2600 Paar Schuhe bleiben erst mal in den Kartons

Regen vermasselt Auftritt

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Trotzdem hat er seinen Humor nicht verloren: Sylvain Hénon im „Schuh-Atelier“ in der Steinstraße. Für die große Kunstinstallation, die gestern wegen des unbeständigen Wetter ausfiel, standen schon alle Kisten mit 2600 Paaren, nach Farben sortiert, bereit. Jetzt müssen sie erst einmal wieder in den Keller geräumt werden – bis zum Ersatztermin.

Dieburg - Regen hat den Marsch der 2600 Paar Schuhe zum Schloss verhindert. Da half es auch nichts, dass neben Flipflops, Gesundheitstretern und High-Heels auch Gummistiefel in den Kisten lagerten. Von Lisa Hager 

Aufgehoben heißt in diesem Fall aufgeschoben: auf einen Ersatztermin, der in den nächsten Tagen festgelegt wird. „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen“, sagt Sue Hénon. Sie und ihr Helferteam sind seit Monaten mit der Aktion „Walk this Way“ beschäftigt, die der Höhepunkt des Tages des offenen Denkmals am gestrigen Sonntag werden sollte. Aber Petrus hat der Kunst einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Samstagabend fing es zu regnen an. Auch am Morgen war es noch nass und die Prognose für den Tag verhießen nichts Gutes. „Wegen des Regens in der Nacht war der Boden aufgeweicht und damit nicht geeignet für den Aufbau der Installation“, sagte Hénon gestern im Museum. Zudem waren laut Wettervorhersage weitere Regenschauer und Gewitter vorhergesagt. Da die Schuhe im Anschluss von DRK und Kolpingsfamilie eingesammelt und einem karitativen Zweck zugeführt werden sollten, durfte sie kein Risiko eingehen. Weitere Regengüsse hätte die gut erhaltenen, sorgfältig nach Farben sortierten Paare unbrauchbar gemacht. „Deshalb mussten wir die Aktion leider abblasen“, so die Künstlerin.

Die vielen Kisten, die sie und die Helfer schon vom Keller in ihre Atelierräume geschleppt hatten, müssen jetzt wieder nach unten gebracht werden. Schließlich braucht das Künstlerehepaar die Räume für seine laufenden Kurse. Sue trägt’s – ohne zu klagen – mit britischem Understatement, Sylvain mit französischer „contenance“. Jetzt wird ein Ersatztermin gesucht – möglichst zeitnah. Sobald er feststeht, wird im DA darüber informiert. Das regnerische Wetter hatte eine gute Seite: Viele zog es zu den Veranstaltungen und Spezialführungen („Blaufärber“) ins Museum. Sylvain Hénon, der am 29. November, dort eine Werkschau als Sonderausstellung („Meine Art zu sehen“) eröffnet, weihte die Besucher beispielsweise in die Geheimnisse der Farbherstellung ein.

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