Weihnachten in Dieburg – religiös und besinnlich in den Kirchen

Nicht nur die Kinderlein kamen

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Mit weihnachtlichen Weisen bezauberten diese beiden Flötistinnen die Gläubigen in der evangelischen Kirche. Holzfiguren auf dem Altar symbolisieren die Weihnachtsszene von Bethlehem

Dieburg - Weihnachten gilt als das Fest der Liebe. Mit viel Symbolik wird der Geburt des Heilands gedacht. Von Klaus Holdefehr 

Der Stall von Bethlehem, Ochs, Esel und drei Könige staunend vor dem Futtertrog, der Krippe heißt und in dem das Jesuskind liegt - das ist reichlich Stoff für Anschauungsmaterial. Die Anschaulichkeit spricht vor allem Kinder an, und so nimmt es nicht wunder, dass am Heiligabend sowohl bei den Katholiken als auch bei den Protestanten themenbezogene Angebote für die Kleinen und ihre Erwachsenen zelebriert worden sind.

In der katholischen Stadtkirche St. Peter und Paul sind am Nachmittag von Heiligabend gewiss 200 Menschen zusammengekommen, um sich durch die Inszenierung von Dagmar Ruißinger und Alexandra Breitbach verzaubern zu lassen. Ganz besonders zauberhaft ist dabei die Tatsache, dass nicht nur die kleine Mariendarstellerin einen (ausgestopften) Babybauch hat, sondern auch die Pädagogin Breitbach. Der ist offensichtlich echt und gibt der Geschichte um die Suche nach einem Ort für die Geburt eine besondere Note.

Die vielen Kinder dürfen Maria und Josef auf der Suche nach einer Herberge durch die große Kirche begleiten. Den Stall finden sie vor dem Altar, hinter dem Jesu Geburt im Schnellverfahren vonstatten geht: Kissen raus aus dem Kostüm, Püppchen in den Futtertrog. „Welche Kinder wollen denn noch Schafe sein?“, fragt Breitbach. Der Erfolg hält sich in Grenzen. Die Heiligen drei Könige kommen aber auch noch hinzu.

Es wird ein wenig gebetet, aber vor allem gesungen. Das ist auch in der evangelischen Kirche so, die von außen größer aussieht als sie innen ist und an diesem Nachmittag richtig voll wirkt. Auch hier heißt es: „Ihr Kinderlein kommet!“ Pfarrerin Dorothee Benner hat dazu einen gefalteten Glockenprint ausgelegt und interpretiert die darauf abgedruckten Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Auf dem Altar gibt es eine Darstellung der Szene mit stilisierten Holzfiguren. Eine Kostümeule flattert durch den Mittelgang, um die frohe Botschaft zu verkünden. Es wird musiziert und interpretiert. Alles wirkt ein wenig abstrakter als bei den Katholiken. Ob die zahlreich anwesenden Kinder mit dem Text von „gloria in excelsis deo“ schon etwas anfangen konnten?

So richtig greifbar deftig weltlich geht es zwei Tage später am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags beim Kesselgulaschessen am Vereinsheim der DJK zu. Auch dort ist es für die Jahreszeit zu warm, und statt des gemeinsamen Bibberns mit Glühwein-Therapie werden eher Bier und Wein konsumiert - und natürlich Gulasch. Ein DJ sorgt für die passende Ü-50-Musik. Am gestrigen Sonntagabend konnte man beim gemeinsamen Weihnachtsliedersingen in der Gnadenkapelle die Stimmung der Festtage 2015 zum Ausklang noch einmal in Ruhe nacherleben.

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