Apfelweinhof in Dieburg

„Stöffche“ und PocoLoco

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PocoLoco gastierte am Samstagnachmittag im Apfelweinhof Dieburg. Mit einem Zeitfenster von einer Stunde Gesang lag in der Kürze die Würze.

Dieburg - Wein und Gesang gehören seit jeher zusammen. Im Hessenland kann das statt Rebensaft durchaus auch das „Stöffche“ sein. Von Michael Just 

Im Apfelweinhof Dieburg in der Steinstraße schickte sich Inhaber Lars Wiessner am Samstag erfolgreich an, das Lieblingsgetränk der Hessen mit der lokalen Gesangsformation PocoLoco zu kombinieren. „Man kennt sich, schließlich läuft man sich ja in der Stadt des öfteren über den Weg“, erklärte Wiessner zur Verpflichtung der ungewöhnlichen Chorformation. Das Konzept war so angelegt, dass zum Ticketpreis ein Glas Apfelwein dazugehörte. Wer schlau war, kam eine Stunde vor Konzertbeginn, um den Gaumen zusätzlich zu erfreuen.

Mit Rippche und Kraut, Handkäs mit Musik sowie Fleischwurst und Brot ließ sich aus drei Essensangeboten wählen. Das etwas frühere Erscheinen bot sich schon deshalb an, da es aus der Respekt vor den A-Capella-Sängern keine Bewirtung während des Auftritts gab.

Rund 70 Besucher machten es sich in dem kleinen Hof gemütlich. Chorleiter Rodrigo Affonso hatte in der Mehrzahl flotte und schmissige Stücke in verschiedenen Sprachen für die zwei Auftritte von jeweils einer halben Stunde ausgewählt. Darunter war Pop-A-Capella genauso zu finden wie Negro-Spirituals oder Ausflüge in den Jazz. Ein Ohrenschmaus der rund 15 Aktiven war ein spanisches Stück über einen Wirt, der seine Gäste zum Tanzen einlädt.

Etwas Pech hatte PocoLoco beim Wetter: Fast parallel zum Beginn setzte der angekündigte Regen ein. Unter den großen Planen im Hof wurde aber niemand nass, so dass sich das Konzert bei noch milden Temperaturen weitestgehend unbeschwert genießen ließ.

Schon am alten Standort in der Ringstraße bot Lars Wiessner zum „Stöffche“ Kultur an, wie der Besuch von „Frankfurter Zweierlei“ belegte. Kultur und Kleinkunst sollen am neuen Platz in der Steinstraße weiter ausgebaut werden. Vom Laientheater, darunter die „Griesheimer Zwiebelbühne“, bis hin zu Mundart-Vertretern hat der Wirt viele Ideen. Lassen sich die Pläne nach Wunsch umsetzen, dürfen sich die Dieburger auf vier bis sechs Kulturveranstaltungen im Jahr zum Apfelweingenuss freuen.

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