15. Glückstalermarkt

„Wir haben es nie übertrieben“

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Zum Ende des 15. Glückstalermarkts des Gewerbevereins zeichnete Martkmeister Helmut Schelter (links) die langjährigen Mitstreiter Anne Sattig und Manfred Rau aus.

Dieburg - Als Sarah Celina Wunderlich als kleines Mädchen vor anderthalb Jahrzehnten über den Marktplatz lief und sie Helmut Schelter kurzerhand als Ziehungsfee an die Trommel mit den Glückstaler-Karten holte, ahnte sie wohl kaum, dass sie damit einen Dauerauftrag an Land gezogen hatte. Von Jens Dörr 

Seither und bis heute, da die Dieburgerin längst eine junge Frau ist, steigt auf dem Glückstalermarkt des Gewerbevereins die Stimmung, wenn sie zwischen tausenden von Karten wühlt. Dann fischt Wunderlich die Gewinner von Waren oder Gutscheinen aus der heimischen Geschäftswelt hervor. Seit 15 Jahren gehören die Glückstaler zum gleichnamigen Markt dazu - und mit ihnen einige Menschen. .

Wie Marktmeister Schelter ebenfalls nicht wegzudenken aus dem vorweihnachtlichen Treiben in der Innenstadt sind Anne Sattig und Manfred Rau. Sie beide zeichnete Schelter am letzten Glückstalermarkt-Tag des Jubiläumsjahrs 2014 für ihre treue Unterstützung seit den Anfängen im Jahr 2000 aus.

Damals war Sattig noch Vorsitzende des Heimatvereins, der den Glückstalermarkt von Beginn an wesentlich bereicherte: „Zusammen mit den Nachtwächtern ist er zu einem schönen kleinen Markt geworden“, hob Schelter in seiner kurzen Laudatio hervor. Mit den Nachtwächter-Rundgängen für Erwachsene wie Kinder, die auf dem Marktplatz beginnen und auf dem Glückstalermarkt zusätzlich für Frequenz sorgen, trägt der Heimatverein seit 15 Jahren mehr als nur ein Scherflein zum Gelingen bei.

Immer ein offenes Ohr

Schelter ehrte Sattig, die bis heute als Ehrenvorsitzende in die Arbeit des Heimatvereins involviert ist und sich längst nicht „nur“ um den Mühlturm kümmert, für ihren persönlichen Einsatz.

Den hob er auch mit Blick auf Manfred Rau hervor: Der Inhaber des direkt am Marktplatz gegenüber beheimateten „Mephisto“ habe bei Anliegen verschiedenster Art „immer ein offenes Ohr“ für den Gewerbeverein gehabt. Der Heimatverein veranstaltet zudem seine Märchenlesungen für Kinder im „Krone-Keller“ beziehungsweise im „Mephisto-Keller“ - beide Räumlichkeiten befinden sich unter dem Bistro und schaffen dort eine urig-gemütliche Atmosphäre.

Während Sattig, Rau sowie Volksbanker Thomas Daum, der sich wie Schelter für den Gewerbeverein ehrenamtlich an der Spitze des Glückstalermarkt-Teams engagiert, zu den Mitwirkenden der ersten Stunde gehören, wuchs die Mannschaft des Veranstalters über die Jahre hinweg an. „Früher waren wir Einzelkämpfer, das Team kam nach und nach zusammen“, sagte Schelter und nutzte den Ausklang zu einem Rückblick.

Heimeliges Flair auf Glückstalermarkt

Den Glückstalermarkt zeichne sein heimeliges Flair, die Qualität der Angebote und die Persönlichkeit der involvierten Dieburger Gruppen und Vereine aus. Das habe man nie zugunsten des - durchaus möglichen - Wachstums bei Buden, Beschickern und Besuchern geopfert. „Wir haben es nie übertrieben“, so Schelter, gleichwohl sich der Zuspruch sehen lassen und Gruppen und Vereine durchaus schöne Einnahmen erzielen können. So nahm in diesem Jahr Dieburgs Angelsport-Club erstmals teil und verkaufte allein an einem Freitagabend mehr als 100 geräucherte Forellen.

Schelter persönlich gilt bis heute die Gemeinschaft im Marktteam sowie mit den Gruppen und Vereinen - etwa die Pfadfinder, die Noteschnuffler, Dibscheshogger und der Musikverein St. Peter und Paul sind seit den Anfängen dabei - als größter Schatz der Veranstaltung.

Auch der freitägliche Plausch mit den prominenten Suppenköchen - hier hat Schelter unter anderem die Besuche von Jörg Roßkopf, Andreas Storm und jüngst Darmstadt-98-Vizepräsident Volker Harr in positiver Erinnerung - und die Auszeichnung durch den Hessischen Rundfunk als Adventsmarkt-Geheimtipp seien Höhepunkte gewesen. Bisher, wie Schelter verriet: Denn der Glückstalermarkt soll fortbestehen und der Unternehmer steht auch weiterhin als Marktmeister zur Verfügung.

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