Laufbahn unbrauchbar

Städtischer Sportplatz in desolatem Zustand

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Kaum nutzbar: Auf der Laufbahn des städtischen Sportplatzes am Schlossgarten dominieren derzeit Pfützen, Gras und Geäst.

Dieburg - Spätestens mit der Umstellung auf Sommerzeit und den ersten wärmeren Tagen beginnt für Leichtathleten und Hobbyläufer die Saison unter freiem Himmel. Von Jens Dörr 

Wer sprinten, weitspringen oder seine Runden drehen will, hat in Dieburg derzeit aber ein Problem: Der städtische Sportplatz – der einzige in Dieburg mit einer Laufbahn – befindet sich in desolatem Zustand. Auf den schlechten Zustand der Anlage weist derzeit insbesondere Roland Murmann, Stellvertretender Leiter für den Sportabzeichen-Stützpunkt des Turnvereins (TV) Dieburg, hin. Der städtische Betriebshof kündigt für die nächsten Wochen unterdessen mehrere Pflegemaßnahmen an.

„Ich möchte die Leute wachrütteln“, sagt Murmann und verweist dabei auf die infrastrukturellen Probleme auf dem Areal zwischen Freibad und Schlossgarten, die jedem sofort ins Auge springen. Kann man auf die Nutzung der Weitsprunganlage ob der momentan noch immer häufig nassen und kühlen Witterung verzichten – hier soll in den kommenden Wochen der Sand ausgetauscht und aufgefüllt werden –, so böte die Laufbahn dem Turnverein, Freizeitsportlern und den Nutzern aus den Dieburger Schulen bereits jetzt ein Betätigungsfeld. „Aus meiner Sicht ist dafür aber die Verletzungsgefahr zu groß“, sagt Murmann.

Er spricht auch aus eigener Erfahrung: „Ich habe mir auf der Laufbahn wegen dort liegender Äste mal den Fuß vertreten, das spüre ich noch heute.“ Derzeit liegt auf dem Rund um den insbesondere vom SV DJK Viktoria genutzten Rasenplatz nicht nur reichlich Geäst herum. „Ein Problem sind auch die Spurrillen und Vertiefungen“, meint Murmann. „Das hängt mit den Fahrzeugen zusammen, die über die Bahn fahren und dort abgestellt werden.“ Im weichen Untergrund würden sich Mulden bilden, in denen das Wasser stehen bleibe. Aktuell ist die Laufbahn nicht nur großflächig aufgeweicht, sondern weist auch etliche größere Pfützen auf. Ans Joggen ist auf der - weniger als die üblichen 400 Meter zählenden - Runde derzeit kaum zu denken. „Hinzu kommt das Gras, das auf der Bahn wächst. Sie wird einfach nicht ordentlich gepflegt“, wirft Murmann der Stadt vor.

Für die sagt Manfred Witzel, Leiter des Betriebshofs, dass man gerade die Probleme mit dem Wasser auf der Bahn registriert habe. „Besonders die Ecke Richtung Gesprenz ist sehr feucht“, sagt er. Die Seite gen Freibad sei derweil weniger stark betroffen. Auf dem Areal sei man in diesem Jahr bereits tätig gewesen, habe etwa den Wildwuchs am Zaun zwischen Sportplatz und Freibad entfernt. „Zudem wird der Rasen von uns einmal in der Woche gemäht.“

Der Laufbahn werde sich der Betriebshof – in der Hoffnung auch auf trockeneres Wetter – voraussichtlich „Ende April, Anfang Mai“ widmen. Dann soll unter anderem ein Wegepflegegerät eingesetzt werden, mit dem die Laufbahn aufgearbeitet werde – laut Witzel nicht nur zu Saisonbeginn, sondern „dreimal im Jahr“. Im Mai werde man sich zudem nicht nur um den Sand in der Sprunggrube, sondern auch um jenen auf dem Beachvolleyball-Spielfeld kümmern. Hinzu kämen stets die allgemeinen Arbeiten wie die Baumpflege. Grundsätzlich unberührt blieben die regelmäßigen Pflegemaßnahmen auf dem städtischen Sportplatz auch vom Vorhaben der Stadt, die Laufbahn durch Erdarbeiten, Entwässerung und Schichtaufbau grundlegend zu sanieren. Dafür ist im Haushalt 2016 bereits Geld eingestellt worden.

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Der grundsätzliche Beschluss für den Bau eines neuen Dieburger Sportzentrums ist ebenfalls unabhängig davon zu sehen und mehrheitlich gefällt worden. Bürgermeister Dr. Werner Thomas betonte allerdings mehrfach, dass sich der Ankauf einiger Parzellen südlich des Skaterparks schwierig gestalte – Ausgang und bauliche Umsetzung im Sinne des Sports in Dieburg bleiben offen.

Geklärt ist hingegen vorerst, wo der TV Dieburg Trainingseinheiten (erster Termin: 3. Mai, 18.30 Uhr) und Prüfungen zum Sportabzeichen anbieten wird: wie im Vorjahr im Gersprenzstadion in Münster mit seinen herausragenden infrastrukturellen Bedingungen gerade für Leichtathleten. „Mir ist wegen des Umzugs nach Münster schon der erste Helfer abgesprungen, mit der Begründung, dass er nur in Dieburg mithelfen möchte“, ärgert sich Murmann. Das Training auf dem städtischen Sportplatz am Schlossgarten aber könne er derzeit niemandem zumuten, zumal es direkt am Gelände keine Kabinen oder sanitären Einrichtungen gebe.

In dieser Hinsicht ist jedoch Besserung in Sicht, sobald der vom SV DJK Viktoria errichtete und von der Stadt Dieburg mitfinanzierte Anbau am DJK-Heim am Schwimmbadweg auch innen fertig gestellt ist.

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