Steinmetzhaus wird endlich bebaut

Wie Phönix aus der Asche

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Die hässliche Brandlücke in der Zuckerstraße 19 klafft schon seit vier Jahren in der Fußgängerzone. Jetzt bewegt sich etwas, der Wiederaufbau beginnt.

Dieburg - „Unglaublich, vier Jahre muss das schon her sein.“ Eine Passantin, die versucht, durch den Bauzaun zu linsen, hat nachgerechnet. Und es stimmt: Am 22. Februar 2011 hat ein verheerender Brand das Steinmetzhaus in Dieburgs eng bebauter Fußgängerzone verwüstet. Von Lisa Hager 

Die Schäden waren so immens, dass es schließlich abgerissen werden musste. Vater Steinmetz (genannt „Kiraß“) und Sohn Joachim, die dort ein Traditionsbekleidungsgeschäft betrieben, wurden damals heimatlos. Seitdem leben sie in einer Wohnung. Für den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Fachwerkhauses mit der eindrucksvollen Fassade, die teilweise gerettet werden konnte, hatten sie selbst nicht die Mittel. Und so verging Jahr um Jahr, bis sich ein Käufer und Investor, ein Bauunternehmer aus Münster, fand. Er plant jetzt, das Gebäude mit einem Ladengeschäft im Erdgeschoss und zwei Wohnungen im ersten Stock wiederaufzubauen. Die Fassade muss wieder original errichtet werden. Mit Kreisdenkmalpflegerin Liane Mannhardt war sich der Bauherr, der den Dieburger Olgun Öztürk mit den Plänen beauftragte, erstaunlich schnell einig.

Als Haken entpuppte sich vielmehr die Stellplatzsatzung der Stadt: Laut dieser müsste der neue Eigentümer seiner Planung gemäß sieben Stellplätze nachweisen. Deren Ablöse aber war ihm zu teuer. So wurde der Magistrat beauftragt, einen Kompromiss herbeizuführen. Schließlich herrscht im Parlament Konsens darüber, dass diese Brandlücke an exponierter Stelle endlich beseitigt werden muss. Geeinigt hat man sich jetzt auf die Ablöse von zwei Plätzen. Vorbehaltlich der Genehmigungen der Bauaufsicht kann es laut Öztürk mit den ersten Arbeiten bereits ab 23. Februar losgehen. Abgesperrt werden muss in der Fußgängerzone ein etwa fünf Meter breiter Raum, um einen Bagger stellen zu können. Dann könnte, wenn alles nach Plan verläuft, das „neue Steinmetzhaus“ im Februar 2016 eingeweiht werden.

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