Sänger der Speeslochfinken mit Musical

„Mann über Bord“ ist schon auf der Zielgeraden

Dieburg - Am 24. Juni ist Premiere und die schauspielernden Sänger der Speeslochfinken sind auf der Zielgeraden. Seit Wochen wurden einzelne Szenen geprobt, Choreographien für Tänze einstudiert und die insgesamt 21 Lieder gelernt.

„Jetzt gilt es noch, die einzelnen Szenen in den beiden Akten zusammenzusetzen“, sagt Regisseurin Iris Katzer. „Dann sind die Schauspieler fit für die Premiere.“ Und Werner Utmelleki, der für Gesang und Musik verantwortlich ist, ergänzt: „Die gesangliche Herausforderung in einem Musical liegt vor allem auch darin, sich die Kraft und Luft so einzuteilen, dass trotz der Tanzeinlagen und der zum Teil recht ausführlichen Textpassagen die Lieder tonsicher und vor allem stimmfest intoniert sind.“

Ein gut zweieinhalbstündiges Musical mit nur vier Bühnenakteuren aufzuführen, ist bestimmt schon für Profis eine Herausforderung. Umso mehr sind natürlich die Sänger der Speeslochfinken, die ja lupenreine Amateure sind, gefordert. Man merkt bei den Proben, dass Horst Kahlen, Dieter Mann, Werner Thomas und Lothar Wolf mit großer Freude und Konzentration, aber auch mit großem Engagement bei der Sache sind. „Wir freuen uns schon sehr auf die Premiere“, sagen auch Klaus Wörtche und Wolfgang Herberg, die als gesangliche Unterstützung, aber ohne eigene Rolle ins Bühnenbild integriert sind.

Neben den gut dreieinhalbstündigen Proben, zu denen die „Finken“ jeden Dienstag in Split zusammen kommen („weil da ausreichend Platz für die Szenenfläche ist“) beginnt jetzt die heiße Phase, an denen die Wochenende von Freitag bis Sonntag für alle anderen Dinge blockiert sind. Und hier noch mal kurz zum Inhalt des turbulenten Musicals: Die vier Freunde Bert, Boris, Martin und Stefan kennen sich seit ihrer Schulzeit und treffen sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, jedes Jahr einmal zum Männerwochenende. Nachdem sie vor zwei Jahren zum Skifahren in den Bergen waren, wollen sie in diesem Jahr ein gemeinsames Angelwochenende verbringen.

Dabei scheinen die vier Charaktere den Sängern auf den Leib geschnitten. So war die anfängliche Rollenverteilung absolut kein Problem. Schon nach der ersten Lektüre des Librettos war ohne weitere Absprachen klar, welchen Charakter er darstellt, denn jeder findet sich in seiner Rolle wieder. Es hatte den Anschein, dass der Autor wusste, welche Akteure in Dieburg die vier Freunde verkörpern würden. Da gibt es den von der Wirkung seines gestählten Körpers überzeugten Gigolo Boris Kallmeyer, der durch und durch cool daherkommt und den etwas weniger schlanken Kettenraucher Bert Kowalski, einen liebenswerten Kumpeltyp – typische Tenöre eben. Stefan Föhrenbach arbeitet in einem Baumarkt, träumt aber seit Jahren davon, einmal eine Tanzschule zu eröffnen. Und jetzt, kurz vor seinem 50. Geburtstag, hat er Angst, den Absprung zu verpassen. Die Rolle ist einem Bariton auf den Leib geschrieben.

Zuletzt ist da noch Martin Schmidt, der für viele Dinge nicht nur eine Erklärung, sondern auch eine richtige Erklärung hat, er weiß viel, ist aber sozial etwas unbeholfen. Die vier Freunde verleben ein sehr turbulentes Wochenende mit einem für alle überraschenden Ausgang. Noch gibt es für „Mann über Bord“ Karten bei Werner Utmelleki (mit Zustellservice: Tel.:  06073 87843, werner.utmelleki@t-online.de), den Sängern sowie beim Dieburger Anzeiger (Mühlgasse 3) und der Bücherinsel am Markt. Nach der Premiere am 24. Juni (19 Uhr) folgen weitere Aufführungen am Sonntag, 26. Juni (18 Uhr), Freitag, 1. Juli, und Samstag, 2. Juli (jeweils 19 Uhr). Die Karten kosten im Vorverkauf 18 Euro, an der Abendkasse 22 Euro. (eha)

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