Soziale Kompetenzen lernen an der Goetheschule

Sportsfun Day: gute Ergebnisse nur im Team

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Klettern an der Wand und dabei einen geschlängelten Parcours ablaufen. Das funktioniert nur durch geschicktes Zusammenspiel in der Gruppe. Zum Sportsfun Day gehörten aber auch lockerere Übungen in einem großen Laufball.

Darmstadt/ Dieburg - Nicht nur Mathe und Deutsch – auch soziale Kompetenzen müssen erlernt werden, etwa durch Gruppenarbeit. Aufgaben im Team zu lösen, galt es jetzt an der Goetheschule. Von Stefan Scharkopf 

In fünfeinhalb Metern Höhe setzt die Sechstklässlerin Fuß vor Fuß. Auf einem 20 Quadratmeter großen Transparent geht sie einen aufgezeichneten Laufweg ab, und zwar in Schräglage. Denn die große PVC-Folie ist mit einer Alustange an der Hallenwand angebracht. Gesichert wird die Schülerin mit Hilfe zweier Seile, die über die an der Stange befestigten Umlenkrollen geführt werden. Am anderen Ende der Seile ziehen ihre Schulkameraden das Mädchen in die Höhe. Sie müssen geschickt agieren, damit die 13-Jährige den verschlungenen Pfad auch exakt abschreiten kann– und dabei möglichst wenig Fehler macht. Die Klasse hat fünf Minuten Beratungszeit, um eine Lösungsstrategie für die Aufgabe zu entwickeln. Ohne Teamarbeit, Kommunikation und die gemeinsame Suche nach Lösungen läuft nichts.

Diese drei Komponenten zählen zu den sogenannten „Soft Skills“, soziale Kompetenz also, die heutzutage die zentrale Befähigung für eine berufliche und gesellschaftliche Integration von jungen Menschen sind.

Die Sportjugend Hessen konfrontierte Schüler der Goetheschule nach 2013 zum zweiten Mal mit einem umfangreichen Angebot an kooperativen Stationen, bei denen herausfordernde Aufgaben nur im Team gelöst und bewältigt werden können. „Es geht um die Fähigkeiten jedes Einzelnen, gemeinsam mit seinen Mitmenschen komplexe Aufgaben zu bewältigen, Probleme zu lösen und auch Konflikte konstruktiv zu bearbeiten“, sagt Matthias Kringel von der Sportjugend Hessen. Angesprochen werden sollten in den Übungen Geist, Körper und Bewegungsdrang gleichermaßen. Der Sportsfun Teamday an der Goetheschule bot den Schülern am Freitag vielfältige Möglichkeiten, ihre Team- und Kommunikationsfähigkeit innerhalb der Klassengemeinschaft zu erproben. Für diesen Kompetenzwettbewerb gab es sieben Stationen. Mal galt es, mit einem gespannten Tuch, in dessen Mitte ein gefülltes Wasserglas stand, einen Hindernis-Parcours zu absolvieren, mal musste eine Strecke innerhalb von 15 Minuten nur mit kleinen Holzbrettern als Trittfläche überwunden werden, ohne den Boden zu berühren. Auch hier galt: Ohne Zusammenarbeit, ohne dass ein Rädchen in das andere greift, ist die Aufgabe nicht zu bewerkstelligen.

„Wichtig ist auch eine Reflexion mit der Gruppe im Anschluss“, so Matthias Kringel. Mit den Lehrern wurde besprochen, wie die Zusammenarbeit funktioniert hat und wo sie künftig verbessert werden kann. Von ihnen wurde erwartet, dass sie die Schüler gewähren lassen und keine eigenen Lösungsstrategien entwickeln.

Ergänzt wurden die einzelnen Stationen, die nicht nur auf dem Schulgelände, sondern teils auch im Schlossgarten zu absolvieren waren, durch ein umfangreiches Sportangebot, bei dem die Teamfähigkeit einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellt. So wurden Tischtennis, Baseball und Streetsoccer gespielt. Die Tanzschule Wehrle beteiligte sich mit Videoclip-Dance.

Ermöglicht wurde das gesamte Projekt durch die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen und die Sparkasse Dieburg, die zusätzlich einen Preis für die Gewinnerklasse der Team-Kletterstation gestiftet hat. Die beste Klasse gewann im Anschluss an den Teamday ein halbtägiges intensives Training mit einem Profi der Sportjugend Hessen.

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