Sonnwendfeuer 

In Windeseile lodern Flammen hoch

Das Klein-Zimmerner Mundharmonikaorchester bringt Stimmung auf die Sonnwendfeier.

Klein-Zimmern - Das traditionelle Sonnwendfeuer geht am Samstagabend ab wie eine Rakete. Nur ein wenig Stroh, in die Ritzen gestopft, ist nötig, um das Fichtenholz in Windeseile zu entzünden. Von Ulrike Bernauer 

Der Kultur- und Kerbverein (KuK) legt als Veranstalter großen Wert auf Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Nach zwei, drei Minuten steht der Holzstoß voll in Flammen und die Zuschauer, die sich nah um das Feuer gruppiert haben, weichen schnell zurück. Die Hitze ist – selbst ein paar Meter von den Flammen entfernt – unerträglich.

„Das Holz war richtig trocken“, sagt zufrieden Joachim Köbel, der den Holzstoß aufgesetzt hat und nun das Feuer beobachtet. Zwischendurch schickt er zwei junge Feuerwehrleute los, die mit Feuerpatschen die Flammen ausschlagen, die sich inzwischen über die Wiese fressen. Der Regen der letzten Tage hat noch nicht viel genutzt, die Wiese ist immer noch sehr trocken und kleine Flämmchen züngeln immer wieder hoch. Die meisten Zuschauer beobachten das Geschehen von weiter weg, bequem sitzen sie unter dem aufgestellten Zelt auf den Bierbänken. Immer wieder brandet Applaus auf, das Klein-Zimmerner Mundharmonikaorchester, fünf Herren in schon gesetzterem Alter, haben wieder ein Stück zum Besten gegeben.

Martin Pöttcher hat sich mit seinen beiden Söhnen Jens (7) und Lars (5) so nah wie möglich an das Feuer begeben. Das sind nach einer Stunde aber immer noch etliche Meter, näher lässt es die Hitze nicht zu. Lars würde eigentlich gerne einen Schilfwedel ins Feuer halten, aber so nah kommt er gar nicht an die Flammen heran. Jens findet das Sonnwendfeuer toll, erinnert sich aber auch an ein Osterfeuer in Nedlitz in Sachsen-Anhalt. „Das war noch viel größer.“

Feuerwehr musste angemeldet werden

Vier Kubikmeter Fichtenholz hat Förster Martin Starke den Klein-Zimmernern für ihr Brauchtumsfeuer zur Verfügung gestellt. Bevor Köbel das Streichholz an den Holzstoß halten kann, waren viele Arbeiten notwendig. „Das Feuer musste bei der Gemeinde und der Feuerwehrleitstelle angemeldet werden“, erzählt Köbel, „man benötigt eine Genehmigung.“ Auch mit den Naturschützern, hier mit dem NABU-Vorsitzenden Dr. Lothar Jacob ist der Platz des Feuers abgestimmt. Der Kultur- und Kerbverein (KuK), Veranstalter des Sonnwendfeuers legt Wert darauf, dass die Natur so wenig wie möglich beeinträchtig wird. Dazu gehört auch, dass Würstchen und Steaks nur in Brötchen und Servietten gereicht werden. Es fallen als Abfall also keine Plastikteller an. Beim Bier hat man sich auf Flaschen mit Bügel beschränkt, so dass es keine Kronkorken gibt.

„Schließlich wollen wir das Fest genießen“, sagt Walter Götz vom KuK, der hinter dem Grill steht. Er erinnert auch noch mal an den Hintergrund des Feuers. „Schon die alten Kelten feierten die Sonnwende mit Feuer, um an den längsten Tag des Jahres zu erinnern. In Klein-Zimmern haben wir das vor über 20 Jahren eingeführt, ob es das früher hier schon gab, ist uns nicht bekannt.“ Die Kinder schauen nicht nur ins Feuer, sondern nutzen das Stroh zum Spielen.

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