Sammlung für Kunstaktion am Schloss („Walk this Way“) geht bis Anfang September

Sue will noch mehr Schuh’

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Winterstiefel, Flipflops, Gesundheitssandalen und Stilettos: Jede Art von Schuhen kann Teil der Kunstaktion am 13. September werden. Sue Hénon und Helfer Michael Spieß zeigen eine Auswahl der bisher gesammelten. Die Malerin selbst hat sich – unter anderem – von einem nur einmal getragenen Paar Stiefel getrennt. „Boots are made for walking“, zitiert sie dazu Nancy Sinatra.

Dieburg - Ein Weg aus Schuhen auf dem Weg zum Schloss: Zum Tag des offenen Kulturdenkmals Mitte September wird es eine einmalige Kunstaktion in Dieburg geben. Von Lisa Hager 

Frauen sagt man ja eine gewisse irrationale Haltung zum Schuh nach: Es müssen ja nicht gleich über 1000 Paare sein, die sich in Regalen stapeln wie bei der früheren Präsidentengattin der Philippinen, Imelda Marcos. Das ein oder andere überflüssige Paar Stilettos, Winterstiefel oder Flipflops findet sich aber wohl in jedem Haushalt. Künstlerin Sue Hénon bietet zusammen mit dem Museum Schloss Fechenbach allen Dieburgern Gelegenheit, zeitgleich Platz im Schuhschränkchen zu schaffen, an einer Kunstaktion teilzunehmen und auch noch Gutes zu tun.

Zum Tag des offenen Kulturdenkmals am Sonntag, 13. September, will das Atelier Hénon eine Installation aus gespendeten Schuhen unter dem Titel „Walk this Way“ bauen. „Der Gedanke dahinter ist, dass Menschen, sozusagen vertreten durch ihre Schuhe, auf ein gemeinsames Ziel zugehen“, erläutert Sue Hénon. Vom Eingang in den Park bis zur Treppe des Schlosses soll sich dieser „Schuhweg“ in farbigen Wellen hinziehen. Die Installation steht im Zusammenhang mit dem Motto des Denkmaltages „Handwerk, Technik, Industrie“ und dem Schwerpunkt „Farbe“. Eine Ausstellung übers Schusterhandwerk begleitet die Aktion.

Seit zwei Monaten sammelt Hénon Schuhe: Flip-Flops, Laufschuhe, Sportschuhe, Gummi- und Winterstiefel, Sandalen – jegliches Schuhwerk von Kinder, Frauen und Männern ist willkommen. Die Schuhe sollen gut erhalten, noch tragbar und unbedingt paarweise zusammengebunden sein. Inzwischen hat sie um die 1600 Paare beisammen. „2000 wären spitze“, sagt sie hoffnungsvoll im Keller zwischen bereits gefüllten Kisten.

Bis 4. September kann man noch Schuhe für die Kunstaktion abgeben. Sie selbst hat ihren Bestand natürlich auch durchgeschaut und ist schon mehrfach fündig geworden. „This boots are made for walking – dieses Lied von Nancy Sinatra ist mir gestern durch den Kopf gegangen. Ich habe mir gedacht, sie hat recht und habe diese Stiefel auch gleich noch aussortiert“, sagt die gebürtige Engländerin. Das Paar im Flechtlook hat sie nur einmal zu einer Vernissage angehabt. Fazit: „Die quetschen mich.“

Abgabeorte sind das Atelier Hénon (Steinstraße 23), am Marktplatz die Bücherinsel und das Mephisto, in der Zuckerstraße Kaufhaus Enders, Schuhhaus Enders, Schuhhaus Grimm und die Stadtbibliothek, die Kanzlei Rüth, Alle meine Kleider, Buch & Papier Plappert und im Nordring das Atelier Schelter. Zudem ist eine Sammelstelle im Museum eingerichtet. Wohin führt der Weg die Schuhe nach der Kunstaktion? Alle gesammelten Paare werden an gemeinnützige Organisationen (DRK und Kolpingsfamilie) weitergeleitet. „Bei Regenwetter allerdings müssen wir das Projekt kurzfristig auf einen anderen Tag verlegen“, sagt Hénon.

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