Rekord: Über 100 Sportler mit dabei

Rakete zum Silvesterlauf

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Rekordzahl beim Silvesterlauf in Dieburg: Gut über 100 Sportler gingen auf die winterliche Strecke im Wald.

Dieburg - Eine Rakete zischte durch den Wald – dies war am Mittwoch der Start für den traditionellen Dieburger Silvesterlauf, der jährlich von Otto Sauer ausgerichtet wird. Von Matthias Grimm

Und gleich einer Rakete schießen Jahr für Jahr die Teilnehmerzahlen nach oben - als sich der Läufertross in Bewegung setzte, sah man den Wald vor lauter Sportlern nicht. Die hohe Teilnehmerzahl erstaunte den regional bekannten Spitzenläufer Abdel Graine aus Semd sehr: „Als ich vor etwa 15 Jahren bei den ersten beiden Silvesterläufen dabei war, liefen vielleicht 20 Freunde von Otto mit. Und als ich vorhin hier ankam, dachte ich, da ist ja was los wie bei einem Wettkampf.“ Kein Wunder, schließlich hatten sich gut über 100 Sportler zum Jahreswechsel die Schuhe geschnürt. Doch ein Wettkampf ist der auf eine Stunde ausgelegte Silvesterlauf nicht: Die Läufer drehen im individuellen Tempo in kleinen Gruppen ihre Runde. Als Startgeld zahlen sie einen Betrag ihres Ermessens, der Gesamterlös wird für einen guten Zweck gespendet.

„Die ersten waren schon nach 50 Minuten wieder da“, schmunzelte Otto Sauer, was ihm das Austeilen des leckeren Glühweins im Anschluss an den Lauf erleichterte. Ob Walker, Triathleten, Junioren, Senioren – alle kamen nach und nach wohlbehalten wieder an und holten sich bei Sauer das verdiente Heißgetränk samt Hefebrezel ab. Als gesellige Trainingseinheit sieht der Triathlet Felix Schreiber den Dieburger Silvesterlauf. „Das ist für mich ein Event“, hebt der 30-Jährige den gemeinschaftlichen Aspekt der Veranstaltung hervor. Sein Verein, der VFL Münster, war wie immer dabei: 25 Läufer der Triathlonabteilung waren von Münster nach Dieburg gelaufen, nahmen am Silvesterlauf teil, um anschließend per Laufschuh wieder zurückzukehren.

Der älteste Teilnehmer im Jahr 2014 war der 78-jährige Wilhelm Reuling aus Hergershausen. „Mit 52 Jahren bin ich einen Marathon unter vier Stunden gelaufen“, ermunterte er den „Exil-Hergershäuser“ und Neudieburger Klaus Thomas (50), nun das Marathonprojekt anzugehen: „Da bist du jetzt im besten Alter dafür.“ Mit stolzen 75 Lenzen schließt Willi Weißbäcker nicht aus, 2015 an einem Wettkampf teilzunehmen. Dreimal pro Woche macht sich der schlanke Dieburger im Training fit. In dem Alter aber müsse er eine Wettkampfteilnahme „kurzfristig davon abhängig machen, wie es mir gerade geht“.

Uwe Hauschild (58) hat ein Ziel fest im Visier: „Am 17. Mai habe ich für den Marathon in Riga (Litauen) gemeldet.“ Mit seiner Frau Regina, die stets die Halbmarathon-Distanz meldet, geht der Dieburger auf Lauf-Städtereisen – letztes Jahr war das Paar bei den Marathon-Läufen in Boston und Florenz am Start. Mick Lunkenheimer (48) zieht es eher ins Grüne: „Ich bin 2015 beim Füssen-Marathon dabei – ein landschaftlich wunderschöner Lauf.“ Ob Füssen, Riga, Münster oder Hergershausen – an Silvester 2015 treffen sich die Sportler wieder, um eine Stunde zu joggen und Otto Sauers Glühwein zu genießen.

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