300 Gäste beim Neujahrsempfang

Sekt im Glas und Bajazz an der Decke

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Passend zur Römerhallenbühne: Rotwein wählten Bürgermeister Dr. Werner Thomas (links) und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning zum Anstoßen aufs neue Jahr.

Dieburg - „Gesundheit und Glück“: Hunderte von herzlichen Neujahrswünschen wurden gestern Nachmittag in der bereits närrisch geschmückten Römerhalle ausgetauscht. Die Stadt lud bereits am dritten Tag des Jahres 2016 zum Empfang. Von Lisa Hager 

Der rekordverdächtig frühe Termin ist der Fastnacht geschuldet. Der Bajazz trieb schon sein närrisches (Un)-Wesen unter der Decke der Römerhalle als rund 300 Dieburgern gestern Nachmittag zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt strömten. Da in diesem Jahr die Fünfte Jahreszeit extrem kurz ist, musste auch der Termin der Traditionsveranstaltung entsprechend gelegt werden. Schließlich beginnt am kommenden Freitag bereits der Sitzungsreigen, der dann Dieburgs „Gudd Stubb“ einige Wochen dominieren wird.

Ein Umstand, auf den der Bürgermeister Dr. Werner Thomas in seiner Rede als begeisterter Fastnachter natürlich hinwies. In seinem Rückblick und Ausblick sprach er vor allem die großen Baumaßnahmen an, die die Dieburg auch weiterhin beherrschen werden. Sanierung und Weiterentwicklung gehörten zu den wichtigsten Aufgaben einer Kommune, sagte er. Drei große Flächen würden erschlossen werden, nach Norden, Süden und eventuell auch nach Westen. „Es herrscht eine starke Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum“, sagte das Stadtoberhaupt. Dem müsse man sich stellen. Dabei dürfe man sich auch den Gedanken nach einer möglichen Verdichtung der bestehenden Bebauung nicht verbieten. Ausdrücklich dankte er allen Anliegern, die unter den derzeitigen Straßenbaumaßnahmen mit samt der einhergehenden „Schleichweg-Findung“ zu leiden hätten.

In diesem Jahr gehe es mit Kanal- und Straßenerneuerung im Quartier südlich der Schießmauer weiter. Zudem nehme die Stadt viel Geld in die Hand, um den Sportplatz am Schlossgarten für den Schulsport zu sanieren – eine Ankündigung, die Zwischenapplaus einbrachte. Nur ein Steinwurf entfernt, findet sich das nächste große Thema des Jahres: das Schwimmbad. „Wir müssen uns vor allem entscheiden, wie wir das Wasser künftig reinigen wollen: biologisch oder chemisch“, so Thomas. Die Möglichkeit einer biologischen Aufbereitung werde gerade geprüft. Auf den Prüfstand kommt aber keinesfalls das Freibad an sich. „Das Becken bleibt in seiner Form und seiner Größe erhalten, das muss ich noch einmal ausdrücklich betonen“, so der Bürgermeister.

Und vieles tut sich auch unter der Erde: Im Frühjahr werde Dieburg seinen Breitbandanschluss haben, derzeit würden schon die Glasfaserkabel verlegt. Mit bewegter Stimme dankte er all denen, die im Hintergrund blieben und sich über alle Maßen dafür engagierten, dass die Flüchtlinge in der Stadt gut aufgenommen wurden und werden: die Helfer des Asylkreises. „Sie arbeiten bewusst im Stillen ohne großes Tamtam“, zollte Thomas ihnen Respekt. Diese Menschen hätten die Weihnachtsbotschaft verstanden.

Dieser unermüdlichen Gruppe um Koordinator Heinz Albers hatte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning in seiner Rede zuvor ebenfalls ausdrücklich gedankt. Lob gab es von ihm auch für den Bürgermeister wegen seines vorausschauenden Verhaltens in der Flüchtlingsfrage. „Bei uns mussten keine Turnhallen zu Notunterkünften gemacht werden“, zog er einen Vergleich zu anderen Kommunen. Selbst bei der Beseitigung von Fluchtursachen könne jeder Bürger etwas tun. „Beispielsweise den Fairen Handel unterstützen, überlegen, wem man die Altkleider gibt, damit der Textilmarkt in Afrika nicht ruiniert“, sagte er. Kleine Schritte würden auch etwas bewirken. Beispielsweise würde auf der Dieburger Kläranlage in diesem Jahr ein Blockheizkraftwerk errichtet. „Damit wir die Klärgase nicht mehr einfach abfackeln.“

Und nicht zuletzt habe das Dieburger Parlament einstimmig beschlossen, einen Klimaschutzmanager einzustellen. Schließlich trügen auch Umweltkatastrophen, die auf Klimaveränderungen zurückgingen, zur Flucht vieler bei. Im Übrigen erwarte er von 2016 viel Gutes, „man sagt beispielsweise auch, dass die Frankfurter Straße wieder geöffnet wird“, meinte er scherzhaft. Für die Kommunalwahl am 6. März, die beide jeweils an den Schluss ihrer Rede stellten, wünschten sie sich übereinstimmend „eine hohe Wahlbeteiligung“. Und Thomas hatte zudem noch einen parteiübergreifenden Wahlvorschlag bereit: „Wählen sie diejenigen Frauen und Männer, denen sie am meisten vertrauen.“

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