Packende Auferstehung

Hunderte feiern das 66-jährige Bestehen der Prinzengarde

+
So sieht ausgelassene Stimmung aus: Die Mitglieder der Prinzengarde sorgen für Feierlaune auf dem Festgelände.

Dieburg - Mit drei Kanonenschlägen feuerte die Dieburger Prinzengarde am Freitagabend den Startschuss zur Feier ihres 66-jährigen Bestehens ab. Was folgte, waren drei Tage Party mit Bezug zur heimischen Fastnacht. Von Jens Dörr 

In Anlehnung an das einstige „Priga“-Quartier und den Ort der Fete erstand dabei das 1985 abgerissene „Café Mayer“ wieder auf – aus einem alten DIN-A4-Foto. Das hatte Gardist Uli Hieber dem „Priga“-Kameraden Louis Glober zur Verfügung gestellt, der sich der gestalterischen Aufgabe annahm, die Druckvorlage für fünf riesige Planen zu schaffen. In 25 Arbeitsstunden passte Glober Perspektiven und Farben an, schuf die technischen Voraussetzungen für die Endprodukte. Die verschmolzen am Wochenende zwischen der Brückenmühle und der Metzgerei Schilling zum Gesamt(kunst)werk. An dieser Stelle hatte das Café Mayer jahrzehntelang die Dieburger bewirtet. Die berühmten Nusstörtchen wurden für das Fest von der Bäckerei Enders nachgebackenen und am Sonntag in limitierter Zahl angeboten.

Eine, die sich daran noch gut erinnern kann, ist Anneliese Schücking: Als eine der zwei Mayer-Töchter, half sie einst auch selbst im Café mit, als das bereits von ihrer Schwester Hiltrud Pfeil und deren Mann Rudi betrieben wurde. Die heute im nordrhein-westfälischen Neuss lebende Schücking wurde von der Prinzengarde als Festwirtin gewonnen, eröffnete gemeinsam mit dem „Priga“-Vorsitzenden und Leutnant Matthias Lohrum „die große Feier im Café Mayer“. „Eigentlich müsste jetzt Hiltrud hier stehen“, gab sie zu bedenken. „Sie guckt heute mit Rudi vom Himmel herab.“

Alleine war Schücking am Freitag dennoch nicht – und das nicht nur wegen der mehreren hundert Besucher, die bereits der Eröffnung beiwohnten und schon am frühen Abend kaum mehr einen Sitzplatz frei ließen. Nach Dieburg hat Schücking weiterhin familiäre Bindungen und eine ihrer Töchter war zudem aus München angereist. Den Bieranstich übernahm schließlich im Beisein von Wolfgang Koehler, Geschäftsführender Gesellschafter der Darmstädter Brauerei, „Priga“-Major Albercht Dienst. Die folgenden friedlichen Feierstunden sollten von mehr Erfolg gekrönt sein als seine offenbar etwas zu harten Schläge gegen das Fass. Der guten Stimmung tat das zum Auftakt freilich keinen Abbruch, zumal die Äla-Fetzer und der Katholische Kirchenmusik-Verein Klein-Zimmern zur ausgelassenen, ein bisschen an die „tollen Tage“ erinnernden Atmosphäre beitrugen. Äla-Fetzer und KKM hatten auch den Einmarsch der Garde durchs „Café Mayer“ und die dortige Bar (betrieben von der Damengarde) aufs Festgelände angeführt. Da etliche Aktive in die Arbeit vor und hinter den Kulissen involviert waren, liefen den kurzen Weg ab der Fastnachtskneipe „Petermann“ jedoch nur relativ wenige Gardisten mit. Den Rest der Eröffnungszeremonie machten lobende Worte aus Narretei, Politik und Vereinen aus. Anneliese Enders verpackte als „Wirtin von der Moret“ in ihre Glückwünsche noch ein bisschen Werbung fürs Naturfreundehaus. Pfarrer Alexander Vogl verkündete spontan, eine Bierspende von einem Hektoliter wolle sich angesichts des besonderen Anlasses auch die Pfarrei St. Peter und Paul leisten. Den weiteren Freitag gestalteten Atze & Friends mit vielfältiger Stimmungsmusik. Der kurze Regenschauer verscheuchte nur die wenig-  sten der gut gelaunten Besucher. Am Samstagabend bewegten sich C. I. O. eher im rockigen Genre – nach einer Talkrunde mit Anekdoten zum „Café Mayer“, die einstige Gäste erzählten. Schon am Vor- und Nachmittag hatte Stihl mit den Timbersports-Vorführungen den Leer-Parkplatz belebt und Einblicke ins Sportholzfällen gegeben.

Prinzengarde Dieburg feiert 66-jähriges Bestehen: Fotos

Tanzgruppen des KVD und die Präsentation des Gardelieds zum Jubiläum bereicherten den Samstag und Sonntag. Am Abschlusstag sorgte nach einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche der Musikverein St. Peter und Paul für einen würdigen Rahmen des Einzugs auf das Festgelände. Später marschierte zudem der Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg durch die Innenstadt. Beim Frühschoppen hatten da viele schon so manche schöne Geschichte von „sellemols“ ausgetauscht – über Dieburgs Fastnacht, die Prinzengarde und die einstigen Besuche im „Café Mayer“.

Kommentare