Anschläge in Paris machen sich bei „Äla-Meile“ bemerkbar

Nicht nur die Prinzessin fehlt

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Die „Äla-Fetzer“ eröffneten am Fastnachtsbrunnen die „2. Äla-Meile“ des KVD und der Innenstadtgastronomie. Das Ereignis stand diesmal unter dem Eindruck der Anschläge in Paris.  

Dieburg - Die Anschläge von Paris haben am Tag darauf auch Auswirkungen auf die „Äla-Meile“ des Karnevalvereins Dieburg (KVD) und der Gastronomen der Innenstadt gezeigt: Zum närrischen Treiben am Samstagabend kamen wohl weniger Besucher als im Vorjahr – trotz besseren Wetters. Von Jens Dörr 

„Mein Eindruck war, dass weniger Leute gekommen sind als bei der ersten Meile“, verglich KVD-Präsident Friedel Enders tags drauf, am Sonntag, die zweite Auflage der noch jungen Dieburger Fastnachtsveranstaltung mit ihrer Premiere. Dies führte er eindeutig auf die durch die Anschläge vom Freitag allgemein eingetrübte Stimmung zurück.

Bereits bei der Eröffnung der „Äla-Meile“ am Samstag um 19.33 Uhr deutete sich der geringere Zuspruch an: Im Beisein von rund 150 Narren eröffnete Enders das Ereignis mit einem dreifachen „Äla“, das nicht jedem so kräftig wie sonst von den Lippen kommen wollte.

Der erste Mann im größten Karnevalverein der Republik nahm dann auch sogleich Stellung zur Frage, inwiefern man einen Tag nach den erschütternden Vorfällen Fastnacht feiern dürfe oder solle: „Wir haben uns entschieden, trotzdem zu feiern. Gerade jetzt sollten wir uns nicht unterkriegen und von Terroristen nicht terrorisieren lassen.“ Gleichwohl könne er jeden verstehen, dem am Samstag der Sinn nicht nach ausgelassenem Beisammensein auf der „Äla-Meile“ gestanden habe: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ich respektiere beide Ansichten.“

So zeigte Enders auch Verständnis dafür, dass das Dieburger Prinzenpaar am Samstag lediglich zur Hälfte durchs Zentrum zog: Prinzessin Carolin Stix ließ sich von Enders mit dem Verweis auf den Terror in Frankreich beim närrischen Volk entschuldigen. Prinz Christoph Hock hatte sich hingegen dazu entschlossen, mit Teilen seines Hofstaats mitzufeiern.

Den Einstieg in die „Äla-Meile“ gestalteten Enders und Hock am Fastnachtsbrunnen insbesondere mit den einmal mehr von Klaus Becker angeführten „Äla-Fetzern“. Sie zogen nach einigen Minuten Dieburger Liedgut-Darbietung weiter durch die Kneipen. Neben den regulären Gaststätten machten auch der Getränkehandel Braunwarth mit einem „Katakomben“-Revival im Hof und Thomas Jung mit dem „Petermann“ in der gen Marktplatz verlängerten Rheingaustraße mit. Im „M22“ spielten „Gunkes rockt“ um Frontmann Heiko Elger, im „Headquarters“ sorgte Stephan Grimm solo für Stimmung. Er ersetzte die ursprünglich geplanten „Jungen Gersprenztaler“, die aus beruflichen Gründen personell unterbesetzt gewesen wären.

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