Seniorenbeirat ermutigt ältere Bürger

„Wo drückt der Schuh?“

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Zahlreich erschienen die Dieburger zur Jahresversammlung des Seniorenbeirats im Rathaus und suchten bei Bürgermeister Thomas Antworten auf ihre Fragen.

Dieburg - Der Seniorenbeirat Dieburg setzt sich für die Belange älterer Mitbürger ein. Die gut besuchte Jahresversammlung im Rathaus bewies, welche Relevanz demographischer Wandel besonders im Lokalen hat. Von Sarah Neder

Rund 60 Dieburger machten es sich im Sitzungssaal bequem, aber ließen im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Thomas Werner keine ungemütliche Frage aus: Als erstes erhob sich eine Frau von ihrem Platz, in der Hand ein Umschlag mit Beweisfotos. „Es gibt immer noch keinen Handlauf an der Unterführung am Bahnhof“, monierte sie. Das Auf- und Absteigen der Treppen sei für Senioren deshalb sehr beschwerlich, so der Vorwurf gegenüber Thomas, der aber eine klärende Antwort wusste: „Die Unterführung liegt auch in Verantwortung der Bahn. Wir werden uns aber schnell um einen Handlauf kümmern“, versprach der Bürgermeister.

Kaum hatte sich die erste Rednerin gesetzt, stand die nächste auf. Sie beklagte, dass es wegen der Neubaugebiete immer weniger Spazierwege im Dieburger Osten gebe. „Da ist nur noch der Wald und da fallen einem die Äste auf den Kopf“, meinte die Seniorin. Kritik, der eine weitere Dame zustimmt: „Auch die Anlage im Norden, zwischen Dieburg und Münster, ist eine Zumutung“, sagte sie. Keine Bänke, kein guter Bodenbelag, zu viel Gestrüpp. Was könne die Stadt dort tun? Der Bürgermeister versprach, dass die Wege bald neu gemacht würden, eine Maßnahme, die sich eine weitere Teilnehmerin der Fragerunde auch für den erdigen Verbindungsweg am Landratsamt wünscht. Der sei nach Regen immer aufgeweicht und schlammig. Nach angeregtem Austausch zwischen Bürgern und Rathauschef, berichtete der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Heinrich Boller, über das vergangene Jahr. Insgesamt sei die Arbeit des Beirats viel in Anspruch genommen worden, auch wenn die Zahlen der Besucher der Sprechtage zurückgingen. Dafür gab es mehr telefonischen Kontakt mit den Seniorenvertretern.

Weiterbildungsangebote für ältere Bürger

Großen Zuspruchs erfreuten sich 2014 auch die Weiterbildungsangebote für ältere Bürger. So besichtigte die Gruppe ein Wohnquartier mit bezahlbaren Mieten sowie ein Hospiz in Bensheim. Außerdem lud der Beirat Geschäftsleiter der Seniorenzentren in Groß-Zimmern und Groß-Umstadt zu sich ein, „um auch mal über den Dieburger Tellerrand zu schauen“, wie Boller erklärte. Ein Thema, das den Beirat auch 2015 noch beschäftigt, ist der Verlust seines Domizils am Fuchsberg. Zwar sei die neue Unterkunft im Schloss Fechenbach eine gute Übergangslösung, so Boller, langfristig wolle man aber wieder unter eigenem Dach zusammenkommen. „Denn das Gefühl nur geduldet zu werden, sei kein gutes“, forderte der Vorsitzende und zeigte sich kooperativ: „Wir können uns vorstellen, das neue Gebäude ,Haus der Begegnung’ statt ,Seniorentreff’ zu nennen.“ So würde der Treffpunkt auf breitere Füße gestellt werden und sei auch von anderen Vereinen nutzbar, erläutert Boller.

Zukunftsorientiert ging es auch beim Thema Vernetzung zu: Seit Kurzem gibt es eine Homepage des Seniorenbeirates, auf der etwa aktuelle Sitzungsprotokolle, aber auch die nächsten Termine für die Sprechstunde einsehbar sind (www.senioren-auf-draht.sozialnetz.de). Boller wies noch einmal auf das Angebot seines Gremiums hin: Gemeinsam Malen, Tanzen, Spielen, das geht auch im Schloss Fechenbach. Neue Gesichter seien stets willkommen. Außerdem betonte der Vorsitzende, dass Senioren ihre Fragen und Sorgen immer an den Beirat herantragen können: „Reden Sie mit uns, sagen Sie, wo der Schuh drückt.“ Ein Exempel der umfassenden Hilfestellung statuierte der Vortrag zu Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht im Anschluss. Der Seniorenbeirat hatte hierzu Anja Schnellen, Leiterin des ökumenischen Hospizvereins in Groß-Umstadt eingeladen.

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