Monika Dambier-Blank rezensiert Jahrbuch mit Witz und Esprit

Ein Stück gedruckte Heimatgeschichte

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Die Autoren des Jahrbuchs 2016 (von oben nach links): Dr. Norbert Gottlieb, Hans Dörr, Heinz Schirling, Frau Eckhardt, Philipp Hiemenz, Bernhard Itzel, Andrea Schuler, Ingrid Scharnhoop, Klaus Schott, Werner Straszewski, Helga Bürger-Lehr, Otto Vonderlage, Inge Zahn, Astrid Kreuz, Ralf Blum, Hans Hiemenz, Franz Weißbäcker, Jan Maria Greven, Ursula Teicher-Maier und Maria Bauer. Nicht auf dem Foto sind die Autoren: Brunhilde Bieker, Helmut Breitwieser, Dr. Klaus Fette, Ulrich Grunert, Hanspeter Murmann, Ulrike Posselt, Andreas Reifenberg und Petra Trotta.

Dieburg - Im Versammlungsraum des Museums im Schloss Fechenbach stellte der Heimatverein unter Regie seiner Vorsitzenden Maria Bauer das neue Jahrbuch vor. Es ist ab sofort auch in den beiden Dieburger Buchhandlungen sowie beim Heimatverein direkt erhältlich.

Dutzende von Autoren haben in der neunten Ausgabe des Jahrbuchs in der Reihe „Dieburg - Erbe und Gegenwart“ in mehr als 30 Beiträgen einiges aus der Geschichte einer alten Stadt zu erzählen, Interessantes und auch zuweilen Amüsantes. Themen kirchlichen und weltlichen Leben wurden aufgegriffen, auch ganz Aktuelles mitverarbeitet.Der bekannte Dieburger Heimatforscher Hans Dörr ist unter den Autoren, wie auch Leute, die nicht immer in alten Dokumenten stöbern und diese entziffern und deuten können. In der von ruhig flutenden Saxophonklängen durch Manfred Müller begleiteten Vorstellung des neuen Jahrbuchs begrüßte Maria Bauer vor allem die Autoren und sonstige Interessierte, bevor Monika Dambier-Blank in einer Rezension auf das neue Jahrbuch „neugierig machen wollte“, wie sie betonte und einzelne Kapitel aufgriff und kurz kommentierte.

Hans Dörr hatte etwa über die „reiche Erbtante“ Anna von Ulner und über eine Akte aus der Zeit des Hexenwahns in Dieburg geschrieben, dem an die 200 Menschen zum Opfer fielen. Sehr aufschlussreich ist der bebilderte Bericht von Franz Weißbäcker, der das Augenmerk auf die alten Steinmetzzeichen an alten Dieburger Baudenkmälern lenkt, Klaus Fette auf die Störche. Heinz Schirling, der stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins ist, beschrieb wie aus einer Hospitalkirche ein Schulhaus wurde. Ralf Blum stellt ein Gemälde vor, das den Stadtkern vor etwa 200 Jahren zeigt. Der erst kürzlich verstorbene Günther Eckardt warf einen Blick auf die Geschichte der großherzoglichen hessischen Eisenbahnen und den Bahnhof Dieburg.

Wie Dieburg den Ersten Weltkrieg erlebte

Wie Dieburg den Ersten Weltkrieg erlebte, schildert Werner Straszewski. Astrid Kreuz erzählt einiges über den Aberglauben in Dieburg, der vom Hörensagen vielleicht immer noch kursiert. Viele weitere Beiträge sind sehr aufschlussreich und lesenswert, darunter etwa auch die Erinnerungen an die legendären Dieburger Dreiecksrennen in den Fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: Von diesen spektakulären Motorsportveranstaltungen bekommen die Kinder und Jugendlichen der damaligen Zeit, die heute alle siebzig Jahre und älter sind, immer noch glänzende Augen. Sie geraten in fast euphorische Zustände, wenn sie davon erzählen, wie der Boden und die Luft regelrecht zu vibrieren schien, wenn die Motorräder dröhnten.

Das neue Jahrbuch ist teilweise illustriert und wieder ein Kaleidoskop der Stadtgeschichte. Den Autoren überreichten die beiden Vorsitzenden des Heimatvereins zum Abschluss der Präsentation die ersten Jahrbücher. Das Jahrbuch kann beim Heimatverein und in beiden Dieburger Buchhandlungen, Bücherinsel am Markt und Plappert in der Steinstraße, für 16 Euro erworben werden.

ka

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