Prioritätenliste wird erstellt

Stadt befragt Bürger zur Freibadsanierung

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Geht´s nach den befragten Erwachsenen und Schülern, soll sich im Ludwig-Steinmetz-Bad nicht allzu viel ändern. Dass die Anlage beispielsweise zum Wettkampfbad ausgebaut wird, lehnt eine klare Mehrheit ab.

Dieburg - Zwar erscheint der Sanitärbereich ausbaufähig und es gibt einige Wünsche der Gäste, doch klar ist: Größere Veränderungen soll es bei der Sanierung des Freibads nicht geben. Von Stefan Scharkopf 

Das Ludwig-Steinmetz-Bad rangiert in der Beliebtheitsskala der Dieburger ganz weit oben. Kein Wunder also, dass die Nutzer es erhalten wollen – gerade so, wie es ist. Zwar gibt es einige Wünsche zur Optimierung, doch im Großen und Ganzen soll es keine Veränderungen geben – Hauptsache es öffnet 2017 und die Folgejahre wie gewohnt. Die Stadtverwaltung hatte vor dem Hintergrund der anstehenden Sanierung die Bürger befragt. Am Montagabend stellte die Leiterin des Ordnungsamts, Christiane Preiß, die Ergebnisse im Schwimmbadausschuss vor. 238 Erwachsene nahmen an der Befragung teil, davon 193 aus Dieburg, 75 stammen aus den umliegenden Kommunen. Bei den Schülern waren es 330, davon 243 aus Dieburg.

Klarer Befund: Das Schwimmerbecken soll so bleiben, meinen 205 Erwachsene und 224 Schüler, eine Vergrößerung zum Wettkampfbecken wollen nur wenige (52/27), noch deutlich geringer ist die Zustimmung für eine Verkleinerung (5/11) und die allermeisten wollen keine Höhenverringerung (161/265). Auch die Sprunganlage soll so erhalten bleiben (179/290), nur wenige fordern einen Rückbau der Sprunghöhe. Auch mit dem Planschbecken und dem Kinderspielplatz ist eine deutliche Mehrkeit zufrieden (191/262). Mit Einschränkungen gilt das auch für die sanitären Anlagen. Kritische Stimmen bemängeln unter anderem Sauberkeit, Größe und Helligkeit der Duschen, deren Anzahl und die Größe der Kabinen sowie die Qualität des Klopapiers.

Zwar haben die Befragten auch Wünsche, etwa nach Liegen und Stühlen, Erhaltung der Grotte, mehr Umkleidekabinen mit Unterstellmöglichkeiten für Taschen am Beckenrand bei Regen und einen flacheren Einstieg ins Schwimmerbecken. Die Schüler machten ein paar Vorschläge für mehr Angebote außerhalb des Wassers (Sportanlage, Schachbrett). Der eine oder andere Spaßvogel wünscht sich „mehr Schnitzel“ und zusätzliche nächtliche Öffnungszeiten. Doch unter dem Strich ist es klar: Es herrscht breite Zufriedenheit mit dem Schwimmbad, wenngleich der Dusch- und Sanitärbereich ausbaufähig erscheint. Eine Vergrößerung zum Wettkampfbad wird abgelehnt. Zu Wort gemeldet hat sich zudem das Schwimmbadpesonal. Deren Anliegen reichen von einer neuen Beschallung, einer Bewässerungsanlage für die Wiese, Beleuchtung in und am Becken, Erweiterung der Videoanlage bis zu einem zweiten Aufsichtsturm gegenüber wegen der Abendsonne und der Vergrößerung des Spiel- und Tummelbeckens.

Wünsche schriftlich formuliert

Inzwischen haben bis auf die FDP auch alle Parteien ihre Wünsche schriftlich formuliert. In der zügigen und konstruktiven Ausschusssitzung kamen die Mitglieder überein, dass die Verwaltung nun die Wünsche und Anregungen bündelt. Darin sollen die Ergebnisse der Befragungen ebenso wie die Stellungnahmen der Parteien sowie die des Badpersonals zusammengestellt und zu einer Prioritätenliste gebündelt werden. In der nächsten Ausschusssitzung wird darüber gesprochen. Die Stellungnahmen der Parteien, so der Ausschussvorsitzende Renée Exner, seien ohnehin im Wesentlichen deckungsgleich. Auf Anregung von Wilhelm Reuscher (FDP) wird der Magistrat mit der Deutschen Gesellschaft (DGfdB) für das Badewesen Kontakt aufnehmen und Ratschläge einholen – auch zu der Frage, in welchem Zeitraum eine Sanierung möglich und ob ein schrittweises Vorgehen sinnvoll ist. In Ober-Ramstadt sei das Freibad mit Hilfe der DGfdB erfolgreich flott gemacht worden.

Markus Resch (SPD) regte an, „eine Summe X“ in den nächsten Haushalt der Stadt einzustellen für Maßnahmen, die schnell umsetzbar sind, etwa Sonnensegel für das Planschbecken. Ausschussvorsitzender Exner regte an, Schwimmbadlifter für 2017 anzuschaffen, so dass Menschen mit Behinderungen problemloser in das Becken gelangen können. Die Geräte sollen mobil sein, so dass sie auch im Trainingsbad und im Zimmerner Hallenbad eingesetzt werden können. Ob, wann und was umgesetzt wird, ist Gegenstand künftiger Debatten. Dabei gelte es, wie Ferdinand Böhm (SPD) sagte, immer im Hinterkopf zu behalten, wie es mit der Technik aussieht. Deren Funktionsfähigkeit sei die größte Unbekannte bei der ganzen Unternehmung.

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