„All 4 Music“ begeistert über 400  Zuhörer

Mit Phantom zum Tanz der Vampire

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Eine aufwändige Lichtregie mit passenden Projektionen – hier für den „König der Löwen“ – vervollkommnete die Musicaldarbietungen des Projektchors „All 4 Music“ der Freien Sängervereinigung. Die rund 400 Besucher des Abends waren begeistert.

Dieburg - Der Projektchor „All 4 Music“ der Freien Sängervereinigung Dieburg hat am Samstag in der Römerhalle über 400 Besucher begeistert. Die Anstrengung des langen Probenvorlaufs hat sich für die Sängerinnen und Sänger gelohnt.

Sie haben sich viel vorgenommen, die Sängerinnen und Sänger (Männer sind wie üblich bei solchen Projekten einmal mehr unterrepräsentiert) des Projektchors „All 4 Music“: einen Abend des Musicals, zur Feier des Frühlings, zur Freude des Publikums, zur Einlösung dessen, was fast ein Jahr lang geprobt worden ist. „Professionell“ markiert als Adjektiv den eigenen Anspruch, gewachsen in unzähligen Chorproben und vorab schon mal beim letztjährigen Martinsmarkt präsentiert.

Projektchöre sind derzeit en vogue, als probates Mittel, Menschen zum Singen zu bringen, ohne ihnen die Mitgliedschaft im Verein aufzuzwingen - eine Bindung auf Zeit, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Dazu bieten sie einen Rahmen, sich mit bewährten Solisten zu schmücken – wofür im konkreten Fall Birgit Ackermann als Beispiel auf der Bühne steht, das glockenhelle blonde Goldkehlchen aus Groß-Umstadt, schon vor zwei Jahrzehnten als Weinkönigin gegen das Lampenfieber gestählt.

Einwandfreies „Frei und schwerelos“

Sie absolviert ihren Duett-Part in dem anrührenden Freiheitssong „Frei und schwerelos“ aus dem Hexenmusical „Wicked“ einwandfrei - was umso mehr die kleinen Unsicherheiten ihrer Partnerin Claudia Logemann in den höchsten Höhen hörbar werden lässt.

Das wirft die Frage auf, wie „professionell“ die Erwartungshaltung sein darf angesichts des selbst formulierten Anspruchs der rund 30 Sänger und Musiker unter Leitung des Dirigenten Thomas Möller und angesichts eines stolzen Eintrittspreises von 18 Euro. Das Publikum zeigt sich wohlgesonnen und bedankt sich für das Gebotene mit viel Applaus.

Das Gebotene: Dazu gehört nicht nur eine professionelle Band, sondern auch eine sehr aufwändige Lichtregie inklusive der passenden Projektionen auf eine große, mittig platzierte Fläche. Dieses Arrangement teilt den Chor in zwei Hälften, die zu koordinieren für Moeller gewiss keine leichte Aufgabe ist. Damit die Projektionen sichtbar bleiben, stehen die beiden Chorhälften nicht eben im Rampenlicht, sondern die meiste Zeit ziemlich im Dunkeln, so dass man sich gelegentlich wünscht, auch mal die Gesichter zu den Tönen zu sehen.

Barbara Dörner fühlt sich „pretty“

Denn es gibt durchaus „leuchtende“ Momente in diesem netto auf knapp eine Stunde kalkulierten Programm: etwa das Solo von Barbara Dörner im „I feel pretty“ der West Side Story.

Der „König der Löwen“ nimmt nach der 20-minütigen Pause schnell Fahrt auf, das sechsminütige Medley, das den „Circle of Life“ symbolträchtig an den Anfang und das Ende setzt, wirkt so wesentlich länger. Gut gebrüllt, Löwe.

Mit dem Tanz der Vampire schicken die musical-begeisterten Sänger und Musiker schließlich ein musical-begeistertes Publikum in die leider nicht so recht frühlingslaue Nacht.  

sr

Quelle: op-online.de

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