Landkreis schnürt Mega-Paket für Dieburg

Millionen fließen auf Schulinsel

Die Schulinsel auf der Leer in Dieburg: Hier strömen täglich um die 2000 Schüler in ihre Klassenzimmer. Der freie Rasenplatz in der Mitte könnte zum Bau einer zentralen Mensa genutzt werden (siehe auch Grafik zur Erläuterung unten). - Foto: Häsler/Grafik: Maps4News/cz

Dieburg - Das größte und komplexeste Schulbauprojekt des Landkreises wird in den kommenden Jahren in Dieburg „Auf der Leer“ realisiert. Rund 100 Millionen Euro sollen hier investiert werden. Mit der Planung des Mega-Vorhabens wird im kommenden Jahr begonnen. Von Lisa Hager

Zentrale Themen dabei werden der Bau einer Mensa und eines dringend benötigten Parkdecks sein.

Das Regierungspräsidium hat im Sommer den Kreishaushalt und damit auch den Schulbauetat genehmigt. Insgesamt sind die Mittel von 40 Millionen Euro für den Masterplan in Sachen Schulen freigegeben. Seitdem erst kann der Kreis verbindliche Aussagen darüber treffen, an welchen seiner 80 Schulen im Restjahr 2016 weitergebaut und saniert wird, wo ein Neubau angepeilt werden kann. „Das mit Abstand größte Schulbauprojekt packen wir in Dieburg an“, sagt Schuldezernent Christel Fleischmann im Gespräch mit dem DA. Die Planungen dafür starten im kommenden Jahr. „Wir haben hier ein Konglomerat von Schulen mit rund 2 000 Schülern, die wir unter einen Hut bringen müssen“, erläutert er. Landrat-Gruber-Schule, Alfred-Delp-Schule, Gustav-Heinemann-Schule, Anne-Frank-Schule, Gutenbergschule: Alle diese Einrichtungen gruppieren sich um eine große Freifläche, auf der eventuell die zentrale Mensa gebaut werden soll. Entschieden ist das aber noch nicht. „Wir wollen ein gesundes, frisch gekochtes Mittagessen für alle anbieten“, so der Schuldezernent. Die Mensa soll offen für alle sein. Auch die Mitarbeiter der Kreisverwaltung beispielsweise sollen dort essen können. Fleischmann stellt sich vor, dass man über die Zentralküche auch die Goetheschule oder selbst Schulen in Münster oder Groß-Zimmern beliefert. Länger als eine halbe Stunde dürfe die Anlieferung nicht dauern, ansonsten würde die Essensqualität leiden.

Ein weiteres großes Thema sind schon jetzt die fehlenden Parkplätze. Immer mehr Besucher der weiterführenden Schulen kommen mit dem eigenen Pkw. Der Kreisdezernent hat hier mehrere Ideen dazu. Früher schon war die Errichtung eines Parkdecks auf dem Gelände der alten Gutenbergschule im Gespräch, die abgerissen werden soll. „Hier ist aber die Zufahrt relativ problematisch“, so Fleischmann. Mit der Stadt Dieburg bespreche er derzeit die Errichtung eines Parkhauses am Wall, das auch öffentlich genutzt werden könnte. „Eine Alternative wäre, auf dem bestehenden Parkplatz der ADS ein mehrgeschossiges Parkhaus zu errichten“, schlägt der Kreisdezernent vor.

Die Gustav-Heinemann-Schule werde nur in den Ferien saniert. „Dort werden wir bis 2020 fertig“, so Fleischmann. Sanierungen stehen auch beim Beruflichen Gymnasium der LGS an. Bei der Alfred-Delp-Schule (Oberstufengymnasium) geht Fleischmann inzwischen auch von einer Sanierung aus. Immer mal wieder war auch ein Neubau ins Gespräch gebracht worden. „Ein Teil ist ja schon saniert, die Naturwissenschaften sind gut ausgestattet“, sagt er. Untersuchungen der Gebäude – auch auf vorhandene Schadstoffe – würden weiteren Aufschluss geben. Diese können laut „Fahrplan“ erst im kommenden Jahr beginnen. Die Erstellung eines Masterplans fürs Schulzentrum Dieburg ist inzwischen an ein externes Büro vergeben.

„In die weiteren Planungen wollen wir dann auch die Schulen und natürlich die Schüler miteinbeziehen“, so Fleischmann. „Wir sind offen für alles und ich hoffe, dass am Ende etwas Schlüssiges rauskommt, das den Bedürfnissen entspricht und das bezahlbar ist.“ Die eigentlichen Sanierungen könnten dann 2018 beginnen.

Einen „Segen“ nennt er die Tatsache, dass die alte Gutenbergschule nicht wie geplant nach Einweihung des Neubaus abgerissen wurde. Wie mehrfach berichtet, gab es kurz nach Eröffnung des Neubaus Probleme wegen Schimmelbildung, die Schüler mussten vorübergehend wieder in den Altbau umziehen. Seit einem Jahr können sie den vom Schimmel befreiten Neubau wieder benutzen.

Der Rechtsstreit aber, den der Landkreis seitdem mit der Baufirma führt, die er für den Schaden verantwortlich macht, ist immer noch in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht anhängig. „Es gibt Gutachter mit unterschiedlichen Bewertungen auf beiden Seiten“, so Fleischmann. Ein Teil der Schadenssumme von rund 800 0000 Euro seien beglichen. Trotzdem gehe es immer noch um 400 000 bis 500 000 Euro, die der Kreis fordere.

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