Schlossgartenfest in Dieburg

Mit „Hip-Hop-Fly“ über Dieburg

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Der dunkle Himmel, in den sich die Gäste per „Hip-Hop-Fly“ schleudern ließen, verhieß nichts Gutes: Freitag und Samstag litt das Schlossgartenfest unterm Regen.

Dieburg - Das 55. Schlossgartenfest hat gerade am Freitag und Samstag unter schwierigen Vorzeichen stattgefunden: Heftiger Regen vermasselte den Dieburgern sowie Festwirtin Ilona Böhm die Abende der ersten beiden Tage. Von Jens Dörr 

Heute geht das Heimatfest mit einem Frühschoppen (Live-Musik von den Filsbachern ab 11 Uhr im Festzelt), den Bands LetSwing (ab 12 Uhr im Biergarten) und Pinacolada (16 Uhr im Festzelt) sowie einem Höhenfeuerwerk (22 Uhr) zu Ende.  Das Bemühen des Ausrichters aus Darmstadt, nach der ausbaufähigen Premiere im Vorjahr an diversen Stellschrauben zu drehen und den Besuchern ein noch schöneres Festerlebnis zu ermöglichen, war am Wochenende deutlich zu spüren. Vereinzelt hatte Festwirtin Ilona Böhm dabei auch Vorschläge des „Freundeskreises Dieburger Schlossgartenfest“ aufgegriffen. So gestaltete sie das Weindorf etwas gemütlicher, war gerade hinsichtlich der Getränkeversorgung infrastrukturell besser aufgestellt. Kellner und sonstige Mitarbeiter gaben freundlich und aufmerksam ihr Bestes.

Allzu viel zu tun hatten sie am Freitag und Samstag freilich nicht. Ist der Schlossgarten freitags vor dem Bieranstich am frühen Abend generell noch ziemlich verwaist und auch der Samstagnachmittag vom Besuch und Umsatz her schwach, so traf dies in diesem Jahr auch für die Abende zu. Die Einbußen sollten im Vergnügungspark wett gemacht werden: Dort wurde durch reduzierte Preise an Buden und Fahrgeschäften versucht, das Defizit aufzufangen. Zum Bieranstich am Freitag um 19 Uhr mit Böhm und Bürgermeister Werner Thomas begann auf die Minute genau ein heftiger Regenguss, der bis 20 Uhr dauern sollte und damit genau jene Zeitspanne lang, in der sich üblicherweise das Gros der Festbesucher in Dieburg und Umgebung auf den Weg macht oder seine endgültige Entscheidung dazu trifft. Ebenfalls ab 19 Uhr entlud der Himmel am Samstag viel Wasser und beruhigte sich in den folgenden Stunden nicht mehr. Für viele Betreiber gerade im Vergnügungspark ein Totalausfall – der Wettergott entpuppte sich nicht als Schlossgartenfest-Fan.

Das betraf auch einige Nutzer des Online-Netzwerks Facebook, wo sich bereits am Freitagnachmittag eine recht emotionale Diskussion über das auf dem Festplatz angebotene Ponyreiten entsponnen hatte. Einige Tierfreunde waren nicht einverstanden damit, dass in einem kleinen Rund sechs Ponys kleine Kinder auf dem Rücken trugen. „Es gibt keinen Grund, Tiere auszubeuten für einen Haufen schreiender Kinder“, lautete eins von Dutzenden Statements. Böhm nahm gegenüber unserer Zeitung bereits am Freitagabend dazu Stellung: „Beim Ponyreiten handelt es sich um einen Vorzeigebetrieb, der vom Veterinäramt abgenommen ist.“ Auch der Dieburger Magistrat habe für das Angebot sein Okay gegeben – ebenso wie für die Nutzung einer Schlossgarten-Wiese, auf der die Ponys zwischendurch grasen durften. Am Samstag hatte sich die Lage weitgehend beruhigt. Zu sichtbarem Protest vor Ort kam es nicht.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Sichtbar waren am Wochenende hingegen mehrere Dutzend Dieburger, die sich wie der Karnevalverein, der Turnverein oder die Dance Company an Getränkeständen oder mit Tänzen auf der Bühne im Biergarten einbrachten und ein wenig das Gefühl eines Festes „von Dieburgern für Dieburger“ zurückbrachten. Das war auch von Böhm ausdrücklich befürwortet worden und soll weiter gefördert werden. Die Biergarten-Bühne – wenn ihr auch die Verkleidung auf der offenen Rückseite fehlte - setzte als Neuerung einen positiven Akzent. Das galt auch für die riesige „Schaukel“ im Vergnügungspark. Der „Hip-Hop-Fly“ zischte beeindruckend durch die Luft – so das Wetter es denn zuließ. Einen weiteren Schub für die Attraktivität des Vergnügungsparks könnte eine Veröffentlichung in der wichtigsten deutschen Zeitschrift des Schausteller-Gewerbes geben: Am Sonntag verschaffte sich der in der Branche stark wahrgenommene und gelesene „Komet“ einen Überblick über das Treiben in Dieburg.

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