Zur Wallfahrt: Neue Broschüre beschreibt die Stationen

Der Weg der sieben Schmerzen Mariens

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Pfarrer Alexander Vogl (links) und der „Macher“ der neuen Broschüre, Karlheinz Braun.

Dieburg - Rechtzeitig zur Wallfahrt in Dieburg erscheint eine neue Broschüre, die die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Auftrag gegeben hat. Karlheinz Braun hat sie zusammengestellt und redigiert. Von Lisa Hager

Sie beschreibt den Stationsweg auf dem Wallfahrtsplatz „Der Sieben Schmerzen Mariens“. Pilger und Besucher können die sieben Stationen alleine oder in Gruppen entweder betend (erster Teil) oder nach den Worten von Pater Anselm Grün, OSB, meditierend (im zweiten Teil) begehen. Um der Wallfahrt auf dem Außengelände einen würdigen Rahmen zu geben, ließ man 1948 die Grabsteine des früheren Friedhofs abtragen und gab dem Gottesacker unter den alten Baumwipfeln eine für die Durchführung der Wallfahrt hervorragende Gestaltung. 1972/73 erfolgte die Erstellung eines Stationsweges „Der Sieben Schmerzen Mariens“ sowie die Errichtung der sieben Stationen mit ansprechenden Terrakotta-Plastiken von dem Mainzer Bildhauer Adam Winter.

Sechs Stationen sind in einem Kreis angeordnet. Von ihnen führen Wege radial zur Mitte, wo über der plastischen Darstellung der Kreuzabnahme ein Rundtempel als siebte Station errichtet ist, der bei den Lichterprozessionen ein funkelnder Mittelpunkt des Flammenmeeres ist. Die Beschauer fesselt die Statue der knienden Gottesmutter vor dem ausgestreckten Leichnam ihres Sohnes. In dem jeweiligen Gehäuse der sechs Stationen sind dargestellt: „Die Weissagung des greisen Simeon“, „Die Flucht nach Ägypten“, „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“, „Die Begegnung auf dem Kreuzweg“, „Maria unter dem Kreuz“ und „Die Grablegung Jesu“.

„Betet oder meditiert man die entsprechenden Texte, ausgehend von den Aufzeichnungen der Evangelisten, dann kann man feststellen, dass sich das Verhalten der Menschen in dieser langen zurück liegenden Zeit bis heute kaum geändert hat“, so Karlheinz Braun. In der Flucht nach Ägypten von Joseph und Maria mit ihrem Kind Jesus spiegelt sich die heutige Flüchtlingsproblematik wieder. Bei der „Suche nach dem Kind“ ist der Generationskonflikt zu erkennen. Am „Kreuzweg“ wird die Gleichgültigkeit der Menschen angesprochen. Die drei Tage nach dem Tod sind ebenfalls Thema wie das Geborgensein im Schoß der Mutter. „In all diesen Erkenntnissen gibt es eine Menge Parallelen bis in unsere heutige Zeit“, hat Braun erkannt.

Der Gebetsteil ist der Pilgerschrift aus Kirchzell entnommen. „Dankenswerterweise hat Pater Anselm Grün aus Münsterschwarzach seinen Predigttext aus dem Vorjahr genau zu diesem Thema zur meditativen Unterstützung dieses Stationsweges zur Verfügung gestellt“, freut sich Braun. Weiterhin wird der Besucher auf die Gedenkstätte der Rosenkranzkönigin aufmerksam gemacht. Diese Broschüre schließt eine Lücke in den Veröffentlichungen zu der Gnadenkapelle in Dieburg. „Mögen die Pilger an den Wallfahrten aber auch die Besucher während des Jahres den Stationsweg ‚Der Sieben Schmerzen Mariens‘ in dem Vertrauen gehen, dass der Weg sie bewegt, auf neue Weise Ihr Leben zu verstehen“, wünscht sich Braun. Die neue Broschüre „Stationsweg der Sieben Schmerzen Mariens“ ist ab den Wallfahrtstagen für zwei Euro im Pfarrbüro und im Wallfahrtsladen erhältlich.

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