Mediencampus-Studentin ist für ARD/ZDF Förderpreis ominiert

Selbstbewusst im Sound-Dschungel

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Der Sound ist ihr Hobby, Lautstärkenregler bedient sie blind. Natascha Rehberg hat jetzt schon ihr Hobby zum Beruf gemacht.

dieburg - Viele Parties, wenige Verpflichtungen. Das versteht wahrscheinlich die Mehrheit unter einem typischen Studentenleben. Doch Natascha Rehberg vom Mediencampus widmet sich stattdessen lieber ihrer beruflichen Zukunft. Nun wurde ist sie für den ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen und Technologie“ nominiert. Von Konstanze Löw 

„Sound ist einfach mein Steckenpferd“, eröffnet Natascha Rehberg das Gespräch, während sie nebenbei ihren Laptop hochfährt. Und da man das, was man am meisten liebt, oft auch am besten kann, ist es kein Wunder, dass die 30-jährige Master-Studentin für den Förderpreis „Frauen und Technologie“ in Frage kommt. Die Nominierung erhielt die engagierte Studentin für ihre Arbeit, die einigen Dieburgern und Schloss Fechenbach-Besuchern bekannt vorkommen könnte. „Rata-Schaan. Being in the jungle“ heißt ihr 3D-Sound-Projekt, das auf Motiven von Rudyard Kiplings Dschungelbuch basiert. Angefertigt hat es Rehberg im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Erstmals zu sehen – oder besser gesagt zu hören – war der Dschungel-Sound während der Ausstellung „StadtLandfluss <re:coded>“, die im Oktober und November letzten Jahres im Museum Schloss Fechenbach Station machte. Für ihre Abschlussarbeit hat sich die engagierte Studentin das Dschungelbuch ganz bewusst ausgesucht. „Es ist eine

tolle, eine akustische Welt, die sich auch sich heraus mitteilt“, schwärmt sie noch heute. Rehberg hat die Geräusche aus dem Dschungel bearbeitet, zusammengefügt und teilweise verzerrt, so dass es sich für den Besucher anhört, als ob er wirklich im Dschungel unterwegs ist. „Der Effekt kommt aber vor allem durch das Sound-System“, erklärt Rehberg weiter. „Überall im Raum – auch auf unterschiedlichen Höhen – müssen Lautsprecher angebracht sein.“ Denn nur so könne der Sound die Besucher richtig fesseln und nur durch die Akustik in eine andere Welt entführen. Eine Welt voller Affengebrüll, Bachrauschen und dem leisem Summen von Insekten.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Gefesselt hat die Aufnahme auch die Jury des ARD und ZDF-Teams. Unter allen Einsendungen zählt Rehberg nun zu den elf Finalistinnen des Förderpreises, der darauf hinweisen will, dass immer mehr Frauen vor wie hinter den Kulissen audiovisuelle Medienproduktionen qualifiziert mitgestalten. Und den Hinweis sieht Rehberg, die ein eigenes Sound-Studio in Offenbach besitzt und dort vor allem Musik produziert, selbst in der heutigen Zeit noch als wichtig an.

„Frauen sind in Sachen Sound-Technologien nicht nur in der Unterzahl, sondern leider in der Branche dazu auch noch total unterschätzt“, bedauert die Master-Studentin. Am eigenen Leib habe sie das auch schon erfahren, musste und muss oft gegen Vorurteile in der von Männern regierten Sound-Welt kämpfen.

Wenn ich sage „Das Lied ist von mir“, kommt meistens die Frage „und wer hat den Beat dazu gemacht?“. Das ärgert Rehberg. Denn natürlich sei dann alles von ihr – auch der Beat. „Bei Männern wird sowas erst gar nicht gefragt...“

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