Internationales Spielefest am Nordring

Zwischen Toleranz und Pedalos

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Auch Konzentration und Geschicklichkeit waren beim internationalen Spielefest am Nordring gefragt.

Dieburg - Luftballons, laute Musik, leckere Kuchen und jede Menge gute Laune: Das internationale Spielefest lockte Kinder aus Dieburg und Münster am Donnerstagnachmittag in den Nordring. Von Konstanze Löw 

Im Rahmen der interkulturellen Woche wurde hier an verschiedenen Stationen das Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ gelebt und vermittelt. „Oh heppo di taja he, oh heppo di tja he“ wird lautstark von den spielbegeisterten Kindern am Nordring gesungen. Musikalisch mit dem Akkordeon begleitet wird die Gesangseinlage zur Eröffnung des Internationalen Spielefests von Lother Oberle, dem Schulleiter der Marienschule. „Die komische Sprache, die wir alle nicht verstehen können und trotzdem mitsingen, zeigt vielleicht, dass wir alle irgendwie gleich sind“, interpretiert der neunjährige Luca das Ständchen.

Und gleich darauf war das bunte Spielefest in vollem Gange: An 23 Stationen konnten sich die Kinder beim Dosenwerfen, Tauziehen und Pedalos-Rennen austoben und miteinander in Kontakt kommen. „Integration funktioniert am besten, wenn man Kinder jeglicher Nationen durchmischt“, ist Olesya Wowes von der Jugendförderung Dieburg überzeugt. Und so passierte es auch an diesem Nachmittag: 100 Kinder - Flüchtlinge, Deutsche, Asylanten - verbrachten ereignisreiche Stunden miteinander. „Das ist bei Kindern immer so schön unkompliziert. Sie spielen einfach zusammen und finden immer einen Weg, miteinander zu kommunizieren. Und das ganz ohne Vorurteile“, berichtete Olesya Wowes weiter. Organisiert wurde das Fest von fünf Dieburger Schulen (Anne-Frank-Schule, Goetheschule, Gutenbergschule, Marienschule und Alfred-Delp-Schule), der Münsterer John-F.-Kennedy-Schule sowie der Jugendförderung Dieburg und dem Dieburger Asylkreis.

Die Kinder waren nicht nur von den einzelnen Spielstationen begeistert, sondern auch davon, ohne auf den Verkehr achten zu müssen, auf der Straße toben zu können. Denn ihnen stand an diesem Mittag eine besonders große und zugleich ungewöhnliche Spielfläche zur Verfügung: Extra für das Fest wurde ein Teil der Lagerstraße gesperrt. Besonders freuten sich die Veranstalter über die ehrenamtliche Unterstützung vieler Jugendlicher. „Wirklich viele wollen helfen und sich engagieren. Sie werfen einen Blick auf die jüngeren Kinder und packen an, wann immer es nötig ist“, freute sich Heinz Albers vom Asylkreis. Für die ehrenamtlich engagierte Johanna aus Dieburg ist die Hilfe selbstverständlich. So ein Fest, das alle Kulturen verbindet und integriert, müsse man einfach unterstützen, findet die 15-Jährige.

Und dann wartete noch ein Highlight vor allem auf die fußballbegeisterten Kids. Denn für extra das Nordring-Spielefest hat der Sportclub Hassia dem Jugendcafé eine Torwand geschenkt, die an diesem Mittag als eine der Stationen diente. Fußball kommt bei Hakan und Philipp besonders gut an: „Das ist unsere Lieblings-Station“, waren sich die beiden Zweitklässler einig. Die Wand wird im Jugendcafé aufbewahrt und soll so oft wie möglich zum Einsatz kommen. Natürlich auch wieder im nächsten Jahr am Nordring, denn die Veranstalter wünschen sich, dass das Fest Tradition wird.

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