Infrastruktur-Ausschuss spricht sich dafür aus, Projekt zu stemmen

Stadt soll Weg für Fußgänger bauen

+
Führt ein Weg vom Fechenbach-Park entlang der Stadtmauer zur Querungshilfe am Landratsamt, werde die Engstelle von Fußgängern intensiver genutzt, so die Hoffnung der Politiker. Der Infrastruktur-Ausschuss empfiehlt die Herrichtung des Wegs, die rund 60. 000 Euro kosten soll

Dieburg - Schüler nutzen die Querungshilfe am Landratsamt zu selten und überqueren die Albinistraße eher woanders. Um die Engstelle für Fußgänger „attraktiver“ zu machen, soll ein Weg an der Stadtmauer direkt zur Querungshilfe führen. Von Stefan Scharkopf 

Sie ist 3,75 Meter breit, lässt keine zwei Autos im Gegenverkehr passieren und sorgt weiterhin für Verdruss – wenn die Diskussionen auch langsam abflauen. Aber: Es gibt auch Befürworter der Engstelle in der Albinistraße am Landratsamt. Bereits bei einem Vor-Ort-Termin Anfang Oktober machten Mitarbeiter des Landkreises klar, dass die Einbuchtung nicht zurückgebaut wird, da sie als Querungshilfe vor allem für die Schüler angesehen wird. Das Problem dabei: Viele Kinder nutzen die Engstelle gar nicht, sondern gehen den Weg durch den Fechenbach-Park und am Spielplatz nahe des Mühlturms vorbei zur Albinistraße.

Eine Querungshilfe, das betonte Bürgermeister Dr. Werner Thomas in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt einmal mehr, sei nur an der jetzigen Stelle infrage gekommen und nicht im Kurvenbereich. Möglich wäre sie erst wieder ein Stück weiter in nördlicher Richtung gewesen. Um für die Kinder die Querungshilfe attraktiv zu machen, hat der Ausschuss nun empfohlen, den ursprünglich angedachten Fußweg vom Fechenbach-Park aus über die Brücke und die Grünfläche an der Stadtmauer direkt zur Engstelle selber zu bauen. Die Kosten für den Weg, der auch beleuchtet wird, werden auf rund 60. 000 Euro geschätzt. Zahlen soll die Stadt, allerdings wird die Verwaltung aufgefordert, mit dem Landkreis, Bauherr der Querungshilfe, über eine Kostenbeteiligung zu verhandeln.

Bislang war es zudem so, dass die Kommunalpolitiker forderten, den städtischen Anteil für die Verschwenkung der Albinistraße – 150. 000 Euro bei Gesamtkosten von 300.000 – so lange nicht auszuzahlen, bis die Ausführungsmängel in dem Bereich vom Kreis beseitigt worden sind. Daran hält man nun nicht mehr fest. Der Ausschuss hat der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich empfohlen, die 150.000 Euro auszuzahlen. Nichtsdestotrotz soll aber auf die Beseitigung der Mängel durch den Kreis gepocht werden. Dazu zählt unter anderem der Austausch der verbauten taktilen Elemente. Sie sollen an die in der Stadt üblichen Querungshilfen für Blinde und Sehbehinderte angepasst werden.

Mitte Oktober hatte Land-rat Klaus Peter Schellhaas in einem Schreiben an den Ausschuss, den Magistrat und Bürgermeister Thomas Stellung bezogen zu den zeitlichen Abläufen im Teilprojekt „Verschwenk Albinistraße“ und darin mehrere Daten genannt. Schellhaas kommt zu dem Ergebnis, dass „seitens des Landkreises alle erforderlichen Schritte unternommen wurden, um über die diesseits veranlassten Maßnahmen zu informieren. Hinsichtlich der kritisierten Positionierung der Querungshilfe für Fußgänger gab es unter Berücksichtigung von örtlicher Gegebenheiten und rechtlichem Rahmen zu keinem Zeitpunkt der Diskussion bessere Alternativen“. In der Sitzung des Ausschusses wurden denn auch keine weiteren Fragen zum Komplex „wer wusste wann was“ gestellt.

Kommentare