Pfarrfastnacht

Geburtsstation nach Dieburg holen

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Die „Pfarrei-Fetzer“ gaben sogar das „Äla-Fetzer“-Lied zum Besten.

Dieburg - Mit ihren zwei Sitzungen am Freitag und Samstag im Pater-Delp-Haus hat die Dieburger Pfarrfastnacht am Wochenende einmal mehr einen ihrer Höhepunkte angesteuert. 120 Zuschauer bei der ausverkauften Premiere und nochmals 100 tags darauf erlebten einen bunten Reigen aus gutklassigen Vorträgen, Tänzen und viel Musik. Von Jens Dörr

Unter den Klängen von Armin Hamich an der „Quetschkommode“ – ihn unterstützte am späteren Abend Werner Utmelleki, der zunächst noch mit den Speeslochfinken bei den KVD-Sitzungen in der Römerhalle auf die Bühne ging – zog das Moderationsteam mit Christiane Bubach, Simone Blank und Angelika Gondolf in den Saal ein. Brigitte Miller dürfte auf der heimischen Couch ein Tränchen verdrückt haben. Sie war ursprünglich für den „Dreierrat“ geplant gewesen, fiel krankheitsbedingt aber aus, wurde dank des unerwarteten Comebacks von Gondolf indes adäquat und lustig vertreten.

220 Zuschauer sahen die beiden Sitzungen der Dieburger Pfarrfastnacht im Pater-Delp-Haus.

Nach der Begrüßung übernahm eine quicklebendige Truppe um Sänger Matthias Hartnagel – unter dem Namen „Pfarrei-Fetzer“, was natürlich eine Anspielung auf die „Äla-Fetzer“ des KVD war. In bester Fetzer-Manier rissen sie die Zuschauer mit närrischem Liedgut von den Stühlen und brachten sogar den „Äla-Fetzer“-Song („Wir sind alle bereit, lasst uns heute noch etwas erleben, wenn man singt und lacht bis die Bude kracht, dann ist Äla-Fetzer-Zeit“) zu Gehör.

Ein Schmaus für die Augen war hernach die erste von zwei KVD-Nachwuchs-Tanzgruppen – einmal unter der Leitung von Carina Winter, einmal von Dagmar Ruißinger. Protokoller Seppel Hach hatte auch diesmal akribisch an den Versen geschliffen und thematisierte das politische wie kirchliche Weltgeschehen ebenso wie Dieburger Belange. Dabei nahmen die Entwicklungen des Krankenhauses St. Rochus größeren Raum ein. „Bei aller Euphorie in diesen Tagen bleiben für mich auch einige Fragen“, reimte er und formulierte eine Sorge, mit der er gewiss nicht allein steht: „Ob man’s im neuen Verbund erkennt, was man den Geist des Rochus’ nennt?“ Auch hatte er einen Wunsch: „Kann man die Geburtenstation – es sei sehr empfohlen – vielleicht nach Dieburg wieder holen?“ Zudem äußerte Hach leise Kritik am Krankenhaus-Beauftragten des Bistums Mainz, Angelo Stipinovich, bezweifelte, ob „Angelo“ in diesem Zusammenhang wirklich für „Engel“ stehe.

Erfreut war Hach derweil über die blühende Ökumene und den fleißig radelnden Pfarrer Alexander Vogl, der es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen ließ, einerseits als Zuschauer der Sitzung beizuwohnen, andererseits an deren Ende als Till Eulenspiegel den Zuschauern den Spiegel vorzuhalten.

Das Quintett Sina und Lara Miller, Anne Bürger, Theresa Armbruster und Anna Emich beschäftigte sich in seinem Wortvortrag hingegen mit dem Fernsehprogramm. Bei ihnen hielt König Fußball Einzug und am Ende wurde Deutschland natürlich (noch einmal) Weltmeister.

Der KVD entsandte zwei Nachwuchs-Tanzgruppen, hier jene von Carina Winter als Piraten und Matrosen.

Bernhard Haus spielte unterdessen den Hofnarren, Phillip Hiemenz gab einen Rodler. Christiane Bubach berichtete über eine – natürlich aus dem Ruder laufende – Pfarreifahrt.

Und als die Stimmung im Pater-Delp-Haus längst eine gelöste war, erkannten die Zuschauer die „Pfarrei-Fetzer“ aus dem ersten Durchgang im vorletzten Programmpunkt vor dem Finale in anderer Montur als Burgfräuleins wieder: Unter der Leitung von Katharina Neumann zelebrierte das Männerballett um Matthias Hartnagel, Kilian Ludwig, Erik Marx, Claus Konrad, Otmar Breitenbach, Hans Ulrich Kaiser und Thomas Blank seinen verführerischen Tanz.

Kinderumzug in Dieburg

Kinderumzug in Dieburg

Vorbei ist die Fastnachtskampagne der Pfarrei St. Peter und Paul (Festausschuss: Doris Diefenbach, Kilian Ludwig, Heike Imig, Monika Hartmann und Ordenhersteller Hans Rohmann) für dieses Jahr damit allerdings noch lange nicht: An den tollen Tagen lädt sie zum Äla-Treiben ins Pater-Delp-Haus ein, das zur großen Bar umfunktioniert wird.

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