Schüler haben beim Graffiti-Kurs ihrer Kreativität freien Lauf gelassen

Sprayend durch die Osterferien

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Mit voller Konzentration dabei: Auf Holzbrettern werden die selbst gebastelten Schablonen aufgelegt – und dann heißt es, ran an die Sprühdose. So entstanden im Jugendcafé Gaffiti-Unikate.

Dieburg - Sie sind bunt, auffällig und nicht überall gleichermaßen beliebt. Doch beim Graffiti-Workshop im Jugendcafé entstanden am Donnerstagnachmittag wahre Kunstwerke. Von Konstanze Löw 

Tim hat eine Schutzmaske auf und ein viel zu weites, altes Hemd an. Spätestens als die ersten Spritzer aus der Sprühdose kommen, weiß man warum. Der Geruch nach Lack erfüllt die Luft, einige Kleckse landen auf dem Hemd. „Ist ein altes von Papa, macht nichts“, bemerkt der Kreative während er konzentriert die selbst gebastelte Schablone besprüht. Seine Leinwand zieren später – in grellen Neonfarben, wie es sich für echte Graffitis gehört – die markanten Umrisse amerikanischer Autos. Schon in ein paar Tagen, so ist der Plan, soll das farbenfrohe Kunstwerk über Tims Bett hängen.

Er und 30 weitere Jugendliche zwischen zwölf und sechzehn Jahren haben sich für das einwöchige Osterferienprogramm des Jugendcafés angemeldet. Und dabei allerhand erlebt: „Wir waren klettern und bouldern und haben einen Tag bei Radio Darmstadt verbracht. Dort durfte die Truppe sogar ihre eigene Sendung aufnehmen“, gibt Özlem Yanmaz Ezawa vom Jugencafé Einblick in die die Ferienwoche. „Heute steht Sprayen auf dem Programm“, so Ezawa weiter. Doch bevor es ans Sprühen geht, muss zuerst ein kreatives Muster, dass später als Schablone dient, her. „Stencils ist der Fachbegriff bei den Spayern. Aber eigentlich sind es ganz normale Schablonen“, verrät die Praktikantin Julia Stigel.

Sie und die restlichen vier Betreuer haben zwar nur etwas Spray-Erfahrung, aber vor allem Spaß daran, den Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Kunstwerke zur Seite zu stehen oder einfach ein paar Farbtipps zu geben. Die zwölf-jährige Lili aus Babenhausen braucht diese Tipps weniger. Denn sie hat ihre ganz eigenen Vorstellungen. „Ich bastele ein Namensschild für meine Zimmertür“, erklärt sie stolz. Lila Blumen, ihr Name und viele Herzen zieren am Ende des Tages das Holzbrett. Nachdem die Schablonen nach dem Besprühen kurz zum Trocknen auf dem Brett liegenbleiben müssen, zeigt sich beim Abziehen endlich das Kunstwerk. Die junge Künstlerin ist sichtlich zufrieden und froh, endlich die Schutzmaske abnehmen zu können. Aber nicht nur die Kinderzimmer der Jugendlichen werden nach diesem kreativen Ferientag etwas bunter sein. Auch alle Fußballer des Jugendcafés profitieren von dem Spray-Workshop.

Denn auch die bislang durchgängig grüne Torwand ist vor den Sprayern nicht sicher. Akay hält eine Schablone in Form eines Fußballs an die Torwand und hat sie in nur wenigen Sekunden mithilfe des Sprays zu einem kleinen Kunstwerk verwandelt. „So macht dann Torwandschießen gleich noch mehr Spaß,“ schmunzelt er zufrieden. Akay, Lilli, Tim und die restliche Gruppe haben an diesem Nachmittag bewiesen, dass Graffitis vor allem auch Gegenstände verschönern können.

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