Kühne Stunts beim Ritterspektakel

Lanze bricht den Bann der bösen Mächte

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Dieburg - Unweit der Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts frisst sich das Böse aus uralten Zeiten wie ein Geschwür in die Herzen der Menschen. Von Ursula Friedrich 

Bei Dieburg wurde das Rad der Zeit zurück ins Mittelalter gedreht, wo sich das ahnungslose Volk nun dem Bann grausamer Mächte entziehen muss. Keine Frage: Das erste Dieburger Ritterspektakel am Großwiesenweg erfüllte alle Erwartungen. Drei Tag lang zog EHS-Chef Horst Bulheller mit seinem Showteam alle Register einer tollkühnen Stuntshow zu Pferde - eingebettet in eine märchenhafte Geschichte. Sieben Mal preschten kühne Helden, rachsüchtige Recken, bezaubernde Jungfrauen und herrliche Rösser über den Turnierplatz. Für Fans der mittelalterlicher Stuntshow war schnell klar: Die sechste Auflage des Ritterspektakels, das nun erstmals in Dieburg veranstaltet wurde, bot mehr tollkühne Stunts, mehr Effekte und Action denn je. Und als Oberfiesling übertraf sich Horst Bulheller im Sattel seines treuen Streitrosses Castaniero diesmal selbst.

Sicher: Die Geschichte um Gut und Böse war plakativ in Stein gemeißelt, wenngleich eine komplizierte Dreieicks-Liebesgeschichte um die stolze Annabelle (Sandra Strietz) dem Ganzen eine weitere Facette verpasste. Doch blieben die tollkühnen Stunts zu Pferde und am Boden Herzstück des turbulenten Infernos um das Regiment der grausamen Schattenfürstin (Natalie Novak). Zur Premiere am Freitag pilgerte das „gemeine Volk“ hinaus in die Wiesen, um sich vom Spektakel in Bann ziehen zu lassen. Nicht ganz so zahlreich, wie am Veranstaltungsort der Vorjahre, doch ebenso begeistert.

Horst Bulheller und Gefolgsleute hatten das angepachtete Anwesen in einem Kraftakt in ein mittelalterliches Dorf umgewandelt, das dem Prototyp aus Groß-Zimmern in nichts nachstand. Ja, aufgrund der verwinkelten Geografie sogar mehr Flair entfaltete. Köche und Mägde, Gaukler, Spielleute, Falkner Detlef und seine Raubvögel, historische Handwerker, einfache Volk, fliegende Händler und Märchenerzähler, mit all den bekannten Zutaten wurde auch dieser Mittelaltermarkt zusammengestellt. Es ist ein Aufgebot von um die 200 Menschen, das für ein paar Silberlinge Fresserey und Sauferey, Geschmeide und Waffen, Bogenschießen und vieles mehr anbot.

„Ich habe mich neu eingekleidet“, ließ sich ein stolzer Dieburger im grünen Linnen bewundern, der nun mit seiner Clique mithalten kann, die in mittelalterlichen Gewändern anreiste. Herzstück des Spektakels bleibt jedoch der Turnierplatz. Artistik zu Pferde, vor allem jedoch im Waffenrock ließen beim Publikum das Adrenalin kochen. Dass hier alles „live“, die tollkühnen Stunts echt sind, bewiesen ein lädierter Finger und geprellte Rippen. Der Knappe habe ihm im Kampf die falsche Lanze gereicht, plauderte Bulheller aus dem Nähkästchen. Mit den befreundeten Reitern des Horse Stunt Teams Haraldos ist es gelungen, eine professionelle Stuntshow auf die Beine zu stellen. Brillant im Sattel und am Schwert trug der erst 20-jährige Michael Bednar zu guter Letzt nicht nur den Sieg davon, sondern eroberte das Herz der zierlichen Prinzessin.

Bilder: Ritterspektakel in Dieburg

Unter Pferdefans gilt die Feuershow im Anschluss als Höhepunkt. Und wie das Gedränge um den Turnierplatz bewies, ist dies längst kein Geheimtipp mehr. Martin Povr modellierte hier auf seinem schneeweißen spanischen Hengst eine wunderschöne Freiheitsdressur und Vollprofi Castaniero zeigte trotz Feuer und Geböller atemberaubenden Fertigkeiten – und bewies für Pferde außergewöhnlichen Mut. Anmutiges Können aus dem Repertoire der hohen Schule, spektakuläre Feuerstunts und Dressurelemente bildeten den Abschluss der Ritterspektakels an diesem Wochenende – nicht jedoch sein Ende. Am kommenden Wochenende wollen die EHS-Reiter und ihre treuen Rösser das Volk noch einmal bezaubern.

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