Bürgermeister nimmt Kritik ernst

Schlossgartenfest: Neben Tadel gab‘s auch Lob

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Ilona Böhm

Dieburg - Nach der Kritik am diesjährigen Schlossgartenfest – Premiere für Festwirtin Ilona Böhm – meldet sich Bürgermeister Dr. Werner Thomas zu Wort. Inzwischen hat er mit der Organisatorin Manöverkritik geübt.

In einer Stellungnahme nimmt er sie gegen Angriffe in Schutz, fordert aber auch die Dieburger selbst auf, künftig aktiver mitzuwirken. „Genau auf den Tag einen Monat nach dem Bieranstich des Schlossgartenfestes gab es eine Klatsche für Festwirtin Ilona Böhm und somit auch die Stadt“, so der Bürgermeister in seiner Mitteilung. Dass dies praktisch aus heiterem Himmel über eine „Umfrage“ in Facebook, per Zeitung und später auch per Brief und nicht in persönlicher Ansprache erfolgte, habe es „besonders unschön“ gemacht. Denn nach dem Fest sei an die Stadt nur geringe Kritik herangetragen worden. „Mal ging es um die Toilettennutzung, mal um die Nutzung der Bühne für Auftritte“, so Thomas. Bereits während des Festes hatten sich die Festwirtin und der Bürgermeister darauf verständigt, dass man sich nach der „Festkampagne“ zusammensetzen wolle, um zu beraten, was man im nächsten Jahr besser machen könne.

Der Artikel im DA habe es ja bereits erwähnt, so Thomas: Es gab für die Wirtin eine kurze Vorlaufzeit, um das Fest vorzubereiten und sie war zum ersten Mal am Start. „Und eines war ja wohl allen klar: Das Schlossgartenfest wird nicht mehr so wie früher sein, als noch engagierte Mitglieder der Vereine vor und hinter der Theke standen und Vereinsvorsitzende ihren Jahresurlaub der Planung und Organisation des Festes opferten“, so Thomas. Es habe ihm immer sehr viel Respekt abgenötigt, zu sehen, was da von den Machern in den Vereinen geleistet wurde. Aber die Änderungen in der Gesellschaft und der Berufswelt hätten keine Rücksicht auf das Schlossgartenfest genommen. Vielen Vereinsmitgliedern sei es aus beruflichen Gründen einfach nicht mehr möglich gewesen, die Arbeiten zu unterstützen und ihren Urlaub so zu planen, dass sie als Helfer zur Verfügung stehen konnten.

„Die Zeiten haben sich in den vergangenen über 50 Jahren geändert“, so Thomas weiter. Das Angebot an Festen sei reicher, die Feierkultur habe sich gewandelt, nicht zuletzt sei man älter geworden. „Aufgabe der Regie durch Vereine“, „Insolvenz des alten Festwirtes“, „Aushilfen aus Kostengründen“, zitiert der Bürgermeister aus Veröffentlichungen. „Ja, das sind die Nöte und Vorlagen, mit denen die Festwirtin kalkulieren musste“, sagt er. Insbesondere, da es galt, ein althergebrachtes Konzept zu übernehmen.

Die Kritik werde von Seiten der Stadt und der Wirtin sehr ernst genommen. Denn so schnell möchten beide nicht aufgeben und die Sache hinschmeißen. „Deshalb haben wir uns zusammengesetzt, wie wir es schon während des Frühschoppens am Schlossgartenfestmontag vereinbart hatten, und haben Lob und Tadel ausgewertet“, so Böhm und Bürgermeister im Anschluss an ihr Treffen am Montag. Im Großen und Ganzen beträfe die Kritik aber nicht das Konzept des Festes, sondern Punkte, bei denen mit einem guten Coaching der Mitarbeiter Abhilfe möglich sei. Lob gab es auch: zur Musik, zum Zeltboden. Und: „Böhm konnte mit zahlreichen Ideen aufwarten, wie man das Fest im kommenden Jahr noch attraktiver und im Angebot breiter gefächert ausrichten kann.“

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Vor allem aber das Fazit im DA-Artikel („Ohne Interaktion und das Einbinden der Vereine wird das Fest sterben“) nehme man sehr ernst. „Hier liegt auch der Hund begraben“, meint Thomas. Die Verein ließen sich lediglich zu einem kleinen Bühnenprogramm überreden. Dies solle kein Vorwurf sein, lediglich eine Feststellung. Aus diesem Grund laden Festwirtin und Bürgermeister alle Dieburger Gruppen und Vereine und die „Freunde des Schlossgartenfests“ ein, sich 2016 aktiv einzubringen. Den Kontakt zur Festwirtin stelle das Kulturamt der Stadt gerne her. (eha)

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