Campusgelände in Dieburg

Aus Mischgebiet wird wohl nichts

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Wo ist das „Mattern’sche Dreieck“? Es soll sich auf der ungepflegten Wiese links neben der Skulptur „Sphäre“ befinden, ist aber unsichtbar.

Dieburg - Mit möglichen Änderungen des Bebauungsplans für den südlichen Teil des Campusgeländes, auf dem zusehends das neueste Dieburger Wohngebiet entsteht, wird sich das Stadtparlament in einer seiner nächsten Sitzungen befassen. Von Jens Dörr 

Nicht in allen Bereichen gilt die Neuordnung allerdings als sicher. Strittig ist unter den Fraktionen etwa der Vorschlag, den nordwestlichen Teil des Areals, der südlich der Aula an die Max-Planck-Straße grenzt, im Bebauungsplan in ein reines Wohngebiet umzuwandeln. Dort ist bislang ein Mischgebiet geplant, das neben Wohnbebauung auch die Ansiedlung von Unternehmen der Medienbranche oder gar eines Gründungs- und Innovationszentrums vorsah. Laut Christian Früchtenicht vom Projektentwickler ARGE Campus, der das Interesse einer schnellstmöglichen Veräußerung des von der Corpus Sireo erworbenen Grunds verfolgt, gebe es für eine gewerbliche Nutzung dieses Bereichs trotz bemühter Suche keine Interessenten.

Bei Wohninteressenten sehe das anders aus: „Die Liste der Leute, die auf den Campus ziehen wollen, wächst.“ Dabei dominierten inzwischen kleinere Budgets, so dass man sich dort eine „etwas höher verdichtete Wohnform“ vorstellen könne. So lange die Änderung des Bebauungsplans nicht vorgenommen sei, gehe die Suche nach ansiedlungswilligen Unternehmen aber weiter.

Schneller soll es hingegen mit der Entwicklung eines Spielplatzes neben der Skulptur „Sphäre“ südlich der Mensa gehen. Dort bereitet aber ein - nicht mehr zu sehendes und  in  Dieburg  nahezu unbekanntes - Denkmal Sorgen: Das „Mattern’sche Dreieck“, wird vom Denkmalschutz  des Kreises Darmstadt-Dieburg als schützenswert eingeordnet. Christine Griga, Stellvertretende Pressesprecherin des Kreises, klärt im Auftrag der Behörde auf: „Das ,Mattern’sche Dreieck’ ist Bestandteil der denkmalwerten Grünfläche, die sich im Bereich der Fachhochschulgebäude bis einschließlich der ,Campus-Wiese’ erstreckt.“

Das Dreieck, das eigentlich ein „M“ für „Mattern“ darstellen soll, sei „auf alten Fotos“ zu erkennen. Wer es vor Ort neben der „Sphäre“ sucht, findet es derzeit nicht - offenbar ist es längst von Gras und Erde überlagert. „Es handelt sich um Kunst – muss also nicht zwingend etwas darstellen“, sagt Griga, die allerdings zugibt, dass eine Denkmalpflege an der betroffenen Stelle zuletzt vernachlässigt wurde.

Früchtenicht, der wie Bauunternehmer Kevin Aumann mit der Behörde in Kontakt steht, macht jedoch Mut, dass sich das Bewahren des unsichtbaren Denkmals mit dem Bau des Spielplatzes sowie einiger Stellplätze vereinbaren lasse: „Wir sind in konstruktiven Gesprächen“, sagt er. Das bestätigt auch die Behörde, stellt aber klar, dass weder ein Abriss des „Mattern’schen Dreiecks“ noch eine Überbauung möglich sei. Für die Freifläche insgesamt werde ein Pflegekonzept erstellt. Thema im Parlament wird demnächst außerdem der kleine, sich in Privatbesitz befindende See im Osten des Baugebiets sein. Hier geht es vor allem um Fragen der Verkehrssicherungspflicht.

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