Ab Montag wieder regulärer Betrieb

Kreishaus empfängt mit Licht und Luft

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Geschäftiges Treiben im neuen Kreishaus: Wenn die ersten Besucher am Montagmorgen kommen, sollen die Büros ein- und die Kisten ausgeräumt sein.  

Dieburg - 2013 rollten die Umzugswagen an. Kisten und Mobiliar wurden aus dem Dieburger Kreishaus getragen. Die hier ansässigen Behörden machten den Weg frei für Sanierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen. Von Laura Hombach 

Nun bewegten sich Kisten und Mobiliar in die umgekehrte Richtung: Die Kreismitarbeiter kehren zurück, ab Montag nimmt das Kreishaus wieder seinen regulären Betrieb auf. Zwei Jahre und fünf Monate waren die Mitarbeiter der in Dieburg ansässigen Kreisämter weg. Jetzt kehren sie zurück. Äußerst geschäftig geht es dabei gestern an der Albinistraße zu: Vorm Haupteingang wird weiter an der Gestaltung des Vorplatzes gearbeitet. Im Inneren verrichten Handwerker die letzten Handgriffe. Möbelpacker manövrieren Kisten von am Hintereingang vorfahrenden Umzugstransportern an ihren Bestimmungsort. Dazwischen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die Kisten auspacken und ihre Büros einrichten.

Keine Klimaanlage, aber Nachtbelüftung

Deckenhohe Fenster sorgen für viel Licht in den Büros. Die perforierten Metallflächen vor den Fenstern halten bei der automatischen Nachtbelüftung über die Fenster ungebetene Gäste fern.

Die Stimmung ist gut. Kein Wunder. Denn die Mitarbeiter dürfen in ein freundlich gestaltetes, nach Passivhausstandard saniertes Gebäude zurückkehren. Von überall strömt Licht in Büros und breit angelegte Flure, dafür sorgen großzügige, deckenhohe Fensterfronten und Glastüren. Bei einem Zuviel an Licht und Sonnenwärme treten vor den Fenstern befindliche Sonnenblenden sowie im Büroinneren angebrachte Blendschutzvorrichtungen in Aktion. Auf eine Klimaanlage wurde im neuen Kreishaus zwar verzichtet. Dafür sorgt eine automatische Nachtbelüftung über die Fenster für ein angenehmes Raumklima am nächsten Morgen. Vor ungebetenen Besuchern schützen dabei die vor den Fenster angebrachten perforierten Aluminiumflächen. „Der Standard, mit dem wir hier gebaut haben, sollte uns auch für die nächsten 30 Jahre gut dienen“, zeigt sich Rainer Leiß, Verwaltungsleiter des Landkreises, am Freitag beim Vorort-Termin stolz auf das neue Dieburger Kreishaus.

Abgerisssen, weil nicht sanierungsfähig, und neu gebaut worden ist dabei der Verbindungsbau zwischen dem denkmalgeschützten Altbau aus dem Jahr 1908 und dem so genannten Hochhaus aus dem Jahr 1960. In diesem Gebäudeteil liegt auch der großzügig gestaltete Eingangsbereich, in den Besucher des neuen Kreishauses nach Aufstieg über die breit angelegte Freitreppe gelangen. Hier ist zugleich auch der Hauptwartebereich eingerichtet. Rund einhundert Behördenbesucher sollen auf den bereitgestellten Sitzgelegenheiten Platz finden. Auch drei Bürgerbüro-Arbeitsplätze sind hier angesiedelt. Von hier aus werden die Besucher an die zuständigen Stellen geleitet beziehungsweise direkt bedient. Besucher der Ausländer- und Fahrerlaubnisbehörde werden über einen Monitor darüber informiert, wann sie an der Reihe sind.

Mehr feste Termine

Indes geht der Trend bei der Ausländerbehörde ohnehin dahin, den Besuchern das Warten so weit wie möglich zu ersparen, erläutert Leiß. Ihnen soll zukünftig verstärkt die Vereinbarung eines festen Termins angeboten werden. Neu und den Wartenden sicherlich sehr willkommen ist indes auch ein kleines Bistro in der Eingangshalle, das Getränke und mittags auch kleine Speisen anbietet. Ab Montag nun können sich die Besucher vom neuen Kreishaus selbst ein Bild machen. Ein Gebäudeleitsystem hilft bei der Orientierung. Dabei ist die Volkshochschule wieder im Altbau untergebracht, der grundhaft saniert wurde. Den neu gebauten Mittelteil und das Hochhaus, das bei der Sanierung komplett entkernt wurde, teilen sich die Fachbereiche Ausländerwesen, Soziales, Pflege und Senioren, Verkehr, Zuwanderung und Flüchtlinge, Ordnungs- und Gewerberecht, Kultur sowie die Kommunalaufsicht.

Bilder: Dieburg in Blau

Doch wenn Leiß beim Termin am Freitag auch zuversichtlich ist, dass von den vielen vollgepackten Kisten, die in den Korridoren noch aufs Auspacken warten, am Montagmorgen kaum noch etwas zu sehen sein wird, ganz fertig wird das neue Kreishaus wohl erst gegen Ende der Woche sein. Viel zu tun gibt es bis dahin noch auf dem Vorplatz, wo es reichlich Fläche zu gestalten gilt. „Da wären wir gerne eine Woche weiter“, räumt Leiß ein. Dennoch ist der Weg zur Freitreppe bereits fertig gestellt - taktile Leitelemente für Blinde und Sehbehinderte inklusive. Etwas gedulden, vermutlich bis Freitag, müssen sich indes diejenigen, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind. Für sie ist ein seitlich an der Treppe befindlicher Plattformlift vorgesehen, aber noch nicht eingebaut. Bis es soweit ist, kann das Kreishaus über den Wirtschaftshof barrierefrei erreicht werden. Insgesamt zeigt sich Leiß mit dem Verlauf der Sanierungsmaßnahme sehr zufrieden. Nicht nur konnte der Wiedereinzugstermin im Juli gehalten werden, auch bei den geplanten Kosten von 18 Millionen Euro werde die Zielrichtung eingehalten.

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