Undichte Stellen in der Beckenwand

Öffnung des Ludwig-Steinmetz-Bades untersagt

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Das Becken war letzte Woche randvoll - jetzt ist es fast schon wieder leer gepumpt. Ob das Freibad in dieser Saison überhaupt öffnen kann, ist ungewiss.

Dieburg - Eigentlich hätte sie morgen beginnen sollen: die Freibadsaison 2015. Ob und zu welchen Bedingungen sie überhaupt noch starten kann, ist derzeit ungewiss. Wegen ungeklärter Wasserverluste haben die Behörden die Öffnung untersagt. Von Lisa Hager

Jetzt hofft Bürgermeister Dr. Werner Thomas auf eine Sondergenehmigung. Die Nachricht kam vergangene Woche überraschend: Wegen ungeklärter Wasserverluste hatte die Gewässer- und Bodenschutzbehörde die geplante Öffnung des Ludwig-Steinmetz-Bades untersagt. Die Stadt stoppte auch kurzfristig den anberaumten Verkauf der Dauerkarten, was durch ein Schild mit dem Verweis auf „Technische Störungen“ am Schwimmbadeingang angezeigt worden war. Eine Fachfirma, die mit der Untersuchung der schon seit längerem bekannten Wasserverluste im Bad beauftragt war, hat gestern Nachmittag ihre Gutachten vorgelegt. „Es wurden verschiedene Leckagen im oberen Bereich des Schwimmerbeckens festgestellt“, so Bürgermeister Dr. Werner Thomas gegenüber unserer Zeitung. Das Gute daran ist, dass sie sich weiter oben befinden, wo eine Sanierung einfacher ist. Das Schlechte: Werden die Arbeiten ausgeschrieben, dauert das die übliche Frist, bis überhaupt mit der Sanierung begonnen werden kann. „In dem Fall werden wir in dieser Saison nicht mehr öffnen können. Und natürlich auch die geplanten Veranstaltungen, wie den Triathlon beispielsweise, hier nicht durchführen können“, so der Verwaltungschef. Thomas hofft jetzt „gedämpft optimistisch“ auf ein Entgegenkommen der Behörden, das heißt auf eine Sondergenehmigung durch die Untere Wasserschutzbehörde. Ein entsprechender Antrag der Stadt werde gerade geprüft, mit einer Entscheidung ist im Laufe der kommenden Woche zu rechnen.

„Wir wären sehr froh, wenn wir unter bestimmten Auflagen öffnen dürften“, so der Bürgermeister. Eine solche Auflage könnte beispielsweise die Verpflichtung sein, dass jeder Badegast vorm Schwimmen die Dusche benutzt, eine Schwimmhaube trägt oder ähnliche „hygienische Maßnahmen“. Es geht darum, dass das Wasser so wenig wie möglich mit Chlor versetzt werden muss. Beim Aufbereiten von Wasser mit Chlor entstehen Halogenkohlenwasserstoffe, die ins Grundwasser eindringen. Die Chlormenge aber kann im Badebetrieb nur reduziert werden, wenn auch möglichst wenig Schmutz eingetragen wird. Sollte die Sondergenehmigung erteilt werden, wird es ab dem Zeitpunkt trotzdem noch mal zwei Wochen dauern, bis die Freibadsaison losgehen kann. So lange nämlich dauert das Wiederbefüllen des Schwimmerbeckens, das gestern Nachmittag fast schon leer gepumpt war. Das Leeren des Beckens war nötig, da kein Chlor mehr benutzt werden darf und ohne Chemie würde das Wasser sehr schnell veralgen.

Ludwig-Steinmetz-Bad wird 60 Jahre

Nachdem das Freibad-Desaster bekannt geworden war, haben sich die Bürgermeister von Dieburg und Groß-Zimmern zusammengesetzt und nach einer Lösung gesucht. Die beiden Kommunen betreiben Hallenbad und Freibad jetzt in der zweiten Saison gemeinsam. Und das Zimmerner Hallenbad sollte zugleich mit der Eröffnung der Dieburger Freibadsaison schließen. Aufgrund der unvorhersehbaren Situation verlängert Zimmern jetzt seine Hallenbadsaison, bis – hoffentlich – Dieburg doch noch aufmachen kann. Aufgrund der angespannten Personalsituation und der bevorstehenden Generalüberholung des Hallenbades wurde jedoch entschieden, den Badebetrieb nur zu reduzierten Öffnungszeiten fortzuführen. Diese gelten ab dem morgigen Freitag: montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr. Letzter Einlass ist um 11.45 Uhr. Die offizielle Badezeit endet um 12.45 Uhr. Samstags und sonntags bleibt das Bad geschlossen.

Alle Schulen und Vereine aus Zimmern und Dieburg, die das Freibad in Dieburg zu Schul- und Trainingszwecken nutzen, wird die Möglichkeit geboten, den Unterricht sowie die Übungseinheiten im Hallenbad in Groß-Zimmern durchzuführen. Ob man die Öffnungszeiten eventuell mit dem Dieburger Personal auf ganze Tage erweitern könnte, werde beraten, sobald feststehe, wie es im Freibad weitergehe, so Thomas. Und eines ärgert den Verwaltungschef besonders: „Wir hätten dieses Jahr endlich mal gutes Wetter zur Eröffnung gehabt.“

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