Erik Krichbaum und Juri Loose

Premiere von Doku-Film: Ein glamouröser Garde-Abend

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Ein Ausschnitt aus dem Film „Ein ganz normaler Abend mit der Garde“: Erik Krichbaum interviewt Sängerin Leonie Freudl.

Dieburg - Ein Abend mit der Garde verläuft „überraschend gesittet“: Die Prinzengardisten Erik Krichbaum und Juri Loose haben einen Film gedreht. Premiere war vor 150 Gästen im „Petermann“-Hof. Von Jens Dörr

Wer kürzlich am „Petermann“, Fastnachtskneipe von Thomas Jung in der verlängerten Rheingaustraße, vorbeispazierte, rieb sich womöglich die Augen: 150 piekfeine Gäste, im Abendkleid oder Anzug, teils sogar vorgefahren in einer Stretch-Limousine, schlenderten über einen roten Teppich in den Innenhof. Dort erlebten die geladenen Besucher eine Filmpremiere: „Ein ganz normaler Abend mit der Garde“ heißt der Streifen, den Erik Krichbaum und Juri Loose über die Dieburger Prinzengarde gedreht haben.

Roter Teppich für die jungen Gardistinnen: So einen Zustrom Dieburger Schönheiten hat der „Petermann Palast“ noch nicht erlebt.

„Es ist schon mehrere Jahre her, seit letztmals ein Film über die Garde gedreht wurde“, erzählt Loose. Er studiert Medienproduktion, ist somit vom Fach, verfügt über entsprechendes Equipment. Was Krichbaum und er nicht zur Verfügung hatten, lieh ihnen Unterstützer Peter Liste. „Das ist unser Sponsor, dem wir dafür ausdrücklich danken“, freut sich das Duo über die bereitgestellte Technik. Gefilmt haben die beiden in dieser Kampagne durchweg selbst. „Wir haben mit verschiedenen Kameras gleichzeitig gedreht“, so Krichbaum. Sie haben nur dann drehen lassen, wenn es die Perspektive nicht anders zuließ. So befestigten sie die Kamera auch mal an der Fahne von Gardist Matthias Gärtner, der bei den Sitzungen in der Römerhalle als Erster einmarschiert, wenn die Garde die Bühne entert. Wo bekanntlich auch ihre Tanzgruppe und Sängerin Leonie Freudl mit einigen Gardisten als Background-Tänzer für Schwung und Stimmung im Saal sorgen.

Inhaltliche Intension des Duos war es unterdessen, nicht nur die Minuten festzuhalten, die auch das Publikum der Dieburger Fastnachtssitzungen zusammen mit der Prinzengarde erlebt. „Viele kriegen nur diese 20 Minuten mit“, sagt Loose. „Wir treffen uns aber um 21 Uhr und gehen um vier Uhr morgens heim“, ergänzt Krichbaum. Soll heißen: Von den Vorbereitungen auf den Auftritt, aber schlicht auch das nicht zwingend notwendige gesellige Drumherum sieht und hört der „normale“ Narr in der Sitzung wenig.

So treffen sich einige der Gardisten vor ihrem Auftritt am Abend einige Meter weiter zunächst im „Lehrer Lämpel“, um sich natürlich mit dem ein oder anderen Hütchen (Asbach-Cola) auf die kommenden Stunden einzustimmen. Verdursten muss auch hinter den Kulissen in der Römerhalle und beim gemeinsamen Feiern nach dem Auftritt niemand. Obgleich ein Abend mit der Garde nicht automatisch ein beschwipster sein müsse. „Es geht überraschend gesittet zu“, sagen die beiden schmunzelnd, nachdem sie ihr Filmmaterial ausgewertet, geschnitten und mit Musik unterlegt haben.

Bei allen acht großen KVD-Sitzungen filmten Krichbaum und Loose in diesem Jahr, brachten somit 100 Stunden Rohmaterial in den Kasten. Seit Monaten setzten sie sich einmal wöchentlich zum Schneiden zusammen, reduzierten alles auf ein 30-minütiges Endergebnis. In dem geben sie nicht nur Einblicke in die Umkleidekabine der Gardistinnen oder zum Tanz nach den Sitzungen, sondern zeigen zum Beispiel auch Kurzinterviews etwa mit Sängerin Freudl oder Garde-Chef Matthias Lohrum. Der Applaus war im „Petermann“-Hof, wo in guter Prinzengarde-Manier nach der Vorführung noch kräftig weitergefeiert wurde, war den beiden an diesem Abend gewiss.

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