Christiansen und Fiebig-Keller Stadtmeister

114 Teams mit 1 200 Startern bewältigen 140.6 Team Dieburg

Rund 80 Starter gleichzeitig gingen gestern auf die acht Bahnen des Dieburger Freibads, dessen großes Becken bekanntlich nicht exakt 50 Meter misst und in dem ansonsten deshalb keine Schwimmmeisterschaften stattfinden dürfen. - Fotos (2): Dörr

Dieburg - Der Triathlon „140. 6 Team Dieburg“ hat gestern zum vierten Mal buchstäblich die Massen bewegt: Beim Wettkampf über ein Zehntel der Langdistanz gingen 114 Teams à zehn bis elf Personen an den Start. Von Jens Dörr 

Fast alle der 1 200 ins Wasser gegangenen Teilnehmer kamen ins Ziel auf dem Parkplatz am Skaterpark und durften sich „Finisher“ nennen. Einer der vielen hundert war der Dieburger Markus Krämer, ein Triathlon-Debütant – aber bei Weitem nicht der einzige im riesigen Feld, das von Freibadmoderator Tobias Dehmer (Bruder von Ex-Olympier Sebastian Dehmer, der den „140.6 Team Dieburg“ zusammen mit dem Dieburger David Thomas erneut federführend organisierte) zwischen 9 und 13 Uhr ins Nass und damit auf die Strecke geschickt wurde. Diese übrigens umfasst ein Zehntel der Langdistanz: 400 Meter Schwimmen im Freibad, 18 Kilometer auf dem Rad zwischen Polizeistation und Klein-Zimmern sowie vier Kilometer per pedes durch den Schlossgarten.

„Ich bin erst am Freitag eingesprungen und hergekommen, ohne mich vorher informiert zu haben“, verriet Krämer, der zudem keinerlei Vorbereitung für den Wettkampf betrieben hat. Hin und wieder fahre er etwas Rad, das sei es gewesen. Dennoch habe er sich im Rennen auf Anhieb zurecht gefunden und sei für sein Team Poco Loco/Safter ohne Probleme und Gehpausen durchgekommen.

Team Lucky’s Eleven belohnt sich

Im Ziel stärkte sich Krämer erst einmal mit alkoholfreiem Bier und Früchten, die unter anderem Ursula Meseth reichte. Sie war eine von mehr als 100 Helfern, ohne die der quantitativ inzwischen unter den Top drei in Hessen angelangte „140.6 Team“ nicht möglich wäre. Bei Nektarinen und Bananen war nach seinem Zieleinlauf in Uwe Hauschild auch ein weiterer Dieburger bestens aufgelegt.

Mit dem Team Lucky’s Eleven, benannt nach Kapitän Andreas Luckhardt, Übungsleiter beim Dieburger Turnverein, hatte Hauschild im vergangenen Jahr ein wenig zu den tragischen Figuren gezählt, weil sein Team nur zu neunt angetreten war und damit nicht in die Mannschaftswertung aufgenommen wurde. Dafür sind mindestens zehn Finisher nötig, wobei jedes Team bis zu elf Teilnehmer melden kann. Diesmal überließen Lucky’s Eleven nichts dem Zufall, traten mit elf Mann inklusive Luckhardt an und belohnten sich damit, neben dem Sportclub Haxn-knacker und dem Team PM 1 beste Mannschaft aus Dieburg zu sein. Hauschild, Jahrgang 1956, war als ältestes Mitglied der „Glücklichen Elf“ dennoch das schnellste, kam nach 1:07:32 Stunden an.

Bilder vom Triathlon „140.6 Team Dieburg“

Damit lag er knapp 17 Minuten über dem Streckenrekord, den der diesmal nicht angetretene Dieburger Toptriathlet Sean Donnelly aufgestellt hatte. Gesamtsieger Jannik Oeler, der überraschend den Ex-Ironman-Altersklassen-Weltmeister Daniel Schmoll hinter sich ließ, verpasste in der Siegerzeit von 51:12 Minuten Donnellys Bestmarke relativ knapp. Bei den Frauen siegte wie erwartet Bundesliga-Sportlerin Leonie Poetsch, die Claudia Fiebig-Keller auf Platz zwei verwies. Fiebig-Keller wurde jedoch Dieburger Stadtmeisterin. Den Stadtmeister-Titel gewann Sascha Christiansen. Ein ausführlicher Rennbericht mit weiteren Ergebnissen von Dieburger Teilnehmern folgt in der Ausgabe am Donnerstag.

Im Rahmenprogramm sorgten diverse Angebote von Sponsoren sowie die Münsterer Band The Pins für Kurzweil. Die für Ende Juni frischen Temperaturen störten die Sportler lediglich beim anfänglichen Eintauchen ins Wasser. Triathlet Hauschild: „Ich bin froh, dass es nicht so warm war - sonst hätte ich beim Laufen wohl Probleme bekommen.“

Sehr gut zurecht mit den äußeren Bedingungen kam auch Frank Richter, der Direktor des Dieburger Amtsgerichts: Er wurde in 1:04:50 Stunden Nummer 172 aller Männer – unter 789 Herren der Schöpfung, die die Herausforderung meisterten.

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