In der Kita „Am Ruhbäumchen“ sind die Hühner los

Kindertagesstätte mietet eierlegendes Federvieh

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Unter der Aufsicht von Annett Nolte dürfen die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte „Am Ruhbäumchen“ in Dieburg bei den handzahmen Vögeln auf Tuchfühlung gehen.

Dieburg - Normalerweise mietet man Wohnungen, Autos oder Ferienhäuser. Doch seit 2013 kann man beim Hühnerhof Lüft in Seligenstadt sogar Hühner mieten - das ganze nennt sich „Rent a Huhn“. Von Florian Rieger 

Die evangelische Kindertagesstätte „Am Ruhbäumchen“ in Dieburg hat von dort derzeit rund ein halbes Dutzend handzahme Hühner gemietet und lässt die Kinder ein Stück Bauernhof erleben. Wenn man sich derzeit dem Kindergarten „Am Ruhbäumchen“ in Dieburg nähert, hört man zwar das Geschrei von tobenden Kindern, wirklich viele von ihnen sieht man jedoch auf den ersten Blick nicht. Erst wenn man um die Hausecke geht, erkennt man eine Traube an Kindern, die sich an ein kleines, umzäuntes Gehege drängen. Darin sind nämlich gerade ganz besondere Gäste zu Besuch. Rund ein halbes Dutzend Hühner tummeln sich für zehn Tage auf dem Außengelände des Kindergartens und lassen die Kinder etwas Landleben genießen. Anfassen ist ausdrücklich erlaubt, denn die Tiere sind allesamt handzahm.

Bauer Michael Lüft aus Seligenstadt ist der Initiator der Aktion und Vermieter der Hennen. In Seligenstadt betreibt er einen Hühnerhof mit rund 600 Tieren. Die gackernden Vögel kann man von einer bis zu sechs Wochen mieten. Zusätzlich bekommt man je nach Bedarf auch Stall, Futter, Futter- und Wasserautomat, Einstreu für das Nest und bis zu 25 Meter Zaun mitgeliefert. „Platz ist theoretisch in jedem Garten“, so der Huhn-Vermieter. Zu den Kunden gehören Privatpersonen, Altenheime, Schulen und Kindergärten, wie die Kita „Am Ruhbäumchen“.

Neben dem Beobachten, Streicheln und Füttern der Vögel lernen die Kinder auch, wann die Tiere ihre Ruhe brauchen und natürlich auch wo die Eier herkommen. Die Kinder sollen nämlich nicht denken, dass alle Lebensmittel aus dem Supermarktregal kommen. Erfreulicher Nebeneffekt bei „Rent a Huhn“ ist, dass man die gelegten Eier auch behalten darf und genau weiß, von welcher Henne es kommt und unter welchen Umständen es lebt.

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

Als eine kleine Gruppe von Kindern gerade zusammen mit der stellvertretenden Leiterin der Kita, Annett Nolte, das Dach des kleinen Stalls anhebt, um hineinschauen zu können, meint die Kindergärtnerin: „Oh, da legt eine Henne gerade ein Ei. Da müssen wir sie in Ruhe lassen.“ Doch kurz darauf ist es bereits soweit. Eines der Kinder hält das frisch gelegte, noch warme Ei in der Hand. „Das ist bis jetzt schon das achte Ei. Aber bei einem ist ein Unfall passiert, das war schon zermatscht, als wir nachgeschaut haben“, berichtet ein anderes Kind. Annett Nolte ist begeistert von der Aktion „Rent a Huhn“: „Den Kindern macht es riesen Spaß, außerdem lernen sie auch was dabei. Wir sagen immer: Wir finden es tierisch gut.“

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