An die Opfer der Weltkriege erinnern

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Ausstellung an der Gruber-Schule zeigt Feldpost und Soldatenbilder. Nach der Eröffnung konnten sich Schüler und Gäste die Ausstellung in der Pausenhalle der LGS ansehen und das Gehörte in den Briefen und Exponaten wiederfinden.

Dieburg - „Nie wieder Krieg“ – an diese eindringliche Botschaft der Menschen, die unter den Weltkriegen unsägliches Leid erlebt haben, erinnert die Ausstellung „Erinnern und Gedenken“ im Foyer der Landrat-Gruber-Schule (LGS). Von Julia Glaser 

Gezeigt werden Feldpost, Soldatenbriefe und Fotos sowie Gegenstände aus dem Alltag der Soldaten. Die Ausstellung, die am Dienstag eröffnet wurde, beschäftigt sich auch mit Hintergründen zu den Kriegen und dem Thema Erinnerungskultur.

Zur Eröffnung hatten sich in der Cafeteria Schüler der Jahrgangsstufe 12 und einige Gäste versammelt. Schulleiter Thomas Reinholz betonte, dass die Ausstellung, die sich mit dem Thema Tod befasse, bewusst in einer lebendigen Umgebung zu sehen sei. Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann erinnerte an die Euphorie der Menschen zu Beginn des Ersten Weltkriegs: „‚Wir sind an Weihnachten wieder zurück‘, dachte man damals, und dann waren es vier Jahre, die der Krieg dauerte. Er hat die ganze Welt betroffen und brachte mit den ersten Panzern und schweren Waffen eine neue, schreckliche Qualität mit sich.“ Bürgermeister Dr. Werner Thomas hob ebenfalls die Wichtigkeit des Erinnerns hervor: „Wir müssen Platz für das Gedenken machen, damit das Vergessen keinen Platz findet.“

„Nie wieder wollen wir Menschen leichtfertig als Soldaten in den Krieg schicken. Er bedeutet immer Leid und Tod“, sagte Pfarrer Karsten Gollnow. Zusammen mit Pfarrer Hubertus Naumann betreut er die Schulseelsorge der LGS, über die die Ausstellung an die Schule gekommen ist. „Wir haben Glück gehabt und durften in Deutschland eine lange Zeit in Frieden und Freiheit aufwachsen. Aber es wird in Europa wieder mit den Säbeln gerasselt und es werden Feindbilder geschaffen. Wir müssen auf die Stimme und Botschaft der Opfer der beiden Weltkriege hören: Nie wieder Krieg“, ergänzte sein Kollege Pfarrer Naumann.

„Erinnern und Gedenken“ basiert auf dem Buch „Merk_mal (e) – Erinnern und Gedenken in der Stadt Breuberg“ von Dr. Jutta Reisinger-Weber. In der Cafeteria hielt sie zur Eröffnung einen Vortrag über die Inhalte des Buches und die Einzelschicksale der Soldaten, die oft nicht viel älter waren als die anwesenden Schüler. Durch Fotos und Feldpostbriefe wurde der Verlust des einzelnen Lebens in ihrem Vortrag greifbar. Reisinger-Weber informierte ebenfalls über die Entwicklung der Denkmäler, die an die Gefallenen der Kriege damals, aber auch noch heute erinnern. „Die Formen des Erinnerns wechseln nach der Zeit und dem Zeitgeist“, erklärte die Historikerin.

Im Anschluss sahen sich Schüler und Gäste die Ausstellung im Foyer an. Dort ist auch ein Buch für persönliche Gedanken ausgelegt. Erinnerungsarbeit wird ebenfalls in den Klassenräumen betrieben. Die Briefe und Exponate sind noch bis zum 2. Dezember in der LGS zu sehen. Begleitend findet am Dienstag, 1. Dezember, von 11.15 bis 14.45 Uhr die Veranstaltung „Soldatenlieder vierzehn – achtzehn“ mit Liedermacher Jürgen Poth statt. Ein Friedensgebet in der Dieburger Moschee ist für Mittwoch, 2. Dezember, von 8 bis 9 Uhr geplant.

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