Gut besuchtes Schwimmbad

Der Renner zum Ferienende

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Das Freibad lockt in diesen heißen Tagen viele Badegäste, die sich etwas Abkühlung erhoffen und Spaß haben wollen.

Dieburg - Der Sommer war nicht unbedingt von der Sonne verwöhnt. Dennoch schätzt Bademeister Holger Kern, dass die Besucherzahlen im Dieburger Freibad 2016 höher liegen könnten als im vergangenen Jahr. Von Ulrike Bernauer 

Die Sonnenstrahlen brennen vom Himmel, da schafft der Sprung ins kühle Becken Linderung – und am Ende der Saison könnte ein gutes Ergebnis stehen. Kamen vergangenes Jahr insgesamt 57.050 Badegäste, lag die Zahl der Schwimm- und Sonnenhungrigen bis Freitag bei 49 650. „Ich rechne an diesem Wochenende noch mit 4 000 Besuchern“, sagt Kern, „und wenn der August wie vorausgesagt noch weiterhin so schön bleibt, dann könnten wir die 60.000-er Marke knacken.“ Allerdings kommen jetzt schon nicht mehr so viele Badegäste wie im Früh- oder im Hochsommer. „Viele Menschen waren im Urlaub am Meer, die haben jetzt nicht mehr so das Bedürfnis zum Schwimmen, und es gibt auch viele Dieburger, die packen nach dem Schlossgartenfest ihre Badehose in den Schrank“, weiß Kern aus fünfjähriger Erfahrung als Bademeister.

André, Natascha, Loris und Brigitte Gutmann sind aus Babenhausen nach Dieburg ins Freibad gekommen – wegen des Sprungturms.

Dazu gehören allerdings nicht die Dauerschwimmer. Helga Leibinger wohnt in Dieburg. „Ich komme jeden Tag, so zwischen 10 und 11 Uhr, wenn die Hausarbeit erledigt ist. Ich bin begeistert, hier herrscht eine tolle Stimmung. Ich schwimme allerdings nicht, ich habe Venenschäden und deshalb laufe ich im Wasser und mache mit den Armen Schwimmbewegungen. Ich komme auch gerne bei strömenden Regen. Wenn das Freibad schließt, dann habe ich fast Entzugserscheinungen. Im Winter zähle ich die Tage, bis es wieder losgeht.“ Es kommen aber nicht nur Dieburger ins Freibad. Laskis Spilianos stammt aus Darmstadt. „Ich bin zum ersten Mal hier, Freunde von uns haben uns das empfohlen. In Darmstadt gibt es nicht so schöne Freibäder. Hier ist es sauber, es gibt die Rutschen oder man kann springen, in Darmstadt leider nicht. Ich werde bestimmt noch öfter kommen.“ Solch ein Lob hören die Stadtväter wohl gerne, auch wenn sie auf ihrer Homepage eine Umfrage gestartet hatten, wie das Freibad saniert werden könnte und was sich die Badegäste noch für ihr Schwimmbad wünschen.

Brigitte, André, Ben, Loris und Natascha Gutmann sind aus Babenhausen gekommen. „Ich bin zum ersten Mal hier, weil mein älterer Enkel gerne vom 10-Meter-Turm springen wollte, so einen gibt es in Babenhausen nicht. Mir gefällt es sehr gut, das einzige Negative ist das Babyschwimmbecken, das ist zu sonnig“, sagt Brigitte Gutmann. Auch André Gutmann gefällt es im Schwimmbad, „für die Kids ist es passend.“

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Seit der Kooperation mit Groß-Zimmern hat es Bademeister Holger Kern leichter. „Früher haben wir 120 Tage praktisch ohne Pause durchgearbeitet, heute haben wir einen Tag die Woche frei.“ Trotz der neuen Arbeitszeiten und obwohl er seinen Beruf liebt, ist er immer ganz froh, wenn die Saison zu Ende ist. „Es ist auf Dauer doch sehr anstrengend und wir machen viele Überstunden. Ich mag allerdings die Vielseitigkeit an meinem Beruf, ich bin Techniker, Chemiker, Animateur, Sanitäter und Seelentröster.“ Kern und seine Kollegen sind ganzjährig beschäftigt, das waren sie allerdings auch schon vor der Kooperation mit Groß-Zimmern.

„Wenn am 16. September das Bad geschlossen ist, dann haben wir immer noch Arbeit. Es müssen Hecken geschnitten und insgesamt muss die Anlage winterfest gemacht werden“, sagt Kern. Bis etwa November ist er damit beschäftigt, dann unterstützt er die Kollegen im Zimmerner Hallenbad, so wie die in der Sommersaison nach Dieburg kommen und dort den Bademeistern das Leben erleichtern.

Ilse Kuber ist aus Rödermark zu Gast. „Das Freibad in Dietzenbach ist näher, aber hier ist es schöner, nicht so überfüllt und man kann besser schwimmen. Ich habe das Freibad in diesem Sommer entdeckt, aber im nächsten Sommer werde ich mir dann wohl eine Dauerkarte kaufen.“ Auch Kuber ist traurig, dass das Freibad seine Pforten dichtmacht. Für manchen gibt es nur einen Trost. Das Freibad hat seinen letzten Öffnungstag am Donnerstag, 15. September, das Zimmerner Hallenbad löst es nahtlos ab, am 16. September können dort sich die Badegäste im erfrischenden Nass tummeln.

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