Codierungsaktion der Polizeistation Dieburg

Ein Tattoo fürs Fahrrad

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Per Nadeldruckgerät schreibt Dieter Bertow – ähnlich wie beim Tätowieren – den individuellen Code auf den Rahmen.

Dieburg - „Finger weg! Mein Rad ist codiert!“ Mit diesem Warnspruch und der zugehörigen individuellen Codierung sollen Fahrraddiebe künftig abgeschreckt und die Rückführung eines geklauten Rads zum eigentlichen Inhaber vereinfacht werden. Von Florian Rieger

Am Mittwoch konnte man bei einer Fahrradcodierungsaktion der Polizeistation Dieburg seinen Drahtesel brandmarken lassen. Die Nachfrage bei den Dieburgern war groß.

Gängige Sicherheitsvorkehrungen für das eigene Fahrrad sind hauptsächlich Schlösser verschiedenster Art, von dünnen Spiralkabelschlössern bis hin zu massiven Bügel- oder Panzerkabelschlössern. Aber was tun, wenn einem trotz dieser Schutzmaßnahmen das Rad geklaut wird? Eine große Hilfe kann eine individuelle Codierung sein. Dabei wird mithilfe eines speziellen Nadeldruckers binnen fünf Minuten ein Code in den Fahrradrahmen gestochen. Dieser enthält Kraftfahrzeugkennzeichen, Gemeindeschlüssel, Straßenschlüssel sowie die Hausnummer und Initialen des Inhabers. Die persönliche Zahlenkombination kann von Fundämtern und Polizeidienststellen entschlüsselt und daraufhin der rechtmäßige Besitzer des Rads ermittelt werden.

Das Interesse bei den Dieburger Radbesitzern war groß. „Am ersten Tag der Anmeldung waren wir schon nach einer Stunde komplett ausgebucht“, so Rolf Wagner von der Polizeistation Dieburg. Insgesamt ließen an dem Tag 36 Radfahrer ihren Drahtesel codieren. Seit Anfang des Jahres steht der Polizei dabei ein neues Gerät zur Verfügung. Mit dem 6 000 Euro teuren Nadeldrucker hat man mehr Freiheiten was die Platzierung der Zahlenkombination angeht. Zudem können auch die zu E-Bikes zugehörigen Akkus bedruckt werden. „Ich habe mir erst vor zwei Wochen ein E-Bike für 2 500 Euro gekauft. Und der Akku allein kostet nochmal 850 Euro. Da kam mir die Aktion hier ganz gelegen“, meint Günther Gotta aus Rödermark.

Zusätzlich zur Codierung empfiehlt die Polizei auch die Führung eines Fahrradpasses, der die Identifikation von Rad und Besitzer erleichtern soll. Wer die Codierungsaktion am Mittwoch nicht wahrnehmen konnte, hat am kommenden Wochenende, 6. bis 8. Mai, die auch noch die Möglichkeit, zum Maimarkt in Dieburg zu radeln. Dort ist auch in diesem Jahr wieder das Polizeipräsidium Südhessen vertreten und bietet neben einer Beratungsstelle auch die Möglichkeit der individuellen Fahrradcodierung an.

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