Von Dieburgern für Dieburger gemacht

Runder Tisch zum Schlossgartenfest

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Bei der Eröffnung des Schlossgartenfests 2015 musste die Gruppe „Hitchkick“ des Turnvereins noch auf dem Weg vor dem Biergarten tanzen. Diesmal soll eine zusätzliche Bühne inmitten des Biergartens (neben jener im Festzelt) aufgestellt werden. 

Dieburg - Das Schlossgartenfest, das in diesem Jahr vom 22. bis 25. Juli gefeiert wird, soll gegenüber dem Vorjahr einige Änderungen erfahren. Von Jens Dörr 

Festwirtin Ilona Böhm, die das vom Magistrat vergebene Fest 2015 erstmals mit ihrem Unternehmen Gastronomie Hamel-Zelt (Darmstadt) ausgerichtet und dabei in mehreren Bereichen Kritik geerntet hatte (wir berichteten), nannte nun konkrete Maßnahmen zur Verbesserung.

Zum runden Tisch waren am Mittwochabend neben Böhm, Bürgermeister Dr. Werner Thomas und Ulrike Posselt (Stadtkommunikation), 16 Vertreter von Dieburger Vereinen und vom „Freundeskreis Dieburger Schlossgartenfest“ ins Rathaus gekommen. Einige Dieburger zeigten persönlich sowie als Sprecher ihrer Vereine die Bereitschaft zur Unterstützung Böhms bei der Ausrichtung des traditionsreichen Heimatfests. Ob die Veranstaltung im Sitzungssaal des Parlaments rein quantitativ als Erfolg zu werten war, dazu gab es verschiedene Ansichten. Gekommen waren neben dem „Freundeskreis“ auch Vertreter des Karnevalvereins, des SC Hassia, der SG Grün-Gelb, des SV Blau-Gelb, der Dance Company, des Frauenchors sowie der CDU. Der Zuspruch zeige, „dass Interesse da ist, zusammen zu gucken, dass das Schlossgartenfest weiter den Charakter eines Heimatfests hat“, meinte Thomas. KVD-Präsident Friedel Enders machte hingegen keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass nur ein kleiner Teil der Dieburger Vereine vor Ort war.

Gefeiert wird in den Sommerferien

Weshalb etwa die Musik- und Gesangvereine fast nicht anwesend waren, fasste die Vertreterin des Frauenchors so zusammen: „Das Schlossgartenfest liegt dieses Jahr mitten in den Sommerferien - und da sind auch Chorferien.“ Zudem machte vorab bereits die Runde, dass ein Bühnenmobil als zusätzlicher Auftrittsort im Biergarten aufgestellt werden soll. Das Gros der Anwesenden begrüßte diese geplante Neuerung Böhms zwar, die Frauenchor-Vertreterin gab aber zugleich zu bedenken, dass es Chöre akustisch ohne ausreichend Mikrofone auf solchen Bühnen schwer hätten.

Nichtsdestotrotz signalisierte etwa dieser Dieburger Chor, sich am Schlossgartenfest 2016 beteiligen zu wollen, „damit es wieder ein Fest von Dieburgern für Dieburger wird“, wie auch Böhm das Ziel formulierte. So ist daran gedacht, die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag in die Hände der Dieburger Vereine zu geben. Die Dance Company kündigte unterdessen den Auftritt von gleich vier Gruppen an. Näher geklärt wird auch die Anregung, einen Spielepark zu veranstalten, bei dem verschiedene Vereine jeweils eine Station betreuen könnten. Eine durchaus witzige Idee brachte Böhm vor, die ein „Fußballturnier“ mit gegeneinander antretenden Teams in Autoscootern vorschlug. Dies könnte etwa am traditionell eher schwach besuchten Samstagnachmittag für Belebung sorgen.

Auf Nachfrage von Renee Exner (CDU), der nach dem Fest 2015 die Kritik aus der Bevölkerung gesammelt hatte, zählte Böhm verschiedene Schritte auf, mit denen sie das Flair verbessern wolle. So soll das Weindorf etwas größer und vor allem gemütlicher werden, 20 zusätzliche Buden mit Handwerkskunst entlang der Gersprenz aufgestellt werden, eine Riesenschaukel den Vergnügungspark attraktiver machen. „Im Biergarten wird die Gläsersituation entschärft“, kündigte Böhm an, was durch das Erheben von Pfand auf alle Gläser und an allen Tagen geschehen soll. Zudem wünsche sie sich ein attraktiveres Feuerwerk.

Abend mit einer lokalen Band

Außerdem versprach sie einen „Abend mit einer Dieburger Band“. Die steht offenbar noch nicht fest, auch hier kann man sich (in diesem Fall voraussichtlich gegen Gage) noch einbringen. Nicht gerüttelt wird am großen Festzelt mit der Hauptbühne sowie der angrenzenden Bar, die Böhm erneut an ein anderes Unternehmen vermietet. Gefeiert werden darf dort nach Auskunft von Thomas bei voller Lautstärke bis zwei Uhr und bei reduzierter Lautstärke bis drei Uhr. Wichtig war es sowohl Thomas als auch Böhm zu betonen: Mit dem Austausch und der Annäherung am Mittwochabend ist die Planung noch längst nicht abgeschlossen. Vereine, Gruppen oder Helfer beziehungsweise Kreative/Unterhaltungskünstler können noch auf die Stadt zukommen (kultur@dieburg.de), die die Anfragen und Angebote an Böhm weiterleitet. Für Helfer, die gern zu einer Zeit und Dauer ihrer Wahl anpacken dürfen, wurde der 8. Juli als Meldeschluss festgelegt.

Archivbilder

Tausende bei Schlossgartenfest

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