Kreisbehörde kann noch keinen Termin für Öffnung nennen

Start in Badesaison steht in den Sternen

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Magistratsmitglieder informiereren sich über den Fortlauf der Ausbesserungsarbeiten im Freibad. Undichte Stellen wurden vor allem in der Schwallwasserrinne entdeckt. Arbeiter tauschen derzeit Fliesen und Randsteine aus, vieles wird neu verfugt. Am Dienstag nach Pfingsten werden die Rohrleitungen auf Dichtigkeit untersucht.

Dieburg - Auch zu Pfingsten kann noch keine Aussage über den ersehnten Eröffnungstermin des Freibads getroffen werden. Von Lisa Hager.

Wegen großer Wasserverluste war dem Bad die Betriebsge-nehmigung entzogen worden (wir berichteten mehrfach). Unterdessen laufen im abgelassenen Becken die Ausbesserungsarbeiten mit Hochdruck.

„Gleich am Dienstag nach den Feiertagen werden noch die Rohrleitungen der Zu- und Abflüsse auf Dichtigkeit untersucht“, sagte Erster Stadtrat Wolfgang Schupp am Donnerstag beim Ortstermin am Rand des abgelassenen Schwimmerbeckens. Arbeiter sind derzeit dabei, die 14 undichten Stellen im Beckenrand auszubessern. Fliesen werden neu verfugt oder ganz ausgetauscht.

Wenn alle Arbeiten erledigt sind, hofft Schupp zusammen mit seinen Magistratskollegen, dem Mitarbeiterteam des Freibads und allen Dieburger Schwimmern, dass die Genehmigungsbehörde, der Fachbereich Gewässer- und Bodenschutz beim Landkreis, eine Sondergenehmigung für den Betrieb erteilt. Er ist „gedämpft optimistisch“, dass diese auch kommen wird.

Bis gestern gab es noch keine Entscheidung der Kreisbehörde über eine Sondergenehmigung. „Bei uns liegt seit wenigen Tagen ein Antrag der Stadt zur vorläufigen Erlaubniserteilung wegen des Eintrags von Schwimmbadwasser in den Untergrund vor“, so Kreispressesprecher Frank Horneff auf Anfrage unserer Zeitung. Für die positive Entscheidung des Antrages seien zunächst einige Bedingungen von der Stadt Dieburg zu erfüllen: „regelmäßige Beckenwasserkontrolle, vorgegebene Grenzwerte sind zu unterschreiten. Vorsorgemaßnahmen beim Badebetrieb (Badekappen- und Duschpflicht der Nutzer) zur Chlorgabereduzierung, Erstellung eines Sanierungsplanes“, listet Horneff auf.

Zur Komplettierung der Antragsunterlagen steht jetzt noch eine Stellungnahme des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie aus, die die Umweltbeeinträchtigung des Untergrundes einschätzen soll. Und der Kreispressesprecher macht klar: „Einen Zeitpunkt zur Öffnung des Dieburger Freibades können wir nicht nennen.“

Für die Entscheidung sei generell die positive Stellungnahme des Landesamtes für Umwelt und Geologie notwendig. „Erkannte Undichtigkeiten in der Schwallwasserrinne sind zu beseitigen“, so Horneff. Nach Auskunft der Stadt seien die wesentlichen Undichtigkeiten bisher in diesem Bereich aufgetreten und nicht im eigentlichen Becken.

Wie aber kam es überhaupt zum Entzug der Betriebserlaubnis gut eine Woche vorm geplanten Eröffnungstermin des Bades am 15. Mai? „Unserem Fachgebiet Gewässer- und Bodenschutz wurde im März diesen Jahres durch das Gesundheitsamt der Verlust von Schwimmbadwasser mitgeteilt, nachdem das Gesundheitsamt eine turnusmäßige Kontrolle vorgenommen hatte“, sagt Horneff. Danach sei die Stadt Dieburg vom Kreis zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Gleichzeitig habe man mitgeteilt, dass das Schwimmbad vorläufig nicht befüllt und im Schwimmbetrieb genutzt werden dürfe, wenn Undichtigkeiten nicht beseitigt seien, die einen erheblichen Wasserverlust verursachen.

„Die ersten Angaben des Wasserverlustes von 100 Kubikmetern pro Badetag wurden durch die mittlerweile bekannten Erkenntnisse zu Dichtheitsuntersuchungen revidiert“, sagt Horneff. Der Verlust betrage wegen Undichtigkeiten nach Angaben der Stadt 40 Kubikmeter pro Badetag.

Und Horneff abschließend: „An diesem Zeitablauf ist ersichtlich: Das Problem im Dieburger Freibad kam nicht von jetzt auf gleich. Es ist der Stadt vielmehr bereits seit März bekannt. Wir verwahren uns daher gegen den in Dieburg offensichtlich herrschenden Eindruck, der Landkreis oder das Gesundheitsamt hätten den Dieburgern das Freibad zugemacht. Das ist nicht der Fall.“

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