55. Dieburger Schlossgartenfest

„Der Montag hat einiges rausgerissen“

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Gruß vom Frühschoppen: Der Montag – hier eine Szene aus dem Biergarten – entschädigte bei der 55. Auflage des Schlossgartenfests für den Regen am Freitag und Samstag.

Dieburg - In der Schlossgartenfest-Nachlese gibt sich Festwirtin Ilona Böhm „insgesamt recht zufrieden“. Auch der Freundeskreis sieht in der Veranstaltung 2016 Fortschritte. Allerdings gibt es auch Kritik an der Lautstärke im Zelt und an den Preisen. Von Jens Dörr 

Gott sei dank ist das Dieburger Schlossgartenfest keine reine Wochenend-Sause: Der Montag als vierter und letzter Tag hat jedenfalls die Bilanz der 55. Auflage des Treibens auf dem Festplatz gerettet. Nicht nur Festwirtin Ilona Böhm (Gastronomie Hamel-Zelt, Darmstadt) selbst sah derweil Fortschritte gegenüber ihrer ersten Festausrichtung 2015. Auch der „Freundeskreis Dieburger Schlossgartenfest“ war diesmal weitgehend einverstanden. „Ich bin dem Festverlauf insgesamt recht zufrieden“, sagte Böhm am Dienstag, als gerade der Abbau von Zelt, Biergarten, Weindorf und Vergnügungspark begonnen hatte. „Der Montag hat einiges rausgerissen.“ Frühschoppen und auch der weitere Tag bis nach dem Feuerwerk am späteren Abend profitierten vom durchgehend schönen Wetter. Das war auch am Sonntag passabel gewesen, „der Sonntag war aber noch etwas schwächer als im Vorjahr“. Dafür sei „der Montag stärkster Tag“ gewesen, „noch etwas stärker als der Montag im Vorjahr“.

Die zusätzliche Bühne im Biergarten – hier am Montag mit der Dieburger und Groß-Umstädter Koproduktion LetSwing – bewerteten viele als positive Neuerung.

Während Böhm mit ihren Angeboten vor allem im meist voll besetzten Biergarten am vierten Tag des Fests gute Umsätze erwirtschaftete, seien viele Betreiber von Ständen und Fahrgeschäften im Vergnügungspark weniger zufrieden gewesen. Negativ ins Konto geschlagen hatten – allerdings auch bei Böhm selbst – vor allem die verregneten Abende am Freitag und am Samstag. Auch der Familiennachmittag mit ermäßigten Preisen am Samstag hatte, bei noch gutem Wetter, nicht allzu großen Anklang gefunden. Böhm kündigte nichtsdestotrotz schon am Dienstag an, das Fest 2017 erneut ausrichten zu wollen. Die Festwirtin, die am Wochenende vielfach das persönliche Gespräch mit den Besuchern suchte, will dann vor allem für noch mehr Frequenz am Samstag- und Sonntagnachmittag sorgen. An Neuerungen wie der vielfach gelobten Bühne im Biergarten wolle sie festhalten, das dortige Programm „mit noch mehr Musik“ sogar ausbauen.

Die zusätzliche Bühne – neben jener im Festzelt, die am Montag verwaist blieb, da die Bands (unter anderen die Dieburger und Groß-Umstädter Koproduktion LetSwing) draußen spielten – war auch einer jener Punkte, die der „Freundeskreis Dieburger Schlossgartenfest“ positiv ins Feld führte. Für den Freundeskreis nannte Jürgen Schaarvogel auch infrastrukturelle Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr als klar erkennbar: „Spülmaschinen, Bier – alles in Ordnung. Auch Kleinigkeiten wie mehr Mülleimer haben gepasst.“

Optimieren könne man aus Sicht des „Freundeskreises“ hingegen noch Mobiliar (runde Tische statt Bierzelt-Garnituren) und Dekoration (mehr als bisher) im Weindorf. Zudem sei die Musik im Festzelt teils zu laut gewesen. Dies war auch einer der meistgenannten Kritikpunkte der Festbesucher. Einige störten sich zudem an den Getränkepreisen, die ihrer Meinung nach zu hoch ausfielen. Das betraf sowohl Böhms Angebote (ein Weizenbier zum Preis von vier Euro) als auch jene in der Bar, wo die „Lemon Bar“ sich bei Böhm (für viel Geld) eingemietet hatte und für ein „Hütchen“ (Asbach-Cola) drei Euro verlangte. Angeregt wurde seitens des „Freundeskreises“ darüber hinaus, dass man das Weindorf zumindest leise mit Musik „aus der Dose“ oder mit einem Alleinunterhalter beschallen und somit etwas stimmungsvoller gestalten könne. Zudem waren im Biergarten manchmal nicht genug Kellner „greifbar“, so dass mancher ohne Selbstbedienung lange auf dem Trockenen gesessen hätte. Lieber auf dem Trockenen als im Nassen gesessen hätten viele allerdings nach den Regengüssen am Freitag und Samstag – doch das in dieser Zeit oft beschäftigungslose Personal hielt sich mit dem Abtrocknen von Bänken und Tischen sowie dem Trockenlegen der größten Pfützen auf dem rund ums Zelt vornehm zurück.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

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