Großen Wallfahrt in Dieburg

Das Licht des Glaubens durch die Straßen getragen

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Am Vorabend der „Großen Wallfahrt“ zogen Tausende Katholiken bei der Lichterprozession durch die Innenstadt. Es waren so viele Gläubige wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Am morgigen Sonntag wird Stadtwallfahrt gefeiert.

Dieburg - In Dieburg kennt man zwei Jahreszeiten: Fastnacht und Wallfahrt. Jetzt im September sind die Gläubigen an der Reihe. Von Lisa Hager

Bei schönstem Spätsommerwetter feiern Tausende von Katholiken – Einheimische und Pilger von außerhalb – rund um das Fest Mariä Geburt ihren Glauben mit Lichterprozession und etlichen Gottesdiensten rund um die Gnadenkapelle.

Um die 4 000 Gläubige – so viele wie schon seit Jahren nicht mehr – gingen am Mittwochabend in der Lichterprozession mit: Der feierliche Zug durch Dieburg ist jedes Jahr einer der Höhepunkte der Wallfahrtstage im September und leitet die „Große Wallfahrt“ ein. Zum Gottesdienst, der der Prozession vorausging, begrüßte Stadtpfarrer Alexander Vogl den Mainzer Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), der umgeben von Priestern den festlichen Gottesdienst zelebrierte. Auf dem hell erleuchteten Hauptaltar erinnerte der Weihbischof an die „Sieben Schmerzen Mariens“. Die Gläubigen gaben sich den Friedensgruß, viele gingen zur Kommunion. Dann zogen die Fahnenträger voran, die Pilger folgten mit brennenden Kerzen in den Händen. Unterwegs wurden Fürbitten gesprochen – auch für die Zukunft des Krankenhauses St. Rochus wurde Beistand erfleht.

Am Donnerstag begingen die Gläubigen dann die „Große Wallfahrt“ mit Eucharistiefeier, Festgottesdienst und Marienandacht. Mit dabei waren wieder viele Pilger aus Kirchzell, die seit 386 jahren nach Dieburg kommen.

Am morgigen Sonntag folgt die Stadtwallfahrt, dazu kommt eine große Pilgergruppe aus Eppertshausen. Den Festgottesdienst um 10 Uhr hält Prior Rigobert Beck aus Mainz. Gleichzeitig ist Kindergottesdienst. Um 14.30 Uhr folgt eine Marienandacht der Frauengemeinschaft St. Peter und Paul. Am Dienstag 13. September, ist um 14.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst für Senioren. Den Abschluss bildet dann die Wallfahrt der Heimatvertriebenen am Sonntag, 18. September.

Eine Premiere gab es für die Bewohner des Altenzentrums St. Rochus: Sie konnten die Wallfahrt live miterleben. Die vom Seniorenbeirat der Stadt organisierte und von der Firma Thengo installierte Übertragung war ein voller Erfolg. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, die Markus Brechtel von der Firma Thengo hervorragend meisterte, lief die Übertragung bei sehr guter Bild- und Tonqualität problemlos ab. Die anwesenden 20 Heimbewohner feierten den Gottesdienst teilweise aktiv mit, sangen die Lieder – soweit es ging – mit und hörten aufmerksam den Worten der Zelebranten auf dem Wallfahrtsplatz zu. „Diese gelungene Liveübertragung in das Altenzentrum war für alle Beteiligten technisches Neuland. Es macht Mut zu weiteren Übertragungen, auch in andere Einrichtungen“, so Hans Rohmann vom Seniorenbeirat. Eigentlich sollte es die Premiere einer Übertragung für Senioren schon beim Fastnachtsumzug geben – der war ja aber bekanntlich wegen des schlechten Wetters ausgefallen. „Das werden wir 2017 noch mal anpacken“, heißt es beim Seniorenbeirat.

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