Van Baker & Band feiern auf 1. Musiknacht ihr Zehnjähriges

Schlager mit den Jahren neu für sich definiert

+
Der Dieburger Georg Becker ist Frontmann von Van Baker & Band. „Mit den Jahren haben wir das Wort ,Schlager’ für uns neu definiert“, sagt er im Interview mit unserer Zeitung.

Dieburg - Das passt wie die Faust aufs Auge oder die Schlaghose zu Dieter Thomas Kuhn: Die längst weit über die Region hinaus bekannte Schlagergruppe Van Baker & Band feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen – und kann dies am Samstag, 8. Oktober, bei der „1. Dieburger Musiknacht“ mit ihren Fans bei einem echten Heimspiel feiern.

Veranstalter Alexander Schäfer hat die Formation um die Dieburger Georg Becker und Florian Becker als Headliner für die Open-Air-Bühne auf dem Marktplatz verpflichtet. In neun weiteren Locations der Innenstadt treten darüber hinaus Künstler der unterschiedlichsten Genres auf. Frontmann Georg Becker und Schlagzeuger Florian Becker – sie sind Cousins – sprachen im Vorfeld der Musiknacht mit unserem Mitarbeiter Jens Dörr über ein Jahrzehnt im Rausche des Schlagers. Georg und Florian, welche Ereignisse aus zehn Jahren Van Baker & Band sind Euch besonders in Erinnerung geblieben?

Georg Becker: Das ist einmal unser erster öffentlicher Auftritt auf dem Tennisplatz in Dieburg auf selbst zusammen geschraubten Holzpaletten, die als Bühne dienten. Und natürlich die drei Gigs beim Public Viewing in der Commerzbank-Arena in Frankfurt vor jeweils über 30 000 Menschen. Der Tennisplatz 2006 und die Arena viele Jahre später, diese Gigs stechen schon heraus, weil sie einfach einen langen, intensiven Weg beschreiben.

Florian Becker: Seit der Gründung 2006 sind es inzwischen rund 400 absolvierte Auftritte. Wobei natürlich jeder einzelne seine eigenen Geschichten schreibt. Wir haben in diesen zehn Jahren unglaublich viel erlebt, interessante Menschen kennen gelernt und uns mit vielen tollen Künstlern die Bühne geteilt. Wir durften uns vorletzte Woche den lang gehegten Bandtraum erfüllen und auf der Schlagerparade in Chur spielen, dem Schweizer Pendant zum Hamburger Schlagermove. Wir spielen immer komplett live, ohne Playbacks, ohne Midis oder Ähnliche. Jede klatschende Hand, die ihr Gefallen über unsere Darbietung ausdrückt, ist Balsam auf unserer Seele. Egal ob zwei oder 50 000 Hände.

Wie habt Ihr Euch musikalisch entwickelt?

Florian Becker: Der Schlager hat sich in den letzten Jahren generell sehr verändert und ist sehr poppig geworden. Vor wenigen Jahren war es Helene Fischer, die ganze Stadien füllte und moderne Live-Produktionen auf den Markt brachte. Jüngstes Bespiel ist Andreas Gabalier.

Georg Becker: Mit den Jahren haben wir das Wort „Schlager“ für uns neu definiert. Beispielsweise auch der Erfolg von Andreas Bourani „Ein Hoch auf uns“ ist in unseren Augen auch ein moderner Schlager.

Wie wichtig ist für Euch – angesichts schräger Outfits und Parodien – die Selbstironie?

Georg Becker: Es geht ja darum, die Menschen, welche zu unseren Konzerten kommen, zu unterhalten und ihnen einen unvergesslichen Abend zu bieten. Das ist an jedem Abend unser Ziel. Selbstironie gehört da unbedingt dazu, denn das schafft in unseren Augen die Nähe zum Publikum.

Florian Becker: Wenn Du damit vor allem unsere Baywatch-Zugabe ansprichst, da ist sich Georg wirklich für nichts zu schade. Aber die, die uns kennen, warten auf diesen Moment.

Wie viele Gigs spielt Ihr pro Jahr?

Florian Becker: Aktuell zirka 35 Auftritte pro Jahr. Von der Nachfrage her könnten wir auch mehr spielen, aber das ist mit Job und Familie einfach nicht machbar. Und es ist doch für eine Coverband ehrlich gesagt fast ein Luxus, wenn man nicht alles annehmen muss. Georg ist als Speditionskaufmann tätig, Patrick hat einen Reifenhandel und ich arbeite als Immobilienkaufmann. Klaus ist Berufsmusiker und unterrichtet noch an einer Schule. Jan ist ebenfalls Berufsmusiker, besitzt ein Tonstudio und arbeitet als Produzent.

Warum sollte niemand verpassen, Euch am Samstagabend auf dem Dieburger Marktplatz spielen zu hören?

Georg Becker: Zu Hause zu spielen ist immer etwas Besonderes. Wir freuen uns tierisch auf das erste Heimspiel seit längerer Zeit und hoffen natürlich, dass das Wetter mitspielt. Eines können wir jedoch sicher sagen: Egal wie kalt es sein wird, keiner der Anwesenden wird frieren, dafür werden wir als Band schon sorgen und der wunderschöne Spätsommer sollte in alter Schlagermanier auch gebührend verabschiedet werden! Dibborsch, mir freu’n uns uff aisch!

Kommentare