Lions Club spendet Geld für Intensivklassen

Hilfe im Ungewohnten

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Goethe-Schulleiter Christof Maruschka (Mitte) freut sich gemeinsam mit einer Intensivklasse über die 2 000-Euro-Spende des Lions Club Dieburger Land.

Dieburg - Chancen schenken: In drei Intensivklassen lernen Flüchtlinge an der Goetheschule, was es heißt, in Deutschland Unterschlupf zu finden. Der Lions Club Dieburger Land spendete diesem Projekt nun 2 000 Euro. Von Eva-Maria Lill 

An der Zimmertür hängt ein laminiertes Din-A4-Plakat. Darauf: Die Flaggen der Länder, aus denen die Schüler stammen. Polen, Italien, Afghanistan, Eritrea. Viele von ihnen sind nach Deutschland geflohen, um Schutz zu suchen. Schutz vor Krieg, Schutz vor schlechter Wirtschaft. An der Goetheschule Dieburg lernen sie, mit der Situation umzugehen. Seit 2007 gibt es dort Intensivklassen für Kinder von Migranten, die kaum Deutsch sprechen. Mittlerweile erhalten über 40 Schüler in drei Gruppen die Chance, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. Sie sind zwischen elf und 16 Jahre alt und wohnen in Dieburg oder in den umliegenden Orten im Osten des Landkreises. Im Unterricht der kooperativen Gesamtschule beschäftigen sie sich unter anderem mit Deutsch, Mathe, Englisch, Kunst und Darstellendem Spiel. Einige sind von der Flucht traumatisiert, wenn sie das erste Mal die Schulbank drücken.

„In den Gruppen treffen Altersgruppen, Sprachen, Kulturen, Religionen und Vorkenntnisse aufeinander“, erklärt Lehrerin Ursula Zimmermann, die 2007 die erste Intensivklasse in Dieburg übernahm. „Schwierig ist, dass die Kinder zu verschiedenen Zeiten im Jahr dazustoßen. Um es überspitzt zu formulieren: Wenn im Mittelmeer ein Boot kentert und sich die Jugendlichen bis hierhin durchschlagen, sind sie eben da. Flüchtlingsankünfte richten sich nicht nach dem Beginn des deutschen Schulhalbjahres.“

Der Lions Club Dieburger Land spendete dem Projekt nun 2 000 Euro. Präsidentin Barbara Raudszus und Gründungspräsident Norbert Günther überreichten den Scheck den Kindern und Schulleiter Christof Maruschka. Auch die Klassenlehrerinnen Ursula Zimmermann, Petra Sturm und Ewa Ramm freuten sich über die Spende. „Die Regelzeit in den Intensivklassen beträgt ein Jahr. Wir werden das Geld für Anschlussförderung nutzen. Aber auch dafür, den Unterricht noch effektiver zu gestalten“, erläutert Christof Maruschka.

Auch in den Klassen selbst ist die Euphorie über den finanziellen Zuschuss groß. Lachend nehmen die Jugendlichen den Scheck entgegen. „Wir machen sehr positive Erfahrungen mit den Schülern. Besonders auch mit denen, die aus Krisengebieten stammen“, sagt der Schullleiter. „Wir merken richtig, wie dankbar sie sind, dass sie diese Chance bekommen. Sie sind absolut keine Belastung, viel mehr eine Bereicherung.“ Mehr als fünfzig ehemalige Intensivschüler lernen mittlerweile in regulären Klassen, viele wollen das Abitur machen und studieren.

Elternvertreter und Lions- Club-Gründungsmitglied Günter Hüttig verdeutlicht: „Getreu unserem Motto: Freude schenken, Gutes tun, unterstützt der Lions Club besonders Projekte, die Kindern eine Perspektive vermitteln.“ Das Geld stammt aus dem Budget-Topf des Clubs, gefüllt von diversen Benefizveranstaltungen wie dem Kürbismarkt in Groß-Zimmern. Auch in Zukunft kann sich der 2013 gegründete Lions Club Dieburger Land eine Zusammenarbeit mit den Intensivklassen vorstellen. Hüttig verrät: „Unsere Themen orientieren sich am aktuellen Zeitgeschehen. Momentan arbeiten wir an Ideen zum Thema Gewaltprävention in den Medien.“

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