An der Landrat-Gruber-Schule

Sportsfun Teamday: Klettern für Zusammenhalt

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Den Klassenkameraden vertrauen und Kontrolle abgeben: Diese Fähigkeiten waren an dieser Teamstation gefragt.

Dieburg -  Teamarbeit und Kommunikationsstärke als zentrale Kompetenzen für Berufseinsteiger, diese Anforderungen sind in Stellenausschreibungen längst gang und gäbe. Von Konstanze Löw 

Doch wo sollen junge Menschen diese Kompetenzen lernen? Beim Sportsfun Teamday der Landrat-Gruber-Schule (LGS) wurde dem Ziel sportlich nachgegangen. Boogie Woogie, Frisbeegolf, Selbstverteidigung oder Slackline standen für die experimentierfreudigen Schüler der LGS an einem ganzen Vormittag auf dem Programm. Wer jedoch die klassischen Sportarten wie Fußball, Badminton oder Volleyball bevorzugte, kam beim Sportsfun Teamday genauso auf seine Kosten. Rund um das berufliche Schulzentrum waren Trendsportarten und Klassiker gleichermaßen vertreten. Außerdem steckt hinter dem Sporttag ein ganz besonderes Rezept: „Wir wollen die Schüler bei den einzelnen Stationen nicht nur zum Sportmachen bewegen, sondern auch ihren Mut und soziale Kompetenzen aus ihnen rauskitzeln“, erklärte Martin Weingart von der Sportjugend Hessen. Schüler, die mit Körperkontakt in den Vormittag starten wollten, nahmen am Selbstverteidigungskurs des Dieburger Karate-Vereins in der Turnhalle teil.

Im Klassenverband gemeinsame Sache machen, war auch bei der Station „Schokofluss“ gefordert.

Und auch beim Fußball sei es vor allem um Bewegung und Fairness gegangen. „Wir haben ganz bewusst keinen Schiri eingesetzt. Die Schüler sollten von sich aus gerecht spielen“, beschrieb Weingart den pädagogischen Gedanken weiter. Trotz Regens wurde auf dem Rasenplatz bei unterschiedlichsten Disziplinen gedribbelt, gesprintet oder geworfen. Im Schulgebäude gegenüber ging es eindeutig rhythmischer und trockener zu: Orientalische und hippe Klänge füllten die Räume, denn Bauchtanz und Zumba standen auf dem Programm. Für diesen Tag wurden neben etlichen Sportangeboten außerdem neun Teamstationen entwickelt, die ausgewählte Klassen gemeinsam bewältigen sollten.

Dort ging es darum, die Team- und Kommunikationsfähigkeit innerhalb der Klassengemeinschaft zu stärken Das beste Beispiel dafür war die Kletterstation an der Außenwand der ABC-Halle: Ein Schüler wurde mit Seilen abgesichert und sollte einen vorgezeichneten Weg in mehreren Metern Höhe an der Hallenseite entlanglaufen. Nur mit der Kraft und Koordination der Mitschüler, die ihn durch die Seile in die richtige Richtung wiesen, konnte dies gelingen.

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

„Auch hier kommt wieder die Kommunkation und Taktik hinzu, denn die Schüler müssen sich gut abstimmen“, erläuterte Weingart die Herausforderung. Am Ende stand ein Gewinner fest: Die Klasse 11 b mit Klassenlehrer Hutmacher meisterte in nur 2:40 Minuten die Aufgabe am schnellsten. An Anreize für die Schüler, sich bei den Aufgaben ins Zeug zu legen, hatten die Verantwortlichen auch gedacht: So wartet auf die beste Klasse ein halbtägiges Teamtraining. Die restlichen Schüler, die nicht im Klassenverband an den Team-Stationen teilnahmen, tobten sich rund um und in der LGS in Kleingruppen oder alleine aus.

Ingesamt kamen an diesem Mittag 1  200 Schüler in Bewegung statt stur zu pauken. Und die Veranstaltung, die von der Sparkasse unterstützt wurde, kam auch bei den Schülern gut an. „Mir hat’s richtig Spaß gemacht. Ich konnte neue Sportarten ausprobieren. Beim Sinnes-Pfad am Agrar-Gebäude habe ich alle Sachen mit verbundenen Augen errochen“, fasst die Schülerin Jolene Schmücker ihren ungewöhnlichen Schultag zusammen. Auch bei den Lehrern fand der Teamtag, an dem der Unterricht mal in ganz anderer Form als üblich stattfand, positive Resonanz. „Er hat einen pädagogischen Wert und bringt noch dazu maximalen Spaßfaktor“, resümierte Lehrer Jonas Röhrig.

Dass die gesamte Schule an einem Tag zusammen kam, um miteinander Sport zu treiben, freute Schulleiter Thomas Reinholz ganz besonders. „Und das, obwohl beim Volleyballspielen wirklich alles andere als Strandgefühle aufkamen“, scherzte er weiter.

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