hoffmann Bauer, Planungsbüro für Städtebau) drei mögliche Planungen vorgestellt. Die erste sah eine rein gewerbliche Nutzung der Fläche vor. Hier würde die K 128 wie bisher erhalten werden - und mit ihr auch der Grünstreifen zwischen der Kreisstraße und dem Rinkenbühl. In der zweiten Variante waren sowohl ein Wohn- als auch ein Gewerbebereich vorgesehen. Der Wohnbereich schlösse sich hierbei direkt südlich an die Häuser des Rinkenbühls an, ehe sich nochmals weiter südlich das Gewerbegebiet erstrecken und bis zur B 26 ausdehnen würde. Hierbei würde die Kreisstraße etwas östlich entfernt des „Kaufland-Kreisels“ ihren Bogen nach Süden einschlagen und dann durchs Gewerbegebiet führen.

Die dritte Variante, für deren Empfehlung sich die Ausschussmitglieder letztlich mehrheitlich aussprachen, ähnelt der zweiten Variante - mit einem markanten Unterschied: Die Verschwenkung der Kreisstraße soll hier bereits direkt am „Kaufland-Kreisel“ beginnen und den Verkehr vom Südteil des bisherigen Wohngebiets wegführen.

Das bedeuten Immobilien-Codes wirklich

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Das hat allerdings zur Folge, dass auf dem jetzigen Acker eine Brücke errichtet werden muss - die Straße würde dann noch vor dem Hänisgraben neu gebaut, der von Süden nach Norden über den Acker führt und mit dem Bauwerk überwunden werden müsste. Heintz zufolge sei durch die frühere Verschwenkung im weiteren Verlauf der dann neuen K 128 die abzweigende Straße Richtung neues Wohngebiet - die an anderer Stelle auch Variante zwei vorsah - besser zu realisieren.

Während Fragen des Natur- und Lärmschutzes im weiteren Planungsverlauf noch detailliert geklärt werden sollen - so ist die Fläche beispielsweise Lebensraum der Feldlerche, für die voraussichtlich Ausgleichsflächen bereitgestellt werden müssten -, brannte den Ausschussmitgliedern vor allem die Frage unter den Nägeln, wie sich mit der Verlegung der K 128 - die dann ja nicht mehr an Dieburg vorbei, sondern mehrere hundert Meter durch städtisches Gebiet führen würde - auf die Besitzverhältnisse rund um die Kreisstraße auswirken würden.

Der Magistrat soll prüfen, inwiefern auf Dieburg nicht nur Pflichten und damit mögliche Instandhaltungskosten zur K 128 im Verschwenkungsbereich zukämen, sondern auch im gesamten Verlauf zwischen „Sauer & Sohn“ sowie dem „Dieburger Dreieck“.

Kommentare