Besucher rennen die Buden ein

Glückstalermarkt: Gelungener Auftakt

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Brechend voll war es am Freitagabend, immer noch gut besucht am Samstag, als dieses Foto entstand: Der 17. Glückstalermarkt des Dieburger Gewerbevereins hat begonnen. -

Dieburg - Der Glückstalermarkt des Gewerbevereins, den insbesondere Helmut und Andrea Schelter, Thomas Daum, Edgar Gutmann und Jürgen Hundertmark organisieren, ist am Wochenende verheißungsvoll gestartet. Von Jens Dörr

Beim Auftakt am Freitagabend, als auch die Nachtwächter des Heimatvereins für ihre Rundgänge vereidigt wurden, war es brechend voll im Buden- Halbrund auf dem Marktplatz. Auch der erste prominente Gast dieses Jahres, Oliver Schröbel von der Odenwälder Winzergenossenschaft, genoss das gemütliche Ambiente rund um den Weihnachtsbaum. Auf dem Glückstalermarkt hat es Tradition, dass Marktmeister Schelter an den Freitagabenden einen meist lokal oder regional verwurzelten Gesprächspartner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur oder Gesellschaft zum lockeren Plausch an der Bude des Gewerbevereins bittet. Auch Schröbel gab gern Auskunft und nahm sich viel Zeit für seinen Besuch. Den ließen sich am Freitagabend übrigens auch vier der voraussichtlich fünf Dieburger Bürgermeister-Kandidaten nicht nehmen.

Renée Exner (CDU) sowie Thomas Disser, Erik Marx und Frank Haus (alle parteilos) schauten vorbei. Marx hatte dabei einen besonderen Anlass, belebte „seine“ Feuerwehr am Wochenende schließlich eine der Buden. Lediglich der in Nordrhein-Westfalen lebende Hein Gottfried Fischer, der kürzlich allerdings noch ein paar Unterschriften benötigte, um die Zulassung zur Wahl zu erhalten (dafür muss ein Kandidat in Dieburg bis zu einer bestimmten Frist mindestens 74 Signaturen von in Dieburg lebenden Wahlberechtigten im Rathaus einreichen), war nicht zu Gast.

Neben der Feuerwehr belebten an beiden Tagen des ersten Advents-Wochenendes die Freien Sänger, die Fastnachtsgruppen Notenschnuffler und Krebbelschnude, die Angler und der Chor ConFuego die vorweihnachtliche Szenerie. Am Samstag waren die Abe-Migge vertreten. Musikalisch belebte am Freitagabend „Chor-Favor“ den Markt. Am Samstag, als es etwas weniger voll war als am Freitag, aber immer noch guten Zuspruch erhielt, zog Sarah-Celina Wunderlich die Gewinner von Gutscheinen und Sachpreisen im Rahmen der ersten Glückstaler-Verlosung. Wunderlich übernimmt die Aufgabe seit Kindesbeinen und ist dem Markt seit vielen Jahren treu.

Marktmeister Helmut Schelter brennt spürbar noch immer für den Glückstalermarkt. Sarah-Celina Wunderlich zog die Gewinner der ersten Auslosung.

Auch bei Marktmeister Helmut Schelter spürt man noch immer, dass er für den heimeligen Dieburger Adventsmarkt in der Innenstadt brennt. „Der Markt wird gut angenommen“, sagte er und spürte zum Auftakt nichts davon, dass die Verkehrssituation in Dieburg derzeit sehr angespannt sei. Hinsichtlich des vielfach kritisierten zu geringen Angebots an innenstadtnahem Parkraum vertrat Schelter eine andere Meinung: „Es gibt genug Parkplätze – nicht nur auf der Leer oder an der Römerhalle, sondern auch auf dem Festplatz, in der Eulengasse, hinter dem Museum, ja sogar am Rochus-Krankenhaus.“

All das könne man nun ja über den nördlichen Teil des Marktplatzes anfahren. Allerdings müsse – insbesondere die Parkmöglichkeit auf dem Festplatz im Schlossgarten – offensiver beschildert werden.

Ganz eigene Sorgen bei seinen Veranstaltungen macht dem Dieburger Gewerbeverein seit diesem Jahr allerdings die GEMA. In der Vergangenheit deckte eine Jahrespauschale in Höhe von 800 Euro die Abgaben für die öffentliche Aufführung von Musik (ob durch Livegruppen oder aus der „Dose“) für alle Gewerbevereins-Veranstaltungen wie Maimarkt, Martinsmarkt, „Dieburg in Blau“ oder aber den Glückstalermarkt ab. Nach einer „Reform“ hat sich dies nun extrem verteuert, jede Veranstaltung muss separat bezahlt werden. Allein für die vier Glückstalermarkt-Wochenenden berappt der Gewerbeverein in diesem Jahr fast so viel Geld wie in den Vorjahren für alle Events zusammen. Eine Handhabe zur Abmilderung habe man nicht, die GEMA lasse nicht mit sich reden. Schelter bezeichnete die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte am Samstag als „moderne Raubritter“. Die GEMA-Mehrkosten teilten sich am Glückstalermarkt Gewerbeverein und Budenbetreiber. Mitorganisator Thomas Daum: „Zum Glück haben wir von den Vereinen Verständnis erfahren.“

Martinsmarkt 2016 in Dieburg: Fotos

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