Werke ab morgen in Schloss Fechenbach

Künstler Sylvain Hénon: Dieburg in Eichenholz geritzt

Dieburg - Sylvain Hénon ist Künstler durch und durch. Vielen Dieburgern ist sein Atelier in der Steinstraße bekannt, kreative Geister aus dem Umkreis besuchen seine Kunstschule. Von Konstanze Löw 

Ab morgen stellt Hénon seine Werke im Museum Schloss Fechenbach aus, einige der Motive werden den Besuchern bestens bekannt sein. Weißer Hintergrund, darauf schwarze Farbe, gerahmt im schlichten Holz. Zu sehen sind Cafés, Treiben in der Innenstadt, Kirchtürme und Fachwerkhäuser. Doch spätestens beim zweiten Hinsehen wird klar: Das kennt man doch! Die Holzschnitte von Sylvain Hénon zeigen nicht irgendwelche Ausschnitte aus verschiedenen Städten, sondern sein Dieburg. In robustes Eichenholz hat der aus Frankreich stammende Künstler akribisch die Umrisse von Marktplatz, Pfarrkirche, Schloss Fechenbach und der Steinstraße geschnitzt. „Das Schnitzen ist Millimeterarbeit. Danach kommt eine   leicht  glänzende, schwarze Druckfarbe drauf“, erklärt Hénon die Technik des Holzschnittes, der er sich aktuell verschrieben hat.

In akribischer Handarbeit kann sich ein Brett oder auch ein kleiner Holzklotz in einen Druckstock verwandeln und ein Stück Heimat an die Wände bringen. Auf die Suche nach passendem Holz begibt er sich meistens selbst, denn im Sperrmüll sei einiges Brauchbare zu finden. Die „Dieburger Ansichten“ können ab dem morgigen Sonntag bei Hénons Sonderausstellung im Museum Schloss Fechenbach begutachtet werden. Doch auch farbenfrohe Gemälde auf großen Leinwänden, Radierungen und Zeichnungen werden bei „Meine Art zu sehen“ – so der Titel der Werkschau – ausgestellt. „Die Stimmung des Bildes ist am wichtigsten, je nachdem was ich ausdrücken will, entscheide ich mich für unterschiedliche Techniken“, erklärt der Künstler seine Vorgehensweise.

Keine U-Bahnen in Dieburg

Denn vor allem die Abwechslung mache ihm Spaß. Deshalb ist es dem Künstler auch wichtig, unterschiedliche Motive anzubieten. „Dieburg dominiert nicht“, sagt Hénon und deutet auf ein farbenfrohes Gemälde, das Passanten auf einer Rolltreppe zeigt. „In Dieburg gibt es keine U-Bahnen“, scherzt er.

Doch seine Verbundenheit zu der Gersprenzstadt will und kann er nicht abstreiten. Sylvain Hénon ist bereits seit 24 Jahren Dieburger und hat gemeinsam mit seiner Frau Sue – und nicht zuletzt durch die Schüler ihrer Malschule in der Steinstraße – das künstlerische Leben in Dieburg nachhaltig geprägt.

In zahlreichen Kursen gibt er sein Wissen an andere Kreative weiter. Trotz anstrengenden Sieben-Tage-Wochen, viel Stress und einer Berufung, die er als „hartes Brot“ beschreibt, liebt Hénon seinen Job. „Es gibt nichts Besseres, als Menschen in allen Lebenssituationen darzustellen“, schwärmt er. Besonders dann, wenn Leute, die gar nicht aus Dieburg kommen, sich eine Zeichnung vom Marktplatz ins Wohnzimmer hängen, freue er sich ganz besonders.

Die Ausstellung öffnet am Sonntag, 29. November, um 15 Uhr im Museum Schloss Fechenbach, Eulengasse 8, und ist dort bis zum 6. März 2016 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags, 11 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 6. Dezember, um 11 Uhr führt Hénon selbst durch die Ausstellung. Weitere Informationen unter www.museum-schloss-fechenbach.de

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