Satire kann nicht lieb sein

Riesenandrang bei Ausstellungseröffnung mit Werken Hans Peter Murmanns

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Musste auch immer mal wieder für Fans mit Plüsch-Schafen posieren: Hans Peter Murmann vor seinen Werken.

Dieburg - War da nicht immer mal ein „Mäh“ zu vernehmen? Nun, selbst wenn: Bei dem Getümmel am Mittwochabend im Schloss Fechenbach wären leise tierische Äußerungen untergegangen. Von Lisa Hager 

Das Museum hat selten so einen Publikumsandrang erlebt wie bei der Eröffnung der Sonderausstellung mit Karikaturen des Dieburger Schafsmalers Hans Peter Murmann. „Malerisch bin ich nicht gut, das sieht jeder, der etwas von Kunst versteht“, sagt Hans Peter Murmann und überrascht damit die Gäste der Vernissage mit unprätensiöser Bescheidenheit. Spätestens jetzt merkt der letzte, dass es sich um eine ganz besondere Kunstausstellung handelt, die mit ironischen Brechungen und Satire spielt. Inmitten seiner zahlreich erschienenen Fans, die dicht gedrängt wie eine Schafherde im Ausstellungssaal des Museums stehen, fühlt sich der 70-Jährige sichtlich wohl und spart nicht mit den von ihm so heiß geliebten Kalauern. 40 neue Werke hängen an den Wänden, das letzte hat er eine Stunde vor der Eröffnung angebracht.

„Political correctness und Satire beißen sich“, ist eines seiner Statements. Satire könne nicht lieb sein, das schließe sich aus. Immerhin aber sei auf ihn noch nicht geschossen worden. „Bürgermeister Thomas ist in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend“, grinst der Schaffer der „Hammlets“ in dessen Richtung. Schließlich sind die Besonderheiten Dieburgs – und da gehören auch die Stadtverwaltung und der Rathauschef dazu – immer wieder Zielscheiben seiner beißenden „Schoofsgeschischde“. Er bezeichnet sie im Untertitel nicht ohne Grund als „unpolitisch, unkorrekt“. „Die Karikaturen treffen“, sagt der Angesprochene in seiner Rede bei der Eröffnung. „Ich fühle mich aber nicht getroffen oder verletzt, sondern angeregt“, so Thomas. „Das soll aber jetzt aber keine Anstiftung zu noch Schlimmerem sein“, fügt er schnell mit Blick auf Murmanns „Bäume-Pogrom“-Bild über die Kettelerstraße hinzu. Am 31. August stellt Murmann um 18 Uhr im Begleitprogramm zur Ausstellung seine „Schafsbriefmarken“ vor.

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